Direkt zum Inhalt

Traditionell trifft auf modern

28.05.2008

In Vorarlberg und hier vor allem im Bregenzerwald gelingt es sowohl der Gastronomie als auch der Hotellerie sehr gut architektonische Symbiosen zu erzielen.

Im Bregenzerwald steht modern oft unmittelbar neben traditionell

Die Kunst der Vorarlberger Architektur ist es, trotz Einfachheit nicht simpel zu wirken“, sagt der bekannte Vorarlberger Architekt Hermann Kaufmann. In Sachen zeitgenössischer Architektur ist Vorarlberg das Vorreiterland in Österreich und weckt europaweit Aufmerksamkeit.

Gut gebaut
Vorarlberg hat sich in den achziger und neunziger Jahren zu einer Region moderner Architektur mit Ausstrahlung weit über die Grenzen des Landes hinaus entwickelt. Die Initiative ging von einer Gruppe innovativer Architekten aus. Ihre ästhetischen, auf der Vorarlberger Bautradition basierenden und vor allem leistbaren Konzepte fanden und finden Gefallen.
Mittlerweile hat sich eine Art Baucluster gebildet: Nicht nur Architekten, auch Handwerker entwickeln Neues und Außergewöhnliches und arbeiten überdies auch noch sehr gut zusammen. Stilistisch verbindet das Konzept der neuen Vorarlberger Architektur und Handwerkskunst Tradition mit Moderne. Schlichtheit und ökonomische Funktionalität, sie äußert sich zum Beispiel im niedrigen Energieverbrauch, stehen im Vordergrund. Bei den Baumaterialien dominieren Glas, Stahl, Beton und der traditionelle Rohstoff Holz, vorzugsweise aus heimischen Wäldern, beim richtigen Mond geschlagen, gelagert und verarbeitet.

Keine „Lederhosen-Architektur“
Wer heute durch Vorarlberg reist, sieht wesentlich weniger „Lederhosen-Architektur“ als anderswo. Die neuen Wohnhäuser, Kommunalbauten, Hotels und Restaurants passen sich der umgebenden Natur an. „In Vorarlberg bauen weit über die Hälfte aller Bauherren mit Architekten. Das hat hier auch schon seine Tradition, da schon im Mittelalter Vorarlberger Architekten weit über die Landesgrenzen hinaus einen guten Ruf hatten“, weiß Christina Fussenegger vom Vorarlberg Tourismus.
Die klaren Linien, schnörkellose Fassaden und qualitative Materialien wirken für sich. Das Holz, wie es seit Jahrhunderten hier in der Gegend verwendet wird, bleibt oftmals unbehandelt, damit es atmen kann. Den Balkonen fehlt jede alpine Schwere, sie sind gut platzierte Akzente an den Fassaden.

Architektur & Tourismus
Gelungene und gut integrierte Architektur gibt es in allen Bundesländern. Vorarlberg ist jedoch zunächst das erste Bundesland, das mit moderner Architektur gezielt Gäste anspricht. Zahlreiche Tourenvorschläge zu zeitgenössischen Bauten in ganz Vorarlberg hat das Vorarl­berger Architekturinstitut vai zusammengestellt (www.architour.at/vai).

Vorarlberger Architekturbeispiele
Das Kunsthaus Hittisau ist ein gelungener moderner Mehrzweckbau, in dem sowohl die Feuerwehr, ein Frauenmuseum und die örtliche Musikkapelle ihre Heimat gefunden haben. Es befindet sich im Ortskern und fügt sich trotz seiner Modernität sehr gut ins ländlich, traditionelle Ensemble ein.
Nicht weit davon entfernt steht der traditionsreiche Gasthof-Hotel Krone, der erst kürzlich einen straken Umbau erfahren hat. Es wurde zu-, aus- und umgebaut und das alles mit sehr viel architektonische Fingerspitzengefühl. Das zeigt sich schon in der Auswahl der Professionisten, die allesamt aus dem Bregenzerwald stammten und ein Musterbeispiel an Zusammenarbeit boten.

Im idyllischen Angelika-Kaufmann-Ort Schwarzenberg wurde sowohl ein kleines Museum modern in ein altes Bauernhaus eingefügt als auch der bis zu 600 Personen fassende Angelika-Kaufmann-Saal, der die alljährlich stattfindende Schubertiade beheimatet, verwirklicht. Beide Objekte kennzeichnen sich durch sehr viel Holz und fügen sich wunderbar ins Ortsbild ein. Das neue Festspielhaus in Bregenz besticht durch seine klare, moderne Formensprache und seine Funktionalität. Es wurden hier zwei versetzte Spangen übereinander- und mit dem alten Bau zusammengelegt, wobei ein großes Augenmerk auf die Harmonie mit See und Bühne gelegt wurde.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
Werbung

Weiterführende Themen

Gastronomie
25.02.2019

Der Steegwirt in Bad Goisern am Hallstätter See präsentiert sich nach halbjähriger Generalüberholung als Augenweide.

Der Hohenemser Gastronom Andrew Nussbaumer
Gastronomie
03.10.2018

Absurde Folge der aktuellen Gesetzeslage: Der Hohenemser Gastronom Andrew Nussbaumer, auch Obmann der Vorarlberger Fachgruppe Gastronomie, sieht sich aus wirtschaftlichen Gründen gezwungen, seine ...

Manfred Hayböck, GF Transgourmet Österreich (li), Manuel Gohm (Standortgeschäftsleiter Schwarzach, Mitte), Thomas Panholzer.
Gastronomie
17.05.2018

Premiere: Der Gastronomie-Großhändler eröffnet seinen ersten Standort in Vorarlberg. 22 Millionen Euro wurden investiert und 120 neue Arbeitsplätze geschaffen. 

Mike P. Pansi will den Verband modernisieren und setzt dabei auf Digitalisierung.
Gastronomie
11.05.2018

Der 39-jährige Vorarlberger ist der jüngste Präsident der Berufsvereinigung seit der Gründung im Jahr 1902.

Jazz auf der Alm
Tourismus
27.03.2018

Tolle Idee zur Saisonverlängerung: Im April wird der Arlberg wieder zum szenigen Old-School-Tanzcafé, um die gute alte Tradition des "Fünf-Uhr-Tees" im modernen Outfit aufleben zu lassen.

Werbung