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Tourismusmagnet Advent am Wolfgangsee

18.12.2019

Der Wolfgangsee Advent hat sich zu einem Tourismusmagneten entwickelt. Gründe für den Erfolg sind eine klare Positionierung und kompromisslose Qualitätsstandards

Man muss es gesehen haben, um es zu glauben. Nein, nicht das Christkind in der Krippe, das war Anfang Dezember natürlich noch nicht da, sondern die vielen Menschen, die sich an einem teilweise arg verregneten Wochenende durch St. Wolfgang bewegten. Oder Schlange standen, um mit dem Schiff über den See nach St. Gilgen oder Strobl zu fahren. Und dafür bezahlten.
Alles nur wegen des Wolfgangseer Advents. Was vor 17 Jahren begann, hat sich zu einem Publikumsmagneten entwickelt, der fast schon wetterunabhängig funktioniert. Die Hotels rund um den See sind an jedem Adventwochenende so gut wie ausgebucht. Auch unter der Woche kommen die Leute. Zu einer Zeit, wo früher absolut nichts los war. Man braucht nur zum Beispiel nach Bad Goisern zu fahren: Da ist zeitgleich absolut nichts los.

Überregional attraktiv

Sie kommen von nah und fern, man hört Englisch, Französisch, Ungarisch oder Tschechisch. Adventmärkte sind beliebt. Nicht nur in St. Wolfgang, aber dort war man Pionier. 
Von Anfang an dabei war Hans Wieser, der Tourismuschef von St. Wolfgang und für seine Arbeit kürzlich mit dem Salzburger Verdienstzeichen geehrt. „Unsere Idee war von Anfang an: Qualität, Regionalität, Authentizität. Kein Weihnachtsmann, kein Rummel, kein Ramsch“, sagt Wieser. Und das wird bis heute penibel kontrolliert. Bier darf nur in Flaschen ausgeschenkt werden. Punsch und Glühwein schmecken richtig gut. Eine Punschhüttenschwemme hat man bewusst vermieden. Bierstände gibt es gar nicht. Der Besucher soll eine liebevoll und möglichst ungekünstelt dekorierte „Adventwelt“ mit viel Tradition und Kunsthandwerk betreten. 
Mit der Kulisse des Sees, der Berge und der typischen Salzkammergut-Architektur ein unvergessliches (und sehr fotogenes ­Instagram-)Erlebnis.

Weihnachtsmannverbot

Träger des Wolfgangseer Advents waren und sind Unternehmer aus St. Wolfgang (später auch aus Strobl und St. Gilgen), die das Marktrecht innehaben. Wer hier einen Stand haben will, muss sich bewerben. „Das Produkt muss zu uns passen“, sagt Wieser, der für die Vermarktung zuständig ist. Seine beste Idee war wohl das Weihnachtsmannverbot. „Das passt nicht zur Tradition des Salzkammergutes“, sagt er. „Wir setzen auf Engerl als Helfer des Christkinds.“ Damit erregte er über die Landesgrenzen hinaus Aufmerksamkeit: „No Ho-Ho-Ho at Wolfgangsee“, titelte eine US-­Zeitung. In Strobl errichtete ein renitenter Gastronom aus Trotz einen vier Meter hohen Weihnachtsmann. Das sorgte für regionale Schlagzeilen. RTL meldete sich und wollte filmen, wie man den Weihnachtsmann am Wolfgangsee abführt … 
Das hat den Wolfgangseer Advent berühmt gemacht. Nebenbei wurde er auch immer wieder zum schönsten Adventmarkt Österreichs gewählt. Recht schnell machten auch die Gemeinden Strobl und St. Gilgen mit, Besucher können mit dem Schiff die Märkte besuchen. Mit der schwimmenden Laterne aus Holz, 19 Meter hoch, kreierte man ein weithin sichtbares Wahrzeichen. Man lässt lebensgroße Krippenfiguren aus Holz schnitzen, die jährlich ergänzt werden. 
2014 wurde der Advent im Rahmen der „Leuchtturmstrategie“ des Landes Oberösterreich ausgezeichnet, weil er „aus dem Meer an Adventmärkten durch seine kompromisslose Positionierung“ herausragte. Die Öffnungszeiten wurden laufend erweitert: In St. Wolfgang führte man die vieldiskutierte Sieben-Tage-Woche ein – mit Erfolg. Man kreierte ein attraktives Rahmenprogramm. Besonders beliebt: „Wenn’s dumpa wird im Dorf“. Mittwochs schaltet man das elektrische Licht im Zentrum von St. Wolfgang aus, die gesamte Marktzone wird dann nur mit Kerzen, Fackeln und Wärmefeuern erleuchtet.
In Strobl schmelzt eine Hotelière Raclette-Käse auf Brotscheiben und verkauft das an hungrige Besucher. Ihr Mann muss im Hotel bleiben. „Wir sind ausgebucht“, sagt sie. Den Käsebrotstand betreibt sie nicht aus Geschäftsinteresse, sondern weil sie den Besuchern und Gästen etwas bieten möchte. So denken viele rund um den Wolfgangsee. „Alle helfen zusammen“, sagt Hans Wieser. Auch das hat zum Erfolg beigetragen.

Autor/in:
Thomas Askan Vierich
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