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Umfassendes Maßnahmenpaket vorgelegt

15.05.2007

Gesundheits- und Jugendministerin Andrea Kdolsky setzt sich seit Beginn ihrer Amtszeit intensiv für die Alkoholprävention bei Kindern und Jugendlichen ein“, so ÖVP-Familiensprecherin Ridi Steibl. Es wurden bereits vielfältige Maßnahmen in Angriff genommen, um dem erschreckenden Trend bei Kindern und Jugendlichen – die immer früher zu Alkohol greifen – entgegenzuwirken.

Steibl betont, dass der übermäßige Alkoholkonsum bei Kindern und Jugendlichen nicht ausschließlich durch Verbote und Strafen in den Griff zu bekommen ist. Gesundheits- und Jugendministerin Kdolsky hat daher ein umfassendes Maßnahmenpaket vorgelegt.

„Gefordert ist vor allem konsequente Aufklärungsarbeit bei den jungen Mädchen und Burschen“, so Steibl. Weitere geplante Maßnahmen umfassen die Harmonisierung der Jugendschutzbestimmungen, die bundesweit einheitlich farblich gestaffelten Jugendausweise und das Einwirken auf Gastronomie und Handel, den Jugendschutz entsprechend umzusetzen.

Die Antwort der Gastronomie
„Jeder total alkoholisierte Jugendliche ist einer zu viel. Das Kampftrinken muss aufhören. Das sieht auch die Gastronomie so“, sagt heute VP-Tourismussprecher Gabriel Obernosterer. Kaum eine Woche vergeht, in der nicht vom Kampftrinken Jugendlicher in Österreich berichtet werde.
Einheitliches Gesetz und Ausweispflicht
Die Vereinheitlichung des Jugendschutzgesetzes in Österreich sei ein Gebot der Stunde. „Ebenso wie einheitliche Ausweise und die damit verbundene Ausweis-Pflicht. Die Gastronomie kann sich nur durch Kontrollen schützen. Dazu brauchen wir aber einheitliche Bedingungen“, weist Obernosterer hin. Die Vorreiter-Rolle nehme diesbezüglich Kärnten ein mit dem Vorstoß eines amtlichen Jugendausweises und mit seinem in Österreich strengsten Jugendschutzgesetz. „Harte alkoholische Getränke gibt es erst ab 18 und ein Ausbleiben bis nach Mitternacht ist bis 16 absolut tabu. Doch was nützt das beste Gesetz, wenn es Eltern egal ist, wo sich ihre Kinder in der Nacht herumtreiben? Man soll die Verantwortung nicht auf andere abschieben, aber den Eltern kommt eine zentrale Rolle bei der Bekämpfung des Alkoholmissbrauches zu“, ist Obernosterer überzeugt.

Alk-Verbot an öffentlichen Plätzen
Obernosterer trete auch dafür ein, dass an öffentlichen Orten überhaupt ein Alkohol-Verbot verhängt werde. „Die Erfahrung zeigt, dass diese Alkohol-Exzesse hauptsächlich im Freien, bei irgendwelchen Treffpunkten in Parks, stattfinden. Ein Alkoholverbot für Jugendliche unter 18 an öffentlichen Plätzen wäre dringend notwendig“, hält Obernosterer fest. Auch die vielen Feste und Events seien ständig von komplett betrunkenen Jugendlichen und die oft daraus resultierenden Randalierereien begleitet. Hier sei ebenso anzusetzen.

Härtere Strafen
„Wir müssen unsere Jugend schützen und das Problem darf nicht nur auf die Wirte abgewälzt werden“, so Obernosterer, der auch für härtere Strafen eintritt. Strafen bis zum Gewerbeentzug für die Wirte, Strafen für Vereine und Eltern und auch Strafen für die Jugendlichen selbst. „Ich denke dabei an Sozialarbeit, wenn beispielsweise ein Jugendlicher immer wieder betrunken aufgegriffen wird. Denn auch das dürfen wir nicht vergessen: Nicht alle Jugendlichen veranstalten in ihrer Freizeit ein geheimes Kampftrinken bis zu Bewusstlosigkeit“, sagt Obernosterer.

Wirte sind nicht die Sündenböcke
Auch die Wiener Tourismus- und Freizeitwirtschaft unterstützt die Vorhaben von Bundesministerin Andrea Kdolsky zur Prävention von Alkoholmissbrauch bei Kindern und Jugendlichen.
Allerdings können die Wiener Gastronomen nicht zur Verantwortung für Versäumnisse von Eltern, Schulen und der Gesellschaft gezogen werden. Der Grund, warum sich bereits Kinder und Jugendliche sinnlosen Alkoholexzessen hingeben, liegt nicht in der Gastronomie: „Die Ursachen dafür sind vielfältiger Natur“, meint KR Ing. Josef Bitzinger, Spartenobmann Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Wien. „Natürlich gibt es auch unter den Wirten vereinzelt schwarze Schafe, die ihrer Verantwortung nicht nachkommen. Aber die Wiener Gastronomiebetriebe können nicht als Sündenbock für Entwicklungen gerade stehen, die in der Gesellschaft zu suchen sind. Wir sind das letzte Glied einer langen Kette.“
Viele Jugendliche, manchmal sogar Kinder, betrinken sich in Parks, auf privaten Partys, auf denen Alkohol billig und oft ohne Kontrolle erhältlich ist. „Eine kontinuierliche Aufklärungsarbeit, gesellschaftliche Maßnahmen und bundesweit einheitliche Jugendschutzbestimmungen können hier sicherlich mehr bewirken als ein generelles Alkoholverbot“, so Bitzinger abschließend.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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