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Trendwende zu umweltverträglicherem Tourismus erreichen

03.02.2006

Die Prognosen über die Verkehrsentwicklung in den
EU-Mitgliedstaaten gehen von einer Stagnation bis zu weiteren
Rückgängen bei umweltfreundlichen Verkehrsmitteln wie Bahn und Bus
aus. Zunahmen werden im Pkw- und Flugverkehr prognostiziert. Allein
die in Urlaub und Freizeit gefahrenen Kilometer werden sich ausgehend
vom Jahr 1998 bis zum Jahr 2010 beinahe verdoppeln. Dabei droht sich
das Verhältnis zwischen Autoverkehr und Öffentlichem Verkehr noch
weiter zu Lasten umweltfreundlicher Verkehrsmittel wie Bahn und Bus
zu verschieben. Wir müssen dieser Entwicklung aktiv gegensteuern und
eine Trendwende zu umweltverträglicherem Tourismus erreichen. Dies
erklärte Umweltminister Pröll anlässlich der heutigen Pressekonferenz
"Umweltfreundlich Reisen in Europa".

Um eine Trendwende einzuleiten und Reisen nachhaltiger zu
gestalten setzt sich Österreich für die Umsetzung folgender Maßnahmen
ein. Umweltminister Josef Pröll: "Die Verschärfung der
Abgasgrenzwerte für Pkw und die Forcierung der Biokraftstoffe sind
zwei zentrale Kernpunkte der österreichischen EU-Präsidentschaft.
Weiters die Förderung von Bahn und Bus als umweltfreundliche
Alternativen für die Tourismusmobilität sowie die Förderung
emissionsfreier Fahrzeugtechnologien, sauberer Kraftstoffe und
erneuerbarer Energien. Darüber hinaus ist es wichtig, politische
Maßnahmen zu setzen, so dass die Kyoto-Ziele auch auf den
internationalen Flugverkehr anwendbar werden."

Synergien für Umwelt, Tourismus und Verkehr sind möglich

Das Lebensministerium koordiniert vier große transnationale
Modellprojekte und will in der Praxis zeigen, dass Umwelt, Verkehr
und Tourismus erfolgreiche Partner sein können. Bereits jetzt lassen
sich Synergien zwischen ökonomisch sinnvollem Vorgehen und
ökologischem Verhalten aufzeigen:

- Beim Projekt "Alps Mobility II - Alpine Pearls" arbeiten 15 Partner
aus Alpenregionen in Deutschland, Frankreich, Italien, Österreich
und der Schweiz unter Führung des Lebensministeriums mit dem
Wirtschafts- und Verkehrsressort zusammen. In diesem Netzwerk "Perlen
der Alpen" demonstrieren 17 innovative Tourismusorte, wie sich
touristische Attraktionen mit den Vorteilen umweltfreundlichen,
sanften Reisens verbinden lassen.

- Ein weiteres Projekt ist "Alpine Awareness", das einen Schwerpunkt
auf die Bewusstseinsbildung bei Gästen und der Bevölkerung setzt;
insbesondere bei jungen Menschen, aber auch bei Beschäftigten in
Verkehr und Tourismus.

- Beim Projekt "MOBILALP" stehen die Entwicklung und Vernetzung von
intelligenten Mobilitätsdienstleistungen zwischen den Regionen und
den Ballungsräumen im Vordergrund.

- Das Programm "Nachhaltig umweltfreundlicher Verkehr und Tourismus
in sensiblen Gebieten, Region Neusiedlersee/Fertö-Tó" verbindet, etwa
durch die "See Card", umweltfreundliche Verkehrsverbindungen mit
touristischen Highlights.

Best Practice Werfenweng

Dass umweltfreundliches Reisen ein attraktives Ziel und keinen
Gegensatz zwischen Ökologie und Ökonomie darstellt, zeigt sich an
einem besonderen Qualitätsprodukt des österreichischen
"Modellvorhabens Sanfte Mobilität - Autofreier Tourismus" in
Werfenweng. Die Gemeinde verzeichnete im Rahmen von "Perlen der
Alpen" seit dem Beginn des Programms vor acht Jahren in den
Wintersaisonen ein Nächtigungsplus von 56%, der Durchschnitt lag in
Salzburg bei +22%. In Sommersaisonen haben sich die Nächtigungszahlen
mit +10% im Vergleich zum Durchschnittswert in Salzburg sogar
verdreifacht. Die Betriebe mit dem Urlaubspackage "Urlaub vom Auto"
hatten ein noch viel höheres Nächtigungswachstum zu verzeichnen: und
zwar +109% in den Wintersaisonen 1996/1997 bis 2004/05 und + 60% in
den Sommersaisonen 1997 bis 2004.

Ziele der Konferenz

Pröll: "Mit dieser Konferenz soll im Rahmen der
EU-Ratspräsidentschaft und des österreichischen Vorsitzes der
Alpenkonvention ein Signal in Richtung umweltfreundlicheres
Reiseverhalten und umweltweltfreundlichere Reiseangebote gegeben
werden. Aber auch die Stakeholder aus dem Verkehrs- und
Tourismusbereich sind gefordert, einen Beitrag zu Erreichung
umweltpolitischer Ziele und Verpflichtungen zu leisten und ihre
Verantwortung im Sinne der Nachhaltigkeit wahrzunehmen."

Die Konferenz soll insbesondere die Sensibilität dafür heben, dass
hohe Umweltqualität ein hohes Kapital für den Tourismus darstellt.
Intakte Umwelt - saubere Luft, schöne Landschaft, attraktive Städte -
ist ein zentrales Urlaubskriterium für Touristen und daher auch
ökonomisch von Interesse. Um die erbrachten Leistungen zu honorieren,
erfolgt die Vergabe von Preisen für die erfolgreichsten Teilnehmer
der vom Lebensministerium durchgeführten Projekte.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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