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Tourismus spürt schlechtes Wetter und Wirtschaftskrise

09.07.2009

Vorsichtig beurteilen die österreichischen Tourismusbetriebe die Entwicklung der heurigen Sommersaison: Zirka die Hälfte der heimischen Hoteliers und Gastronomen stehen der Saison positiv gegenüber, der Rest zeigt sich skeptisch, vor allem die Hoteliers.

Das geht aus einer aktuellen Studie des market-Institutes hervor, die heute in Wien vom Obmann der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft der Wirtschaftskammer Österreich, Hans Schenner, und market-Institutsvorstand David Pfarrhofer präsentiert wurde. Befragt wurden in den letzten Tagen rund 2.300 Betriebe der Tourismusbranche.

Insgesamt rechnet die österreichische Tourismuswirtschaft heuer mit einem Umsatzminus von 4,5 Prozent. Zwei Drittel der Unternehmen spüren die Auswirkungen der Krise, ein Fünftel sogar sehr. Die meisten gehen von einer negativen wirtschaftlichen Entwicklung aus und sehen den Höhepunkt der Wirtschaftskrise erst kommen, nur fünf Prozent glauben, dass dieser bereits überschritten ist.

Derzeit macht sich die Wirtschaftskrise vor allem in einem ausgeprägten Sparverhalten der Gäste bemerkbar, aber auch durch eine kürzere Dauer der Urlaube und ein größeres Kostenbewusstsein.

„Was die Hoteliers betrifft, so sind 44 Prozent mit den Nächtigungen, aber nur etwa jeder Dritte mit der aktuellen Buchungs¬lage zufrieden. 60 Prozent der Unternehmen dieser Gruppe äußern sich auch hier skeptisch – man liegt derzeit mehrheitlich unter dem Niveau des Vorjahres“, erläuterte Pfarrhofer.

Bei den Gastronomen zeigt sich knapp die Hälfte der Betriebe mit den bisherigen Umsatzzahlen wenig bis gar nicht erfreut. Das Vorjahresniveau wird derzeit auch bei den Gastronomen zumeist verfehlt, 45 Prozent bezeichnen den Umsatz im Vergleich zum Vorjahr als rückläufig.

„Die Betriebe reagieren aber auf die Krise: Vier von zehn Betrieben bieten ihren Kunden bereits mehr Angebot bei gleichen Preisen“, meint Schenner. Neben den eigenen Aktivitäten wünsche man sich aber auch Unterstützung durch die öffentliche Hand: Die Stärkung der Kaufkraft bei den Österreicherinnen und Österreichern sei den Tourismusbetrieben ein wichtiges Anliegen. „Mit der vorgezogenen Steuerreform ist schon eine wesentliche Unterstützung seitens der Regierung erfolgt. Jetzt brauchen wir noch dringend eine Stärkung der Regionen, damit unsere Tourismusgemeinden auch in Zukunft wettbewerbsfähig bleiben“, fordert Schenner mit Nachdruck.

„Wie sich die Sommersaison tatsächlich gestaltet, ist auch abhängig von der Wetterentwicklung in den nächsten Tagen und Wochen. Ich erwarte, dass wir uns bei ungefähr 61 Millionen Nächtigungen einpendeln werden. Das entspricht in etwa dem Niveau der letzten beiden Jahre“, prognostiziert Schenner abschließend.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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