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Trockenheit trifft Gastronomie kaum

27.11.2003

Weder bei Obst noch Gemüse sind nennenswerte Preissteigerungen zu erwarten - nur Pilze sind teurer.

Österreichs Bauern sehen sich aufgrund der lang anhaltenden Dürre mit Ernteschäden in Milliardenhöhe konfrontiert. Auch der Regen der vergangenen Tage konnte nur punktuell helfen.
Vor allem im Osten und Südosten des Landes sind die Einbußen dramatisch, vor allem bei Getreide, Erbsen und Raps werden Ernteeinbußen von bis zu 70 Prozent gemeldet. Aber auch im Bereich der Futtermittel gibt es starke Ausfälle. Die Frage ist daher, wieweit sich diese Ausfälle auf die Preisentwicklung bei den betroffenen Produkten in nächster Zeit aus- wirken werden.
Im Obstbau hält sich der Schaden laut Herbert Gartner von der Versuchsanstalt St. Andrä/ Lavanttal derzeit noch in Grenzen. „Wir leiden weniger unter der Trockenheit als unter den Insekten, die aufgrund der hohen Temperaturen verstärkt auftreten“, sagte Gartner. Noch nicht vorhersagen könne man aber die Apfelernte. Sollte die Hitze anhalten, wäre eine Preissteigerung die logische Folge. Vor allem die Schwammerl seien teurer geworden. Demgegenüber gibt Martin Schildböck von der Niederösterreichischen Landwirtschaftskammer Entwarnung: „Obst und Gemüse sind bei uns kaum betroffen, auch der leichte Preisanstieg bei Kartoffeln gegenüber dem Vorjahr ist eher auf den viel zu niedrigen Preis letzten Jahres zurückzuführen. Preissteigerungen wird es allerdings beim Getriede geben. Dafür wird Rindfleisch sogar günstiger werden. Grund dafür sind zahlreiche Notschlachtungen, ausgelöst durch die Futtermittelknappheit.”
Auch beim C&C-Markt Metro gibt man sich auf ÖGZ-Anfrage gelassen. Bei Mehl seien Steigerungen bis etwa fünf Prozent denkbar, bei Obst und Gemüse allerdings könne man durch eine gute Logistik jederzeit auf alternative Lieferantenländer zurückgreifen, sollte es in Österreich tatsächlich zu höheren Preisen kommen.

Auch bei der Braugerste dürften die notwendigen Bestände wieder zur Verfügung stehen. Und Veronika Fiereder, Unternehmenssprecherin der Brau Union Österreich, will zwar Verteuerungen beim Bier, hervorgerufen durch teurere Rohstoffe, nicht ganz ausschließen, allerdings bereite ihr diesbezüglich das kommende Road-Pricing mehr Kopfzerbrechen.

Der Preis ist heiß
Wegen der anhaltenden Sommer-Hitze werden allerdings möglicherweise Nudeln bald teurer. Die europaweite Dürre verknappe die EU-Hartweizen-Ernte als wichtigsten Rohstoff für Nudeln und mache damit einen Preisanstieg bei Nudeln „unvermeidbar“, erklärte der Verband der Teigwarenhersteller und Hartweizenmühlen Deutschlands in Bonn. Zudem sei der Hartweizen zum Teil „erheblich geschädigt“, sodass er nur bedingt zur Produktion von Grieß und Nudeln verwendbar sei.
Bei den Köchen sorgt hauptsächlich das karge Angebot bei Pilzen für Kopfzerbrechen. So fand Harald Riedl, Küchenchef im Barbaro’s, beim Lokalaugenschein am Wiener Naschmarkt keine Größenunterschiede zwischen Steinpilzen und Eierschwammerl. Sein Kollege Joachim Gratwohl, der vor kurzem die Nachfolge von Christian Petz im Meinl am Graben angetreten hat, sieht auch Probleme bei Waldbeeren: „Wirklich gute Ware ist deutlich teurer als im Vorjahr, wenn man sie überhaupt bekommt.” Insgesamt gesehen dürfte die Gastronomie von der Trockenheit aber nicht so schlimm betroffen sein wie mancherorts befürchtet.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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