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Umfrage der Woche

06.08.2014

Wie lief die Sommersaison auf den Hütten bisher an? 

Daniel Weber, Rieder Hütte im Höllental (OÖ)
Richard Löberbauer, Gamskarkogelhütte, Hohe Tauern (Sbg.)
Andreas Ruech, Karwendelhaus, Scharnitz (T)

Daniel Weber, Rieder Hütte im Höllental (OÖ)
„Mai und Juni waren Supermonate, das Wetter rund um Pfingsten fantastisch. Der Juli ist bisher dagegen sehr bescheiden. 70–80 % unserer Reservierungen wurden wegen des schlechten Wetters wieder abgesagt. Unsere Lebensmittel werden mit dem Hubschrauber geliefert oder raufgetragen. Weil wir die Gästeanzahl momentan gar nicht abschätzen können, tragen wir gar nichts Neues rauf. Zum Glück ist sehr viel eingefroren, das dann, wenn nötig, verkocht wird.“

 

Maria Gstatter, Dr.-Heinrich-Hackel-Hütte, Tennengebirge (Sbg.)
„Die Sommersaison läuft bei uns nur sehr langsam an. Schuld daran ist das Wetter. Entweder es ist zu heiß für die Leute, um wandern zu gehen oder es regnet. Viele unserer Gäste kommen aus Deutschland und fahren bis zu sechs Stunden, um bei uns die Berge zu genießen. Wenn der Wetterbericht nicht passt, wollen sich viele die Fahrt nicht antun. Zum Glück ist die Hütte über eine Bergstraße erreichbar, weshalb wir unsere Einkäufe spontan und je nach Bedarf gestalten können.“

 

Andreas Ruech, Karwendelhaus, Scharnitz (T)
„Nach einem gutem Start im Juni hat das Tagesgeschäft im Juli total nachgelassen. Auch viele Weitwanderer bleiben aus, da die Wetterlage für lange Touren einfach zu unsicher war. Wir verlangen schon seit zehn Jahren eine Anzahlung für Gruppen ab acht Personen. Da einige Bergsteiger in verschiedenen Regionen und auf verschieden Hütten gleichzeitig reservieren, überlegen wir auch diese Acht-Personen-Grenze weiter zu senken.“

Richard Löberbauer, Gamskarkogelhütte, Hohe Tauern (Sbg.)
„Diese Sommersaison war mühsam von Anfang an. Der Wetterbericht war oft noch schlechter als das Wetter. Ich verlange bei jeder Reservierung eine Anzahlung von 15 €, um meine Ausgaben zumindest wieder reinzubekommen. Ich habe keine Möglichkeit, etwas einzufrieren, und wenn ich für eine größere Gruppe einkaufe, die kurzfristig absagt, wird alles schlecht. Ein weiteres Problem für die Hütten ist die Konkurrenz im Tal. Viele Hotels bieten Wanderungen all inclusive an, danach geht’s gleich zurück zum Nachmittagskaffee, eingekehrt wird nicht.“

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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