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Tourismus bangt nach Hochwasser um Gäste

27.06.2013

Auch wenn die Aufräumungsarbeiten nach der Jahrhundertflut in vielen Regionen so rasch wie möglich durchgeführt wurden, bleiben nun vielerorts die Touristen aus.

Bürgermeister Franz Angerer, Mathias Herrmann (Obmann Schärding innovativ), Bettina Berndorfer (GF Tourismusverband) und Kapitän Manfred Schaurecker (Vorsitzender Tourismusverband) präsentieren die Kampagne „Schärding jetzt“

Text: Bernadette Pesendorfer, Irene Stelzmüller

Das Hochwasser der vergangenen Wochen hat insbesondere die Regionen an der Donau genau zum Beginn der Sommersaison, und damit zum ungünstigsten Zeitpunkt, getroffen. Die Schäden gehen in die Millionenhöhe, und auch Gastronomie- und Tourismusbetriebe sind teilweise schwer in Mitleidenschaft gezogen worden.

In Haibach an der Donau in Oberösterreich etwa war das Hotel Donauschlinge betroffen. Durch die große Hilfsbereitschaft konnte der Hotelbetrieb inzwischen wieder aufgenommen werden. „Ein herzliches Dankeschön richten wir an die unzähligen helfenden Hände, die uns während und nach dem Hochwasser an der Donau so selbstlos und tatkräftig unterstützt und begleitet haben. Unglaublich, wie viel Hilfsbereitschaft wir erfahren durften!", ist Eva Gugler, Hoteldirektorin des Hotels Donauschlinge, dankbar. Auch die gesamte Ferienregion Kaiserwinkl im Tiroler Unterland hat eine unglaubliche Hilfsaktion erfahren.

„Dank unzähliger Helfer und einer großen Welle gegenseitiger Unterstützung konnte die Region rasch aufatmen. Die gesamte Infrastruktur und unser schönes Ortsbild sind in nur wenigen Tagen wieder auf Vordermann gebracht worden", zeigt sich Gerd Erharter, Obmann des TVB Kaiserwinkl, erleichtert. Doch auch wenn nach der Hochwasserkatastrophe die Hotel- und Gastronomiebetriebe wieder geöffnet haben, könnte der schwächelnde Tourismus für weiteren Schaden sorgen.

Aus Schärding im oberösterreichischen Innviertel ist das Wasser wieder abgezogen – aber auch die Touristen. „Nicht genug, dass die Bürger persönlich viel durchgemacht haben, kommt noch dazu, dass gerade jetzt der Tourismus einzubrechen droht", sorgt sich Schärdings Bürgermeister Franz Angerer. Gerade im Sommer werden 80 Prozent des touristischen Aufkommens realisiert.

Schärding startet Kampagne

Um den Stornierungen entgegenzuwirken, wurde die Kampagne „Besuchen Sie Schärding jetzt" ins Leben gerufen. „Wir möchten die potenziellen Schärding-Besucher darauf hinweisen, dass sie jetzt Schärding besuchen sollen. Alles ist so weit intakt, die Wirtschaft und die Gastronomie freuen sich auf den Besuch", stellt die zuständige Tourismusgeschäftsführerin Bettina Berndorfer fest. Im Salzkammergut wurden durch das Ansteigen des Traunsees auch einige Betriebe in Mitleidenschaft gezogen. „Uns hat das Hochwasser nicht so stark getroffen, aber ich weiß von umliegenden Gastronomen und Hote-liers, dass das Wasser einen halben Meter hoch in den Räumen gestanden ist. Inzwischen wurde aber wieder der normale Betrieb aufgenommen, und die Stimmung ist sehr positiv", so Franz Pernkopf vom Landhotel Grünberg in Gmunden.

Initiative „Jetzt.Österreich."

Mit Deutschland ist auch der wichtigste ausländische Herkunftsmarkt des Österreich-Tourismus besonders von der Katastrophe betroffen, was dazu führen könnte, dass dort wegen persönlicher Betroffenheit eher auf einen Urlaub verzichtet wird. Um diesem Szenario vorzubeugen, stellt Tourismusminister Reinhold Mitterlehner der Österreich Werbung (ÖW) ein neues Sonderbudget für Marketing-Aktivitäten in Österreich und Deutschland zur Verfügung. Damit möchte er jene heimischen Tourismusregionen unterstützen, die zuletzt von Hochwasser und Naturkatastrophen betroffen waren. „Wir stellen ab sofort ein zusätzliches Sonderbudget von 500.000 Euro zur Verfügung, das die ÖW gemeinsam mit den Bundesländern für spezielle Marketingaktivitäten einsetzen wird. Unser Ziel ist es, die Buchungssituation kurz- und mittelfristig zu verbessern", erläutert Mitterlehner die Initiative, die unter dem Motto „Jetzt.Österreich." steht. „Diese Unterstützung ist besonders für die betroffenen Regionen eine moralische Unterstützung, in Summe werden aber alle Regionen in Österreich von der Initiative ,Jetzt.Österreich.‘ profitieren", ist der Spartenobmann und Sprecher von 90.000 Tourismusbetrieben, Johann Schenner, überzeugt.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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