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Tourismus als Wirtschaftsfaktor

09.06.2005

Eine neue Studie beleuchtet detailliert die Tourismusbedeutung für Österreich.

Österreich ist ein Top-Tourismusland, das im Jahr 2004 laut Statistik Austria rund 28,4 Mio. Ankünfte sowie 117,2 Mio. Nächtigungen verzeichnen konnte. Laut dem Tourismus-Satellitenkonto erwirtschaftete die Branche im Jahr 2004 28,24 Mrd. EUR. Dies entspricht einem Wachstum von ca. 2,7% (im Vergleich zu 2003) und stellt damit einen Wachstumsvorsprung von 0,5% gegenüber der Gesamtwirtschaft dar.
Die Einnahmen aus dem Tourismus von Gästen aus dem Ausland betrugen im Jahr 2004 rund 15 Mrd. Euro. Diese Reiseverkehrseinnahmen repräsentieren knapp 40% der gesamten Dienstleistungsexporterlöse. Österreich ist damit auch „Weltmeister“ bei den Pro-Kopf-Einnahmen aus dem internationalen Reiseverkehr (2004: 1.533 Euro pro Einwohner; Quelle: WIFO).

Ca. 90.000 Betriebe werden dem Wirtschaftszweig Tourismus- und Freizeitwirtschaft zugerechnet. Alleine in der Gastronomie und Hotellerie waren im Jahresdurchschnitt 2004 fast 160.000 Mitarbeiter beschäftigt.
Tourismus-Satellitenkonto
Um die monetäre Größenordnung der Tourismuswirtschaft zu erfassen sowie eine Basis für die Beobachtung der laufenden Entwicklung zu schaffen, wurde seitens der Statistik Austria und dem Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO) im Auftrag des Wirtschaftsministeriums ein Tourismus-Satellitenkonto (TSA) entwickelt, welches seit 1999 jährlich gegen Ende des Folgejahres der entsprechenden Berichtsperiode (November/Dezember) publiziert wird. Dieses Konto berücksichtigt nur die direkte Tourismusnachfrage, das die Aufwendungen umfasst, welche vom Besucher für Waren und Dienstleistungen vor, während und nach einer Reise getätigt werden.
Folgende Beispiele stellen die direkte und indirekte Wertschöpfung im Tourismus dar:
Direkte Tourismusnachfrage: Tourist A kauft ein Flugticket von Wien nach New York bei den Austrian Airlines – nur diese Effekte scheinen im TSA auf.
Indirekte Tourismusnachfrage: Tourist A kauft auf seinem Flug von Wien nach New York Speisen, die von der Cateringfirma X an die AUA geliefert wurden. Dies führt zu indirekter Tourismusnachfrage bei der Cateringfirma, aber auch in Folge beim Bäcker und vielen mehr, wobei die tatsächlich tourismusbedingten Effekte in der Wertschöpfungskette immer kleiner werden. Somit kommt es zu keinen Doppelzählungen!
Will man die volkswirtschaftliche Bedeutung des Tourismus darstellen, muss der nicht-touristische Freizeitkonsum der Österreicher am Wohnort noch zusätzlich berücksichtigt werden. Für die dadurch ausgelösten direkten und indirekten Wertschöpfungseffekte ergab sich ein Betrag von 16,68 Mrd. EUR im Jahr 2003. Der Beitrag des Freizeitkonsums der Inländer am Wohnort zur gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung betrug damit 7,4%. Die Gesamtbetrachtung zeigt daher: Für das Jahr 2003 wurden direkte und indirekte Wertschöpfungseffekte aus Tourismus und Freizeitkonsum in Höhe von 37,31 Mrd. EUR erreicht. Im Jahr 2004 ist dieser Gesamtbetrag um rund 3% angestiegen. Für den Zeitraum 1999 bis 2004 ergab sich damit ein Zuwachs von 22,6% (bzw. von durchschnittlich 4,2% pro Jahr). Der Beitrag der gesamten Tourismus- und Freizeitwirtschaft zum BIP erreichte in den Jahren 2003 und 2004 einen Wert von rund 16,5%.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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