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Ist das ein Blick in die Zukunft? Hotelzimmer unter Wasser.

Urlaub von morgen

20.06.2017

Hyperloops, Urlaub in Nordkorea und private Dienstreisen: So stellt sich Zukunftsforscher Andreas Reiter den künftigen Tourismus vor.

 

"Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen“, lautet ein Bonmot, das Mark Twain, Winston Churchill und wohl auch anderen zugeschrieben wird. Egal von wem er stammt, der Satz hat was. 

Im Rahmen der Feier zum 100er des Verkehrsbüros wagte sich der Chef des Wiener Zukunftsbüros ZTB, Andreas Reiter, an eine Prognose, die Trends des Tourismus einfangen soll. Die ÖGZ hat fleißig gelauscht und die wichtigsten Trends für Sie mitnotiert. 

Billig und Luxus

Aufgrund des technischen Fortschritts wird sich das Reiseverhalten ändern, sagt Reiter. Demnach wird es im Budget-Segment die Kombination aus Billigfliegern und vollautomatisierten Budgethotels geben. Aber nicht nur das Billigsegment steigt, auch das Luxussegment wird sich weiterentwickeln. Weltraumreisen werden erschwinglich, und das U-Boot könnte schon bald Kreuzfahrtschiffe ersetzen. Medical Wellness ist auch ein Trend. Dabei werden mit dicker Brieftasche keine Grenzen gesetzt sein. Ein Treatment plus die intakte Natur in Bhutan zu genießen wäre eine Zukunftsvision für die Highend-Kundschaft. 

Im mittleren Budget-Bereich zeichnet Reiter einen Trend auf, der vermutlich nicht allen gefallen wird. Hotels sollten sich demnach auf Work-Life-Blending einstellen. Man nimmt also künftig die Arbeit mit in den Urlaub. Arbeitsurlaub könnten findige Marketer das dann nennen. 
Da global die Mittelschicht wachsen wird, gibt es auch entsprechend größere Touristenströme. Hyperloops – also extrem schnelle Tunnelverbindungen zwischen Metropolen – sollten zu mehr Mobilität beitragen. Daneben werden Fernreisen boomen, meint Reiter. Und der Sehnsuchtsort der Schwellenländer ist: Europa – so weit eine gute Nachricht für heimische Touristiker!

Kapazitätsgrenzen

Die schlechte Nachricht: Es gibt natürlich keinen grenzenlosen Massentourismus. Die Prognose: Kleinere Topdestinationen wie Venedig oder Dubrovnik werden für den gemeinen Gast komplett dichtmachen. Ein Espresso auf dem Markusplatz kann nur mehr gegen eine vorab entrichtete stattliche Gebühr eingenommen werden. Vor allem bei Chinesen dürfte das Thema Skifahren groß werden. Heimischen Seilbahnen und Hotels droht aber mehr Konkurrenz aus Asien. Eine Prognose, die aufgrund der heutigen politischen Situation eher gewagt scheint: Nordkorea wird mit Masik-Ryong zur Top-Skidestination im asiatischen Raum. 

Neue Top-Destinationen

Auch dem Iran wird viel Potenzial zugeschrieben. Teheran, Tirana und Trondheim (weil es hier bei fortlaufendem Klimawandel schön kühl ist) werden die Topdestinationen der Zukunft sein, meint Reiter. Wir werden es beobachten und schauen, wann die albanische Hauptstadt Touristenhochburgen wie Barcelona oder Rom abhängt. 

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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