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Die Zukunft des alpinen Tourismus muss mit dem Klimawandel rechnen.

Tourismus reagiert auf Klimawandel

06.06.2017

Mit einem in Europa einzigartigen Förderprogramm werden heimische (Tourismus-)Regionen mit bis zu 40.000 Euro bei der Planung und Umsetzung von Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel unterstützt.

 

Klimawandel passiert, betroffen sind alle, insbesondere Tourismusregionen. Es geht darum, sich dem Wandel anzupassen. Ingmar Höbarth, Geschäftsführer des Klima- und Energiefonds, erklärt: „Mit KLAR! unterstützen wir in Kooperation mit dem Ministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (BMLFUW) Regionen ganz konkret, Bedrohungen wie etwa Hangrutschungen oder Hochwasser rechtzeitig zu erkennen und Gegenmaßnahmen zu setzen. Die Modellregionen erarbeiten gemeinsam mit Fachleuten konkrete Anpassungskonzepte für ihre Regionen.“
Region Großglockner 
Mit der nun startenden ersten Phase des Programmes reagieren 23 Regionen in ganz Österreich gezielt auf den Klimawandel. Die Region Großglockner mit ihren rund 29.000 Einwohnern ist eine davon. Die bedeutendsten klimawandelbedingten Herausforderungen sind hier der Rückgang der Gletscher und der Anstieg der Durchschnittstemperaturen. Durch die hohe Lage sei die Region besonders betroffen, sagt Gunther Marwieser, Geschäftsführer der Region Großglockner/Mölltal-Oberdrautal. Betroffen sind hier sowohl Sommer- als auch Wintertourismus. Wie vielfältig die Maßnahmen im Rahmen von KLAR! sind, zeigt das Beispiel Großglockner deutlich: So sind Maßnahmen zum Naturkatastrophen- und Hochwasserschutz wie Hangstabilisierungen, Schutzwälder, Bannwälder und Forstmonokulturen geplant. Abgesehen davon setzt man auch auf Öffentlichkeitsarbeit und Sensibilisierungsmaßnahmen. Die erneuerbare Energie (Biomasse) soll mittelfristig von derzeit 30 auf 50 Prozent und langfristig auf 80 Prozent erhöht werden. Kleinwasserkraftwerke werden gebaut, die Bestandsumwandlung der Fichtenmonokulturen auf einen entsprechenden Mischwaldanteil von 30 Prozent, eine neue Zonenplanung aufgrund von Starkregen und auftretenden Muren sowie die Neuberechnung der Schutzwasserbauten in Siedlungsgebieten zählen ebenso zu den geplanten Maßnahmen. „Die Verantwortlichen der Region möchten sich den Herausforderungen stellen“, sagt Marwieser.

Neue Chancen für Pongau

Auch die Region Pongau nimmt an dem Förderprogramm teil. Sie ist mit rund 9,5 Millionen Gästenächtigungen in den 25 Gemeinden eines der tourismusintensivsten Gebiete der Alpen und sehr stark vom Wintertourismus geprägt: Rund 55 bis 60 Prozent der touristischen Wertschöpfung wird im Winter generiert. Schneemangel ist hier das immer häufiger auftretende Problem. „Aber es bieten sich auch neue Chancen, etwa im Sommertourismus, wenn man an die Renaissance der ‚Sommerfrische‘ hitzegeplagter Städter und Südländer denkt“, sagt Stephan Maurer, Geschäftsführer des Regionalverbandes Pongau. „Wichtig ist, dass man sich mit den Veränderungen auseinandersetzt: Wie wird sich der Klimawandel weiterentwickeln und welche Auswirkungen wird das auf den Lebens- und Wirtschaftsraum Pongau haben?“ Einen Schwerpunkt setzt die Region im Rahmen des Förderprogramms in der Bewusstseinsbildung: von Schulen über Gemeinden bis hin zu den Tourismusexperten der Region. Maurer: „Das Förderprogramm ist hier Motor und Impulsgeber einer regionalen Entwicklung.“ 

klimafonds.gv.at/foerderungen

Text: Karin Bornett

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