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Schloss Leopoldskron war Kulisse für die Feier zum 50. Jubiläum der Kooperation „Schlosshotels & Herrenhäuser“.

Urlauben in alten Gemäuern

14.07.2015

50 Jahre „Schlosshotels & Herrenhäuser“: Was vor 50 Jahren als kleine, österreichischeIdee begann, hat sich inzwischen zu einer internationalen Vereinigung gemausert

Präsident Max Eidlhuber  (sitzend) im Kreise einiger Mitglieder der Kooperation „Schloss- hotels & Herrenhäuser“.

Text: Gerhard Reiter

Ich glaube, die Gründungsväter haben zu den Vordenkern im heimischen Tourismus gehört“, sagt Max Eidlhuber. Seit zwölf Jahren steht der vor Energie sprudelnde Mann an der Spitze der Kooperation „Schlosshotels & Herrenhäuser“. In historischen Hotels und Landhäusern auf hohem Niveau urlauben – das ist die Angebotsphilosophie. „Schlösser und Burgen haben schon in der Vergangenheit Gäste bei sich aufgenommen und sind gleichsam traditionell gewachsene Orte der Begegnung und Beherbergung“, sagt Max Eidlhuber. Gegründet wurde die Gruppe 1965 auf Schloss Leonstain in Pörtschach am Wörthersee: „Schon damals war den Gründern klar, dass man mit einem solchen Angebot als Einzelkämpfer nicht erfolgreich sein kann. Im Schoß der Österreich Werbung und mit Unterstützung der ÖHV taten sich die Gründungsväter zu einer kleinen Gruppe zusammen“, schildert der aus Ottensheim an der Donau stammende Eidlhuber, der selbst Direktor in mehreren US-Luxushotels, dann Chef im legendären „Weißen Rössl“ am Wolfgangsee war und danach dort bis zum Jahr 2010 das Landhaus zu Appesbach leitete.

Die Mitgliedsbetriebe bezeichnet Eidlhuber als Anwesen, deren Charakter von familienfreundlich über traditio-nell bis stilvoll gediegen reiche. „Jedes unserer Hotels und Restaurants hat Geschichte und steht für Urlaub im Schloss, in der Burg, im Palais oder im Herrenhaus. Die Gastgeber wollen einerseits unverwechselbares Urlaubsflair bieten, leisten mit der Vermietung ihrer Häuser aber gleichzeitig auch einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung historisch gewachsener Kulturgüter“, betont Eidlhuber: „Das war und ist gleichzeitig aber auch von jeher die größte Herausforderung für unsere Mitglieder.“

„Den Gründern war klar, dass man als Einzelkämpfer nicht erfolgreich sein kann.“

Denn die Renovierung und stilgerechte Erhaltung alter Gebäude ist natürlich sehr teuer, zumal oft auch strenge Auflagen des Denkmalschutzes zu erfüllen sind. Die eher bescheidenen Gewinne, die unterm Strich bleiben, werden meist ohnehin wieder in diese alten Gemäuer investiert, und selbst damit können in der Regel nur kleinere Verbesserungen finanziert werden. Rechnet man die Arbeit der Besitzer für den touristischen Betrieb hinzu, so kann man wohl zu einem guten Teil auch von Liebhaberei sprechen.

Positive Bewertung ein Muss
Wie wird man nun aber Mitglied? Zunächst einmal ist ein Kriterienkatalog zu erfüllen: Neben einem Gebäude mit Geschichte und historischem Gebäudekern werden stilvolle, authentische Atmosphäre verlangt, weiters Herzlichkeit, gelebte Gastfreundschaft und hohe Dienstleistungsqualität. Da drängt sich natürlich die Frage auf, ob das nicht alles kaum messbare „Gummiparagrafen“ sind. „Diese Frage ist natürlich berechtigt“, räumt Max Eidlhuber ein. „Wir haben dafür folgende Messlatte festgelegt: Unsere Mitgliedsbetriebe müssen auf Bewertungsplattformen eine positive Gesamtbewertung nachweisen, konkret eine Zielerreichung von mindestens 75 Prozent aufwärts. Das wird auch regelmäßig beobachtet.“
Außerdem gibt es vor Aufnahme in die Gruppe einen Betriebsbesuch sowie regelmäßige Mystery-Checks samt Protokollierung. Heute vereint die Gruppe „Schlosshotels & Herrenhäuser“ mehr als 80 Mitgliedsbetriebe unter ihrem Dach, davon fünf historische Restaurants in Österreich. Rund 30 Mitglieder haben ihren Sitz nicht in Österreich. Vertreten sind Betriebe aus Deutschland, Italien, Slowenien, Kroatien, Tschechien, Ungarn und der Slowakei. Der Mitgliedsbeitrag für Hotels ist überschaubar und setzt sich aus einer einmaligen Beitrittsgebühr von 2.000 Euro sowie einem jährlichen Marketing-Grundbeitrag von 2.500 Euro zuzüglich 30 Euro pro Bett zusammen. Zu all diesen Nettobeträgen kommt die Mehrwertsteuer hinzu.

800.000 Übernachtungen
Die touristischen Zahlen der Gruppe können sich jedenfalls sehen lassen: „Die gut 70 Mitgliedshotels und Herrenhäuser haben im Schnitt etwa 70 Betten. Darunter sind auch etliche Saisonbetriebe, zusammen bieten sie knapp 5.000 Betten und kommen im Schnitt von Jahres- und Saisonbetrieben auf etwa 160 Vollbelegstage. Das ergibt in Summe immerhin etwa 800.000 Übernachtungen pro Jahr“, rechnet Max Eidlhuber vor und ergänzt nicht ohne Stolz: „Exklusiv ist das Ambiente in unseren Betrieben, der Preis hingegen ist durchaus erschwinglich: Für durchschnittlich 75 Euro pro Person und Tag ist man bei Übernachtung mit Frühstück im Doppelzimmer schon dabei.
Das ist natürlich ein Durchschnittspreis, errechnet aus der breiten Palette vom einfacheren Landhaus bis zur Nobelherberge.“ Bleibt noch die Frage, wie diese große Bandbreite an Betrieben überhaupt unter einem gemeinsamen Dach vermarktet werden kann: „Unsere Homogenität liegt in der Authentizität“, bringt es Max Eidlhuber auf den Punkt.

www.schlosshotels.co.at

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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