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Touristikbranche legt weiter zu

14.03.2013
ITB

Die ITB in Berlin zeigt deutliche Wachstumsimpulse. Auch für die Österreich Werbung ist die weltweit größte Tourismusmesse ein Fixpunkt im österreichischen Tourismusjahr

Geballte Österreich-Power auf der ITB: Bundesspartenobmann Hans Schenner, ÖW-Geschäftsführerin Petra
Medienfrühstück der SalzburgerLand Tourismus im Restaurant „Zur Nussbaumerin“ mit Geschäftsführer Leo Bauernberger (2. v. r.)

Mit der 47. ITB wurde in Berlin wieder das nächste Reisejahr eingeläutet. Insgesamt 10.086 Aussteller aus 188 Ländern zeigten auf einer vollbelegten Ausstellungsfläche von 160.000 Quadratmetern die unglaubliche Vielfalt der Tourismusbranche, die trotz ihrer Größe zu den wichtigsten Wachstumsmärkten gehört. Neben den internationalen Einkäufern und Fachbesuchern unterstrichen mehr als 100 Tourismusminister und Staatssekretäre aus aller Welt die Wirtschaftsmacht der globalen Reiseindustrie. Dieses Jahr gab sich sogar die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel die Ehre, um zum ersten Mal höchstpersönlich den wichtigsten Marktplatz der Touristik zu eröffnen. Österreich war wie immer in Halle 17 mit einem Gemeinschaftsstand der Österreich Werbung vertreten. Insgesamt 73 Partner aus allen neun Bundesländern präsentierten „Urlaub in Österreich" in seinen schönsten Facetten. Deutschland ist nach wie vor und mit großem Abstand der wichtigste ausländische Herkunftsmarkt für Österreich. Seit dem Winter 2010 wächst der Zustrom der deutschen Gäste kontinuierlich.

Keine „g´mahte Wiesen"

Alleine im vergangenen Jahr waren es 11,4 Millionen Nächtigungen, was gegenüber 2011 einer Steigerung von 4,7 Prozent entspricht. Tourismusminister Reinhold Mitterlehner, der ebenfalls auf Kurzbesuch in Berlin war, sieht darin die Bestätigung, dass nicht am Urlaub und auch nicht im Urlaub gespart wird sowie die „Rückkehr des deutschen Gastes" feststellbar ist. Trotz dieses erfreulichen Aufwärtstrends ist für ÖW-Geschäftsführerin Petra Stolba der deutsche Markt aber keine „g´mahte Wiesen": „Wir müssen ständig am Ball bleiben, um unsere gute Position im immer stärkeren Wettbewerb zu halten und noch weiter auszubauen." Für die Österreich Werbung ist daher die ITB ein Fixpunkt im österreichischen Tourismusjahr und hat für die Positionierung am deutschen Markt eine klare Strategie mit drei Handlungsfeldern ausgearbeitet.

Zum einen liegt der Fokus auf dem Haupturlaub im Sommer mit besonderem Augenmerk auf Familien, der mit der Sommerkampagne „Sommerglücksmomente“ beworben wird. Darüber hinaus möchte man die Stärken im Kurzreisesegment nutzen. Mit der Kampagne „Kurz mal Österreich“ wird der Schwerpunkt auf Stadt und Kultur gelegt, wobei konkrete Angebote zu einem Zweit- und Dritturlaub einladen sollen. Im Winter setzt man dagegen auf die breitenwirksame Winterkampagne „Ein Winter voller Lebensfreude“, mit der ganz gezielt auch neue Zielgruppen wie etwa Ski-Wiedereinsteiger und Nichtskifahrer angesprochen werden. Aber auch die anderen Märkte entwickeln sich gut, insbesondere Asien, wo zweistellige Zuwachsraten verzeichnet wurden. In der Bewerbung liegt der heurige Kulturschwerpunkt auf dem Thema „Architektur und Identität“, da bereits für ein Drittel der Gäste das Orts- bzw. Stadtbild, also die Architektur, das Entscheidungskriterium für eine Region als Urlaubsziel ist.

