Direkt zum Inhalt

VAL GRONDA ÖKOTRAIL – YAK UND ESEL STATT GONDELBAHN

02.10.2009

Im „Steinhuhn-Streit“ der den seit 25 Jahren geforderten Bau einer Seilbahn auf den Piz Val Gronda nun weiter verzögert, meldet sich jetzt Tourismus-Querdenker Günter Aloys mit einer tierischen Transportalternative zu Wort: Nach marokkanischem Vorbild könnten Esel, Yaks oder gar Huskies die Skifahrer auf den Berg bringen. Der „kotrail“ könnte noch in der kommenden Wintersaison in Betrieb genommen werden.

Yaks im Einsatz

Seit mittlerweile 25 Jahren verfolgen die Silvretta Bergbahnen den Plan, von Ischgl aus eine Seilbahn auf den Piz Val Gronda zu errichten und den Skiraum des weltbekannten Wintersportorts damit um ein bereits seit 40 Jahren ausgewiesenes Areal zu erweitern. Aus unterschiedlichen Gründen konnte die Seilbahn allerdings bis heute nicht gebaut werden. Der aktuellste Verhinderungsgrund: zwei angeblich im betroffenen Gebiet gesichtete Steinhühner. Günter Aloys, erfolgreicher Ischgler Hotelier und RICH Prosecco Begründer, zeigt sich verärgert über die neuerlichen Verzögerungen: „Sämtliche Tiroler Landeshauptleute von Wallnöfer bis Platter haben uns Ischglern die endgültige Erschließung des Skigebiets Val Gronda zugesagt und immer wieder Hoffnungen geschürt. Es wäre jetzt endlich an der Zeit, sich nicht immer wieder aufs Neue hinter aus dem Hut gezauberten Steinhühnern oder ähnlichen Ausreden zu verschanzen.“ Grundsätzlich seien die Ischgler sofort bereit, Steinhühner oder andere gefährdete Tierarten zu schützen, anzusiedeln oder in Aufzuchten zu hegen, betont Aloys, „aber bisher hat noch niemand von uns, auch niemand aus der hiesigen Jägerschaft, ein einziges Steinhuhn hier in Ischgl gesehen.“

„Erschließung auf jeden Fall. Dann eben mit anderen Mitteln.“
Existenz der Steinhühner hin oder her – Wenn es nach Günter Aloys geht, dann soll der Val Gronda nun so oder so erschlossen werden. Dafür hat er einen „tierischen“ Lösungsvorschlag nach marokkanischem Vorbild parat: Wie im Skigebiet Marrakesch sollen Skifahrer und Snowboarder mit Eseln auf den Berg gebracht werden. Für einen Einsatz in Ischgl kämen laut Aloys auch Yaks, Haflinger, Mulis, Saumpferde oder gar Huskies in Frage. „Ein solcher Betrieb käme dann vielleicht nur auf eine Beförderungsleistung von 100 Menschen pro Stunde, aber mit einem Einspruch von übereifrigen Naturschützern wird dann wohl nicht mehr zu rechnen sein.“ Ob der bereits für den kommenden Winter geplante, so genannte Ökotrail als dauerhafte Alternative taugt oder lediglich eine Übergangslösung ist, werde sich zeigen, meint Aloys. „Eine einzigartige, originelle Attraktion ist der Ökotrail auf jeden Fall.“

Skigebiet macht nur 3 % der Gemeindefläche aus
Aloys betont, dass Tourismus und Umwelt in Ischgl im Einklang stehen. „Das Ischgler Skigebiet nimmt lediglich drei Prozent der gesamten Gemeindefläche in Anspruch. In diesen drei Prozent wurde und wird das Thema Ökologie groß geschrieben. Ischgl hat alles Erdenkliche für eine friedliche Koexistenz von Tourismus und Umwelt getan – nicht ohne Grund hat der Ort bisher alle Umweltpreise gewinnen können, die für Skigebiete vergeben werden.“

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
Werbung

Weiterführende Themen

Die Sterneköche (v.l.): Michael Wignall, Heinz Winkler, Arabelle Meirlaen, Sven Wassmer und Harald Wohlfahrt. Heuer niemand aus Österreich.
Gastronomie
09.07.2018

Fünf Sterneköche aus D, CH, UK und B, fünf Genussrouten zu fünf Berghütten im Paznaun und fünf kreativ von den Sterneköchen interpretierte Hüttengerichte – Am 8. Juli 2018 eröffnete „ ...

50 Starköche suchen den besten Skifahrer.
Gastronomie
03.04.2018

In Ischgl wartet man gespannt auf die 21. Auflage des Sterne-Cup. Die betsen Köche matchen sich dort auch auf der Skipiste.

Das neue Restaurant "Stiar".
Gastronomie
19.12.2016

Maria und Peter Zangerl betreiben in Ischgl nicht nur mehrere gastronomische und touristische Betriebe, sondern seit drei Jahren einen eigenen Bauernhof.

 

Geplantes Schizentrum
Tourismus
05.07.2016

Wenn die Seilbahnwirtschaft 120 Mio. Euro investiert, bedarf es vorab einer transparenten Haltung ­- in der Hoffnung, dass das Projekt genehmigt wird.

Werbung