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Unternehmensnachfolge als Innovationsbremse?

18.04.2013

Expertise: Bei anhaltend scharfem Wettbewerb und Innovationsdruck steht in den kommenden Jahren in tausenden Ferienhotels im Alpenraum die Übergabe an einen Nachfolger an. Zu lange dauernde Übergabeprozesse verursachen Innovations- und Investitionsstaus.

Mag. Werner Taurer

Den richtigen Zeitpunkt für eine Betriebsübergabe zu finden ist keine leichte Aufgabe. Und ein „Zeitpunkt", ein „Moment" ist es auch nicht, sondern ein P-r-o-z-e-s-s, der sich länger hinzieht. „Dir gehört einmal alles!" Mit diesem Satz versuchen die Pioniere, die Jungen zu beruhigen, aber es kommt nie zu konkreten Vereinbarungen. Die Übergeber haben den Betrieb zum Blühen und in die Reifephase gebracht – ein tolles Lebenswerk! Jetzt beginnt die Phase der Vorbereitung und Organisation der Betriebsnachfolge. Wer diesen Zeitpunkt im Lebenszyklus des Betriebes übersieht und den Prozess der Übergabe hinauszögert, riskiert Stagnation und schleichenden Abstieg.

Lieber eine „frühe" Betriebsübergabe als eine „späte"! Zwischen dem 25. und 30. Lebensjahr zu übergeben ist besser, als bis 40 zu warten. Allerdings muss der Nachwuchs erst mal raus, woanders lernen, Erfahrung sammeln und über den Tellerrand schauen. Bingo, wenn vorher ein fester Rückkehrtermin vereinbart wird.

Prozessstart idealerweise fünf Jahre vor der Übergabe

Ideal ist es, fünf Jahre vor der Übergabe den Übergabeprozess zu starten. Den Jungen rate ich, auf Fesseln und Fußangeln zu achten, sich einen neutralen Fachmann an die Seite zu holen und sich nicht auf die wohlwollenden Aussagen des Steuerberaters zu verlassen. Die ersten Schritte sind es, die wirtschaftliche Machbarkeit der Übernahme, damit verbundene notwendige Investitionen sowie die finanzielle Belastbarkeit des Betriebes zu prüfen. Erbteils-Auszahlungen, Versorgungsrenten und Steuern müssen dabei berücksichtigt werden. Wachsamkeit gegenüber den Banken ist angesagt. Diese sind in der Regel einfach froh, einen Nachfolger zu haben, der die Schulden der Vorgänger übernimmt und zurückzahlt.

Unternehmer leben für den von ihnen entwickelten Betrieb. Je mehr sich die eigene Identität mit dem Betrieb deckt, desto größer ist die Angst loszulassen. Öffnen Sie Freiraum für junge Talente! Sie zu blockieren, heißt auf FührungsKRAFT zu verzichten. Wichtig sind auch klare Regeln für alle Familienmitglieder nach erfolgter Betriebsübergabe: „Es kann nicht so weitergehen wie
bisher!"

 

Vertrauen, Toleranz und Großzügigkeit

Entscheidend für eine erfolgreiche Betriebsübernahme ist einerseits eine wertschätzende Haltung der Betriebsnachfolger den Eltern gegenüber, für das Geleistete und andererseits Vertrauen, Toleranz und Großzügigkeit der Eltern den Nachfolgern gegen-über!

Ein guter Coach schafft es, die familieninternen Spannungen ansprechbar zu machen. Die Experten bei Kohl & Partner haben ein mehrstufiges Modell zur Begleitung der Betriebsübergabe entwickelt, das bereits in vielen Hotels erfolgreich angewendet wurde. Mehr zum Thema „Erfolgsfaktoren der Unternehmensnachfolge" erfahren Sie beim 4. FCSI Kompetenzforum, das am 24. Juni 2013 in Berlin stattfinden wird.

Ausführliche Informationen und Anmeldung unter www.fcsi.at

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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