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Tricolore mit knallrotem Schwerpunkt

21.02.2008

In der Steiermark immer mehr tolle Rotweine. Die Domäne Müller leistet dabei seit Jahren bewundernswerte Pionier-Arbeit.

Wenn der Vater mit dem Sohne: Günter und Yves-Michel Müller

Im neuen Guide „Österreichs beste Rotweine“ konnten sich mehrere Rotweine der Domäne Müller an der absoluten Spitze platzieren: Ein guter Grund, das Weingut mit ansehnlichen Flächen in der West- und der Südsteiermark einmal zu besuchen. Aus einem Handelsbetrieb entstanden, konnte Günter Müller 1977, kurz nach seinem Eintritt in das elterliche Unternehmen die ersten eigenen Weingärten erwerben. Knapp 10 Hektar umfasste das ehemalige Prinz Liechtenstein´sche Weingut in der Ried Burgegg von Deutschlandsberg.
„Ich war von den damaligen Traubenqualitäten frustriert“, erklärt der charismatische Diplomkaufmann von den ersten Schritten zum eigenen Wein.
Er hat die Ausbildung zum Önologen (in Bordeaux ein Lehrberuf) absolviert und in jungen Jahren auf Chateau Mouton Rothschild praktiziert. Eine große Frankophilie – die gehisste Trikolore vor dem Weingut ist ihr sichtbares Zeichen – und beste Kontakte in das Mutterland der Weinkultur sind bis heute geblieben. Sie wirken sich nachhaltig auf die Weine aus.
Rot und Weiß in Bestform
Als Beispiel für aktuelle Weine aus der Steiermark haben wir das Sortiment der Domäne Müller verkostet. Jahrgang 2007: Während andere Weinbaugebiete vor allem an den üppigen Niederschlägen Anfang September durchaus zu leiden hatten (an manchen Stellen bis zu 150 mm in drei Tagen), blieben in der Steiermark diese Regenfälle wenig heftig, der Herbst verlief geradezu idealtypisch, sodass fast überall vollreife, gesunde Trauben gelesen wurden. Was die älteren Jahrgänge betrifft, ist die weitblickende und kapitalbindende Philosophie des Hauses besonders bemerkens- und lobenswert: Wo sonst stehen so viele große, gereifte Weine im Verkauf und präsentieren sich trotz teilweise höheren Alters immer noch frisch und jugendlich? Günter Müller hat es in seiner konsequenten Art geschafft, die Stärken seiner steirischen Lagen mit dem Know-how aus den renommiertesten Weingütern Frankreichs zu verbinden: beste Voraussetzungen für „steirische“ Weißweine und „bordelaiser“ Rotweine gleichermaßen, also.
Verkostungsnotizen:
Welschriesling Burgegg 07:
frische Apfelfrucht, knackig und typisch, Limette im Nachklang.
Welschriesling Untere Ranzried 07: Duft nach roten Beeren, cremig, rote Apfel- und Pfirsichfrucht, dicht und anspruchsvoll.
Schilcher „Seelenfreund“ 07: feinfruchtige Himbeere und Weichsel; gute Frische-Reife-Balance, kräuterige Würze, mineralischer Abgang.
Grauburgunder Burgegg 07:
Bananen und Lychees, saftig, dicht und lang.
Weißburgunder 2007: reife gelbe Äpfel, schöne Harmonie, angenehmer Trinkfluss, perfekter Speisenbegleiter.
Weißburgunder Untere Ranzried 2007: gelbe Äpfel, jedoch dichter und voluminöser, cremig und lang.
Muskateller Zieregg 07 (15 % Sauvignon blanc, der Weingarten wurde 1943 gepflanzt): hochreife, traubige Nase, anspruchsvoll und mineralisch, trotz Fülle leichtfüßig.
Sauvignon blanc Untere Ranzried 07: reife Holunderfrucht, Stachelbeeren, Kaffeenoten; am Gaumen, dicht und lang.
Zweigelt Burgegg 2005 (Die Reben wurde 1934 von Friedrich Zweigelt angelegt – es ist der älteste Zweigelt-Weingarten Österreichs): tiefe, saftige Kirschfrucht, würzig und rassig, dicht und pfeffrig.
Zweigelt 2005 (15 % Cabernet franc): Himbeer- und Weichselfrucht, feine Holzwürze, cremige Art, sehr fein und lang. Merlot 1990 (10 % Cabernet franc): charaktervoll und streng in der Nase, dichte, dunkelbeerige Frucht, gute Frische, zart nach Lakritz und Zedernholz, klassisch, mächtig und lang.
Walter Tucek

www.domaene-mueller.at

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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