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Für AK-Wien-Vizepräsident Rudolf Kasek ist Schwarzunternehmertum kein Kavaliersdelikt

Tourismus-Beschäftige unzufrieden

16.08.2012

Wien. Der Arbeitsklimaindes von vida, AK und IFES zeigt, dass im Tourismus die Zufriedenheit mit dem Job seit 2008 im Vergleich zu anderen Branchen drastisch gesunken ist, und das, obwohl sich die Tourismusbranche aus wirtschaftlicher Sicht als krisensicher erwiesen hat.

"Obwohl sie für den wirtschaftlichen Erfolg eines Betriebes mitverantwortlich sind, erleben viele Arbeitnehmer eine Existenzkrise", sagt Rudolf Kaske, Vorsitzender der Gewerkschaft vida, im Rahmen der Pressekonferenz zum aktuellen Arbeitsklimaindex Tourismus. "Der Erfolg wird nicht gerecht verteilt. Löhne und Gehälter halten mit den steigenden Anforderungen meist nicht Schritt", sagt Kaske. So geben 11 Prozent der Befragten an, dass sie mit ihrem Einkommen ihre Existenz nicht absichern können, 61 Prozent kommen "gerade noch" über die Runden. Das sind deutlich mehr als noch 2007 und deutlich mehr als in anderen Branchen.

Bindund zur Branche sinkt weiter

In der Wahrnehmung der Beschäftigten haben sich auch die Entwicklungs- und Aufstiegschancen im Tourismus verschlechtert. Die Bindung zur Branche ist damit von ohnehin niedrigem Niveau weiter abgesunken. Fast ein Fünftel der Befragten denkt an einen Berufswechsel. "Einkommenssituation und Arbeitsbedingungen lassen im Tourismus weiterhin zu wünschen übrig", sagt Kaske: "Obwohl wir jede qualifizierte Kraft brauchen, wird zu wenig getan um gegenüber anderen Branchen konkurrenzfähig zu sein. Immer wieder Thema ist die Anerkennung und die Wertschätzung der Leistung. Da gibt es unveränderten Handlungsbedarf seitens der Arbeitgeber."

Wiener Hotellerie vorbildlich
Ein maßgeblicher Beitrag zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen sind für Kaske die jüngsten KV-Abschlüsse. Auf Bundesebene wird der Mindestlohn bis zum Jahresende von 1.205 bzw. 1.208 Euro brutto auf 1.300 Euro erhöht. "Allerdings gibt es auch hier einen Wermutstropfen: die Arbeitgeber in Tirol haben den Abschluss bislang verweigert", kritisiert Kaske: "Mit solchen Methoden wird die Tiroler Unternehmerschaft den Wettbewerb auf allen Ebenen verlieren. Qualifizierte Mitarbeiter lassen sich nicht ausbeuten." Als Positivbeispiel nennt Kaske dagegen die Wiener Hotellerie. Hier haben sich die Sozialpartner auf ein modernes Lohn- und Gehaltsschema geeinigt, das einen Mindestlohn von 1.350 Euro vorsieht und den Beschäftigten, aber auch den Betrieben Vorteile bringt.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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