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Unter ärztlicher Aufsicht: Gesundheitstourismus bindet Gäste langfristig

Urlaub für die Gesundheit

22.02.2017

Medical Wellness ist einer der angesagten Trends im heimischen Gesundheitstourismus. Das burgenländische Kurhaus Marienkron setzt dabei mit einer speziellen Langzeitbetreuung auf nachhaltige Gästebindung

Ein Blick in den Medidationsgarten

Das Geschäft mit der Gesundheit gilt als einer der großen Hoffnungsmärkte für den heimischen Tourismus. Grund dafür sind nicht nur das wachsende Bedürfnis nach Regeneration und Stressreduktion der Urlauber selbst, sondern auch die Chance für Tourismusbetriebe, die Saisonlücke zwischen Winter und Sommer zu schließen. Der Trend geht weg von reinen Wellness­angeboten hin zu ganzheitlichen Gesundheitskonzepten. So auch im burgenländischen Kurhaus Marienkron in Mönchhof. 
Der Viersternebetrieb bietet erholungssuchenden Privat- und Kurgästen eine Palette von Anwendungen, die von ärztlicher Betreuung über unterschiedliche Bäder bis hin zu Heilgymnastik, Heilmassage oder spirituellem Fasten reicht. „Unsere Auslastung ist mit 70 bis 80 Prozent sehr gut“, sagt Direktor Gunther Farnleitner, und er ergänzt: „Wir haben viele Stammgäste, – einige kommen mehrmals im Jahr.“ Unter den Abnehmwilligen sind fast zwei Drittel Frauen. Und die Aufenthaltsdauer steigt mit dem Alter: „Eine durchgehende dreiwöchige Auszeit nehmen meist nur Menschen in Anspruch, die bereits in Pension sind“, sagt Farnleitner. Um auch Gäste zu erreichen, die weniger Zeit am Stück zur Verfügung haben, wurde im Vorjahr das Marienkroner Modell „Betreutes Abnehmen – Effektive Gewichtsreduzierung in sechs Monaten“ entwickelt. 

Kur in Häppchen

Das Paket „Betreutes Abnehmen“ beginnt mit einem zehntägigen Aufenthalt im Kurhaus Marienkron. Dort sollen regelmäßige Mahlzeiten mit ausreichenden Abständen dazwischen das Wiedererlernen eines Sättigungsgefühls fördern. In laufenden ambulanten Beratungsgesprächen erfolgt nach Messung der Körperzusammensetzung und Grundumsatzbestimmung eine sorgsame Kalorienanpassung, die eine ausreichende Versorgung gewährleistet. „Gemeinsam mit dem Aufbau eines individuellen Bewegungsprogramms und laufender Motivation in der Gruppe und in Einzelgesprächen ist dies eine erfolgversprechende Betreuung, die auch nach Ablauf der sechs Monate noch weitergeführt werden kann“, sagt Ulrike Göschl, Leitende Kurärztin von Marienkron.

Abnehmen ohne zu hungern

Im Unterschied zum Fasten – das in Marienkron bereits seit Jahrzehnten angeboten wird – darf beim betreuten Abnehmen „normal“ gegessen werden. „Die Ernährung wird meist nur leicht modifiziert und damit gesünder gestaltet und mit einer Intensivierung der Alltagsbewegung kombiniert“, sagt die Kurärztin. Das Programm in Marienkron umfasst mehrere Stufen – von der Voruntersuchung über einen zehntägigen Aufenthalt im Kurhaus bis zu begleitenden Ernährungsberatungen und Auffrischungstagen. „Mit zwei Aufenthalten im Kurhaus – innerhalb eines halben Jahres – und regelmäßigen Bioelektrischen Impendanz-Analysen (BIA), die Aufschluss über die jeweils veränderte Körperzusammensetzung geben, lassen sich mit dieser langfristigen Begleitung Ernährung und Bewegung individuell so abstimmen, dass erfreuliche Erfolge erzielt werden“, so Ulrike Göschl. 

Bei einer BIA wird schwacher, für den Menschen nicht spürbarer Strom durch den Körper geleitet. Der gemessene Fließwiderstand gibt Auskunft über den Körperwasseranteil und über den Anteil von Fett und Muskeln im Körper. Um die ambulante Betreuung auch in Wien zu gewährleisten, eröffnete vor kurzem das Therapiezentrum der Elisabethinen in Wien Mitte. Hier werden künftig ärztliche und diätologische Beratung sowie die im Programm „Betreutes Abnehmen“ vorgesehenen regelmäßigen BIA-Messungen durchgeführt. 

„Erfolgversprechend ist nur ein Programm, das nicht auf Verboten basiert, und ein individuell optimal angepasster Plan, der die Bereiche Bewegung, Ernährung, Wahrnehmungs- und Verhaltensänderung beinhaltet“, sagt Ulrike Göschl, denn „beim Abnehmen kann nur das funktionieren, was ein Leben lang vorstellbar ist und mit Sensibilität und Achtsamkeit auf jeden Gast individuell zugeschnitten wird“. Die Kombination von stationären Aufenthalten und ambulanter Begleitung wie im Marienkroner Modell könnte durchaus ein zukunftsweisendes Projekt für den Gesundheitstourismus sein. 

Autor/in:
ute.fuith
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