Authentische Gastlichkeit
Sind die Gäste dann einmal da, kann Österreich, davon ist Bundesspartenobmann Hans Schenner überzeugt, vor allem mit authentischer Gastlichkeit, Gemütlichkeit und persönlichem Einsatz punkten. In wirtschaftlichen Belangen streute Schenner aber Rosen für Deutschland, wo es auf Logis nur einen Steuersatz von sieben Prozent gibt: „Da sollten wir schauen, ob die das nicht ein bissl besser machen.“ Und er sprach sich gleichzeitig vehement gegen eine Anhebung des Mehrwertsteuersatzes von zehn auf zwanzig Prozent bei Dienstleistungen in der Beherbergung, auf Speisen, bei der Personenbeförderung und bei Kulturveranstaltungen aus, wie es die Industriellenvereinigung kürzlich wieder andiskutierte. „Eine Anhebung des Steuersatzes hätte ganz klar negative Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit Österreichs als Tourismusstandort“, appellierte der Tourismussprecher an die Vernunft heimischer Politiker.

Einer der Hauptpartner der Österreich Werbung am Österreich-Stand war das Salzburger Land, das nach eigenen Angaben den Sommer nach Berlin brachte – zumindest in der Halle. Unter dem Motto „Dein Logenplatz“ wurden die ITB-Besucher eingeladen, eine Auszeit vom hektischen Messegeschehen zu nehmen. Dafür standen authentische Almsommerbänke, duftende Almkräuter und Kurzfilme aus Salzburgs Urlaubsregionen bereit. Perfekt abgestimmt auf die Außentemperaturen war dagegen die Kampagne „Bergwinter Tirol“, die Tirol als facettenreiche Winterdestination und damit als Wintersportland Nummer eins der Alpen präsentierte. Großer Auftritt aber auch für den WienTourismus. Gemeinsam mit vielen Partnern wurde über Sehenswürdigkeiten informiert, die es nicht zu verpassen gilt, allen voran natürlich die neu eröffnete Schatzkammer im Kunsthistorischen Museum. Besonderen Zuspruch hatte aber das überdimensionale rote Telefon, wo unter dem Motto „Vienna Calling“ via Live-Schaltung aktuelle Informationen über Wien eingeholt werden konnten.

Eigenes „Vienna Gay Cafe“
Sehr präsent war Wien aber auch heuer wieder mit dem „Vienna Gay Cafe“ im Gay & Lesbian Travel Pavillion. Der Bereich Gay & Lesbian Travel ist mittlerweile als wachstumstarkes Segment in der gesamten internationalen Reiseindustrie anerkannt. Bereits 2003 präsentierten sich spezialisierte Reiseprodukte auf der ITB, und schon zum vierten Mal zeigten internationale Anbieter auf dem eigens gestalteten Gemeinschaftsstand „Pink Pavilon“ die Fülle an Urlaubsmöglichkeiten. Für Wiens Tourismusdirektor Norbert Kettner ist das Thema ganz klar in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Mit einer neuen Marketingstrategie möchte der WienTourismus daher die Marke Wien noch mehr als exklusives Topreiseziel für Schwule und Lesben positionieren. Immerhin steht Wien bei den Schwulen und Lesben hoch im Kurs. Im Rahmen einer Umfrage innerhalb der Community zeigte sich, dass 91,5 Prozent Wien eine besondere Attraktivität attestieren. Im Wesentlichen suchen Schwule und Lesben vor allem Gleichberechtigung und Toleranz bei ihren Gastgebern, was sie in Wien auch finden.

Social Media legt weiter zu
In Europa insgesamt legten die Reisen laut IPK International 2012 gegenüber 2011 weiter zu, wobei das Reisevolumen noch immer knapp unter dem hohen Niveau von 2008 zurückliegt. Am häufigsten gebucht wurde von den Europäern ein Strandurlaub, das stärkste Wachstum gab es mit plus 13 Prozent aber bei den Städtereisen. Starke Rückgänge (–12 %) verzeichneten hingegen die Rundreisen. Obwohl die Weltwirtschaft eher in Richtung Rezession steuert, erwartet IPK für 2013 trotzdem ein weltweites Wachstum von drei Prozent. Für Europa, das sich auch weiterhin in einer Phase der Konsolidierung befindet, wird aber eine mäßige Zuwachsrate von zwei Prozent angenommen. Weitere Relevanz wird das Thema Social Media gewinnen. Fast jeder zweite europäische Auslandsreisende ist Teil der Social-Media-Community, wobei 14 Prozent davon Social Media als Informationsquelle für die Reiseplanung und Reisebuchung nutzen.

Alice Rienesl

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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