Direkt zum Inhalt

Trinkgeldbesteuerung: Alles anders

03.02.2005

Zunächst hatte Finanzstaatssekretär Alfred Finz ein Pauschalbesteuerungsmodell für Trinkgelder angekündigt, das nicht nur Kellner einbeziehen soll, sondern auch alle anderen Trinkgeldberufe wie Taxifahrer und Friseure. Ein konkreter Vorschlag sollte bis Mitte Februar vorliegen.

Die Pauschalbesteuerung sollte laut Finz Einnahmen in zweistelliger Millionenhöhe bringen. Angedacht war außerdem, bei dieser Gelegenheit die derzeit schon existierenden, aber von Bundesland zu Bundesland unterschiedlichen Trinkgeld-Pauschalen in der Sozialversicherung zu vereinheitlichen.
Das Gesetz dahinter ist alt und stammt aus den fünfziger Jahren. Trinkgelder müssen in Österreich derzeit im Zuge der Arbeitnehmerveranlagung vom Arbeitnehmer selbst versteuert werden, wobei eine Freigrenze von 730 Euro pro Jahr gilt. In der Praxis wird die Steuerpflicht aber kaum beachtet, da Trinkgelder schwer belegbar sind. Die Versteuerung von Trinkgeldern „gibt es de facto nicht“, sagt Finz.
Die Reaktionen auf Finz´s Vorstoß ließen nicht lange warten. Es hagelte Kritik von allen Seiten. Oppositionsparteien und Regierungspartner, Gewerkschaft und Wirtschaftskammer forderten, von dieser Pauschalsteuer Abstand zu nehmen.
Und siehe da, tatsächlich war plötzlich über Nacht alles anders. Finanzminister Karlheinz Grasser meldete sich zu Wort und kündigte an, dass die Trinkgeldbesteuerung überhaupt fallen und das Gesetz dazu beseitigt werden soll. Grasser meinte gegenüber dem Ö1-Morgenjournal, es gehe ihm um die Steuergerechtigkeit, die nach dem aktuellen Stand absolut nicht gegeben sei, da praktisch nur per Kreditkarte gegebenes Trinkgeld von der Steuer erfasst werde, bar bezahltes aber nicht. Und schließlich, so seine Erkenntnis, sei der beste Leistungsanreiz für die Mitarbeiter, wenn das Trinkgeld grundsätzlich steuerfrei sei.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
Werbung

Weiterführende Themen

Lokal, sauber und fair produzierte Zutaten vereinen sich in Slow Food zu hochwertigen Speisen.
22.07.2021

Ein Paukenschlag für das gute Leben: Am 25. Juli 2021 wird Retz als erste Gemeinde Niederösterreichs zum “Slow Food Village”.

Der gebürtige Deutsche Henning Reichel ist seit vielen Jahren in leitender Position für österreichische Spitzenhotels verantwortlich.
Hotellerie
22.07.2021

Henning Reichel (49) ist neuer Direktor im Hotel Erika in Kitzbühel. Das traditionsreiche Jugendstilhotel gehört seit 2018 zu arcona und wurde 2020/21 komplett umgebaut.

Mitte Juli hat mit dem Aiden by Best Western @ Stadtgut Hotel Steyr das erste Hotel der neuen Lifestyle-Marke der BWH Hotel Group im Land eröffnet.
Hotellerie
21.07.2021

Mitte Juli ist mit dem Aiden by Best Western @ Stadtgut Hotel Steyr das erste Hotel der Lifestyle-Marke der BWH Hotel Group in Österreich eröffnet worden.

Szene
13.07.2021

Der erfolgreiche Messeveranstalter verstarb nach längerer Krankheit an einem Krebsleiden. Die österreichische Messeszene verliert damit eine Persönlichkeit, die mit visionärem Denken und Handeln ...

Die Gewinner des diesjährigen Wein Awards. Wir gratulieren!
Gastronomie
09.07.2021

Die 15. Ausgabe des Wine Award musste auch heuer wieder ohne den Weinfrühling auskommen. Wir präsentieren die Sieger aus allen Kategorien.

Werbung