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Zarte Blüten, grüne Kräuter und grobes Salz sorgen für den letzten Twist: Klick!

Und es hat „klick“ gemacht!

30.07.2020

Man muss kein professioneller Fotograf sein oder das teuerste Equipment haben, um Speisen in Szene zu setzen. Ob für die Speisekarte, die Homepage oder Social Media: Sieben Tricks für bessere Food-Fotos von der Kärntner Food-Fotografin Florentina Klampferer.

Food-Fotografin Florentina Klampferer.
Zur Person

Florentina Klampferer (29) ist Food-Fotografin und Food-und Prop-Stylistin und betreibt in Velden am Wörthersee ihr Fotostudio. Sie bietet für Firmen und Privatpersonen Workshops an. 
Mehr Infos auf florentina-­photography.com

1. Vorbereitung 
Schnell ein paar Fotos von Ihren Gerichten machen? Lieber nicht. Ohne Vorbereitung fehlen die richtigen Zutaten abseits der Speisen auf Ihren Tellern. „Stellen Sie sich vorab ein paar Fragen: Was wird geshootet? Welche Gerichte? Welches Geschirr? Welcher Untergrund? Welches Set? Welche Stimmung?“ Nur wer sich vorher Gedanken macht, wird mit seinen Fotos zufrieden sein, ist die Kärntner Food-Fotografin Florentina Klampferer überzeugt. Profi-Tipp: „Präsentieren Sie Ihr Essen immer so, wie es der Gast bekommt.“

2. Der richtige Untergrund 
Bilder leben von Farben, Strukturen und der Umgebung. Fotografen bezeichnen diesen Arbeitsschritt als Prop-&-Set-Styling. „Hat man einen Platz gefunden, der einem als Setting gefällt, geht es um den Untergrund. Eine Tischplatte? Eine Leinentischdecke? Alte Bretter? Hier muss man entscheiden, in welcher Welt man sich mit den Bildern bewegen will“, sagt Klampferer. Profi-Tipp: „Wer experimentierfreudig ist, bemalt eine Platte und erstellt so einen individuellen Untergrund. Gespachtelt sieht es besonders hübsch aus.“

3. Farben, Strukturen und Accessoires 
Food-Fotos leben nicht nur von hübsch angerichteten Speisen, sondern von einem lebendigen Set. „Arbeiten Sie mit Elementen wie Blumen, Servietten, Besteck und Co. Achten Sie darauf, dass diese nicht zu linear und gleichmäßig nebeneinander stehen. Mal ist etwas mehr im Vordergrund, mal mehr im Hintergrund. Das sorgt für Tiefe und Spannung, und man kann den Betrachter zum Wesentlichen, dem Essen, leiten“, erklärt Klampferer. Profi-Tipp: „Ungerade Zahlen sorgen für mehr Spannung. Sprich: ein, drei oder fünf Accessoires.“ 

4. Das perfekte Licht
Das A und O der Fotografie ist das Licht. „Die Teller können noch so schön angerichtet sein: Fehlt es an Licht, wird das Bild nicht hochwertig. Suchen Sie einen Platz mit seitlichem Fensterlicht. Vermeiden Sie direktes Sonnenlicht, dann werden die Schatten zu hart. Ein diffuses Licht sorgt für Wohlfühlatmosphäre im Bild“, erklärt Klampferer. Profi-Tipp: „Möchte man Punkte im Bild aufhellen oder das gesamte Bild, nimmt man einen Karton und umwickelt diesen mit Alufolie. So bastelt man sich einen Reflektor. Steht man der Lichtquelle gegenüber, kann man das Bild aufhellen oder Lichtakzente setzen.“ 

5. Kochen und anrichten
Anders als im Küchenalltag ist der Kochvorgang für Food-Fotos ein anderer. „Gemüse sollte nur blanchiert werden, Nudeln, Getreidesorten und Co darf man nicht zu Ende kochen. So bewahren sie Frische und Farben. Toppings wie grobes Salz, grüne Kräuter (immer frisch!) oder zarte Blüten sorgen für den letzten Twist“, erklärt Klampferer. Profi-Tipp: „Um Toppings auf Cremesuppen zu platzieren, legen Sie ein paar Steine in die Schüssel und übergießen diese mit Suppe. So platzieren Sie die Garnitur, ohne dass sie sinkt.“

6. Fotografie und Perspektive
Für welche Perspektive man sich entscheidet, ist jedem selbst überlassen, es gibt aber auch hier Tipps: „Viele Smartphones haben einen Porträtmodus. Das Bild erhält mehr Tiefe und Spannung, indem der Hintergrund etwas verschwommen ist. Das eignet sich vor allem für Fotos aus der seitlichen Perspektive“, sagt Klampferer. „Möchten Sie das Bild von oben shooten, schalten Sie in den normalen Modus. Wichtig ist eine stabile Position. Es gibt nichts Schlimmeres als verwackelte Bilder.“ Profi-Tipp: „Auf Social Media, in Zeitschriften oder Kochbüchern wird meist im Hochformat geshootet. Dieses Format sorgt für mehr Spannung.“

7. Die Nachbearbeitung
Es ist kein Geheimnis, dass Fotografen ihre Fotos nachbearbeiten. Dafür benötigt man aber keine teure Software. „Die meisten Handys verfügen über Programme, mit denen man Licht, Sättigung, Kontrast oder Schärfe nachdrehen kann“, sagt Klampferer. „Ist das Bild zu dunkel, kann es im Nachhinein aufgehellt werden. Aber: Ist das Bild von Grund auf zu hell, ist es schwierig, dieses dunkler zu machen, ohne Qualitätsverluste zu haben.“ Profi-Tipp: „Es gibt Filter, die man schon auf dem Handy hat oder in einer App gratis downloaden kann.“

Autor/in:
Jasmin Kreulitsch
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