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Umweltschutz-Appell: Europa kann mehr, Österreich auch

16.05.2019

Umweltschutz: Appelle von Global 2000 und den europäischen Alpenvereinen an die Politik.

Die Umweltschutzorganisation Global 2000 appelliert an Landwirtschaftsministerin Köstinger, die Anhebung des EU-Grenzwerts für das Insektizid Clothianidin in Erdäpfeln zu verhindern. Clothianidin ist eines von drei Neonicotinoiden, die im April des Vorjahres, aufgrund der unmittelbaren Gefahr für Bienen, in der gesamten EU verboten wurden. Mit dem Vorschlag zur Anhebung des EU-Grenzwertes reagiert die Europäische Kommission auf einen laut EU-Gesetzgebung legitimen Antrag aus den USA für eine Einfuhrtoleranz. Der EU-Grenzwert soll von 0,03 mg/kg auf 0,3 mg/kg angehoben werden, da in den USA, ebenso wie in Kanada, Clothianidin noch immer in der Erdäpfelproduktion Einsatz findet. 

EU-Parlament sagt Nein

Doch im März 2019 hatte sich überraschend das Europaparlament in einer Resolution gegen die vorgeschlagene Grenzwert-Anhebung ausgesprochen. Darin erinnert das Parlament daran, dass Clothianidin deshalb verboten wurde, weil es Bienen und andere Bestäuber „auf einer globalen Skala“ schädigt, und fordert die Kommission auf, ihren Vorschlag zurückzuziehen. Als erster Mitgliedstaat hat nun Frankreich die mögliche Anhebung der Einfuhrtoleranz eines EU-weit verbotenen und für Bienen giftigen Neonicotinoids als „völlig inakzeptabel“ bezeichnet.
„Es ist nicht fair, wenn von europäischen Bauern hohe Umweltstandards verlangt werden und gleichzeitig für Importware die Standards abgesenkt werden. Damit wird die umweltschädlichste Form der Landwirtschaft jeweils belohnt“, sagt Helmut Burtscher-Schaden von Global 2000. Im Sinne des internationalen Handels geht das aber sehr wohl. „Die Ministerin hat eine historische Chance, gegen unfaire Wettbewerbsbedingungen und zugleich für den Schutz der Artenvielfalt einzutreten!“

Rettet die Alpen

Auch die Probleme in den Alpen haben europäische Dimensionen. Die Schlinge um die letzten naturbelassenen Landschaftsräume der Alpen zieht sich langsam enger – zu stark ist der Druck von Skigebieten, Energietechnik, Verkehr und technischen Anlagen. Unter dem Dach der Kampagne #UnsereAlpen fordern die Alpenvereine deshalb europäische Lösungen. Das Prinzip „lauter – größer – spektakulärer“ darf nicht der Maßstab für Tourismusentwicklung sein. Die Alpenvereine erwarten daher die Bereitschaft, alternative Konzepte anzudenken, zu entwickeln und zu fördern. Sie wollen selbst aktiv mitarbeiten. Ein Beispiel sind etwa die kleinen Bergsteigerdörfer der Alpenvereine, die auf einem nachhaltigen Tourismuskonzept aufbauen. 2019 gibt es bereits 28 Bergsteigerdörfer in den Alpen, die sich zu diesem Zugang bekennen.
Die letzten alpinen Freiräume dürfen nicht weiter verbaut werden, es braucht klare Ausbaugrenzen. Auch ein Verkehrskonzept muss her. Das fordern die Alpenvereine auch gemeinsam mit anderen Naturschutzorganisationen wie dem WWF und den Naturfreunden. 

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