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Tourismuschef verlässt sich auf "Semmel-Index"

05.05.2006

Peter Donabauer, Tourismusdirektor von Schladming-Rohrmoos, ist mit der abgelaufenen Wintersaison zufrieden. Er hat zwar die offiziellen Nächtigungszahlen für den wichtigen Ostermonat April noch nicht bekommen, trotzdem weiß er, dass dieser gut gelaufen ist. Denn Peter Donabauer verlässt sich auf seinen "Semmel-Index".

Seit Jahren holt sich der Schladminger Tourismuschef beim Bäcker Heinz Lasser seine Brötchen, am Monatsende berichtete ihm dieser des öfteren über seine Umsatzentwicklungen. Dabei fiel Donabauer eine interessante - wenn auch bei näherer Betrachtung logische - Tatsache auf: Die Verkaufszahlen des Bäckers entwickelten sich nahezu exakt proportional zu den Nächtigungsstatistiken, die der Tourismusverband dann später von seinen Gemeinden übermittelt bekommt.

Donabauer: "Heinz Lasser hat mir Ende April verraten, dass er in diesem Monat aufgrund der späteren Osterferien im Vergleich zum Vorjahr eine Umsatzsteigerung von knapp 40 Prozent verzeichnet hat. Ich kann ziemlich sicher sein, dass sich auch die Schladminger Nächtigungszahlen in diesem Bereich bewegen werden. Mein Vorteil dabei ist ein Informationsvorsprung von rund zwei Wochen, denn die offiziellen Zahlen bekomme ich immer erst in der Mitte des Folgemonats."

Schneereicher Winter für große Destinationen nicht nur vorteilhaft

So kann Peter Donabauer bereits heute über die Wintersaison 2005/06 seine Bilanz ziehen. Er rechnet für die Sportregion Schladming-Rohrmoos mit einem Nächtigungsplus von rund 1,5 Prozent: "Damit bin ich sehr zufrieden, denn es handelt sich hier um ein Wachstum auf hohem Niveau. Dieses Feedback bekomme ich auch von nahezu allen Leistungsträgern, wie Hotels, Gastronomie, Bergbahnen und Handel."

Donabauer sieht in einem schneereichen Winter wie dem vergangenen nicht unbedingt Vorteile für große Sportregionen: "In solchen Wintern haben auch die kleinen Destinationen genügend Schnee, weshalb die Urlauber aus diesen Gebieten dann aufgrund der kürzeren Anreise diese oft vorziehen. Wenn ein Niederösterreicher auch auf dem Semmering Skifahren kann, ist er nicht unbedingt auf Sölden, St. Anton oder Schladming angewiesen."

Vermehrt Gäste aus dem Osten

Nichtsdestotrotz ist die steirische Skimetropole noch immer die erste Adresse für Gäste jenseits von Salzburg und Oberösterreich. Donabauer: "Schladming-Rohrmoos ist das östlichste Skigebiet Österreichs, dementsprechend viele Gäste kommen auch aus Wien, Niederösterreich oder dem Burgenland zu uns. Heuer verzeichneten wir immerhin rund 36 Prozent inländische Urlauber."

An zweiter Stelle folgt dann Deutschland (25 Prozent), Großbritannien (9 Prozent) sowie Ungarn und Tschechien (jeweils 4 bis 5 Prozent). Generell sieht Donabauer bei den Touristen aus den ehemaligen Oststaaten eine steigende Tendenz.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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