Direkt zum Inhalt
Bio-Agrivilla „i pini“ in der Toskana: Villa aus dem 16. Jahrhundert mit Landwirtschaft.

Vegan bis in die Bettwäsche

15.05.2018

Total vegan, geht das? Durchaus, auch in der Hotellerie: Zwei italienische Hotels machen es vor. Das „i pini“ in der Toskana und das La Vimea in Südtirol.

 

Italiens erstes veganes Hotel in Südtirol, La Vimea: for adults only. Oben der Badeteich, links ein Zimmer mit vielen Naturmaterialien.

Wer vegan lebt, verzichtet auf alle tierischen Produkte – nicht nur bei der Ernährung. Und möchte diesen bewusst gewählten Lebensstil auch im Urlaub leben können. Das wird schon in der Gastronomie eher selten angeboten, und so gut wie gar nicht in der Hotellerie. Die weniger strengen Vegetarier haben es da etwas leichter. 

In Italien gibt es aber zwei Hotels, die sich komplett auf den veganen Gast eingestellt haben. Seit kurzem gehören sie zu den Green Pearls. Die deutsche Green Pearls GmbH vereinigt internationale Tourismusunternehmen, die sich für den Schutz der Umwelt einsetzen und sozial engagieren. Green Pearls ist die erste Holdinggesellschaft weltweit, die nachhaltige Hotels, Destinationen und Restaurants in einer globalen Datenquelle zusammenfasst.

Für ein vollständig veganes Hotel braucht es weit mehr als tierproduktfreie Gerichte auf der Speisekarte. Der vegane Ansatz der Green-Pearls-Partnerhotels erstreckt sich auf alle Hotelbereiche und wird durch den Fokus auf natürliche Materialien ergänzt. Das beginnt schon beim Bau, für den ausschließlich Naturmaterialien verwendet werden, beispielsweise Hanf, Kalk oder Terrakotta. Das Gleiche gilt für die Einrichtung. Hier kommen Holz und Leinen zum Einsatz, natürliche Farben und Materialien. Auf tierische Produkte wie Leder, Seide oder Daunen wird vollständig verzichtet. Die Matratzen sind ökologisch abbaubar, die Bettwäsche aus Fairtrade-Baumwolle, gewaschen wird mit veganen und umweltfreundlichen Waschmitteln. Und selbstverständlich enthalten auch die Kosmetikprodukte im Bad eines veganen Hotels keine tierischen Inhaltsstoffe und kommen ohne Tierversuche aus.

Bio-Agrivilla

Das „i pini“ ist eine historische Villa mit angeschlossener Landwirtschaft und liegt inmitten von Weinbergen und Olivenhainen im toskanischen San Gimignano. Als Agriturismo dient das denkmalgeschützte Gebäude aus dem 16. Jahrhundert schon lange, 2017 haben die Besitzer unter dem Stichwort „bioedilizia“ – nachhaltige Architektur – einen Meilenstein gesetzt und den Begriff Bio-Agrivilla geprägt. Mit viel Liebe zum Detail wurden die aufwendig gestalteten Mauerteile aus Tuffstein freigelegt und mit Kalk-Reisspreu auf vegane Art und Weise neu verputzt. Die Zimmer wurden mit hochwertigen Naturmaterialien wie Lehm, Naturböden und Vollholz-Möbeln ausgestattet. Um der Geschichte Respekt zu zollen, wurde beispielsweise der traditionelle Anbau von Safran wiederaufgenommen. Die biovegane Landwirtschaft umfasst außerdem biologischen Weinanbau, die Herstellung von Olivenöl sowie den Anbau von alten Obst- und Gemüsesorten, alles in Bio-Qualität und natürlich vegan.

Italiens erstes veganes Hotel

Ebenso ganzheitlich ist der Ansatz im La Vimea, der großen Schwester des i pini in Südtirol. Das Vier-Sterne-Hotel wurde 2016 als erstes rein veganes Hotel Italiens eröffnet und gilt seitdem als Fixpunkt in der veganen Welt. Das Erfolgsgeheimnis besteht darin, Veganismus, Genuss und Erholung zu verbinden, mit voller Überzeugung hinter dem Prinzip zu stehen und ressourcenschonend zu handeln. Das Adults-only-Refugium bietet alles, was man für einen entspannten Urlaub braucht: einen großzügigen Park, gemütliche Zimmer, in denen Naturmaterialien eine große Rolle spielen, authentische Ayurveda-Anwendungen, einen chlorfreien Salzwasserpool und einen Naturbadeteich. Und natürlich steht auch der kulinarische Genuss im Mittelpunkt: Viele Vegan-Neulinge staunen, was ohne Tierprodukte möglich ist. Dazu gibt es charakterstarken Wein aus eigenem biodynamischem Anbau.

Hotels, die so konsequent nachhaltig und vegan agieren, von der Speisekarte bis hin zur Bauweise, gibt es wenige in Europa. In diesen beiden Hotels ist alles bis ins kleinste Detail vegan, tierversuchsfrei und ökologisch rückführbar.

Werbung

Weiterführende Themen

In den zwölf Zimmern im Boutiquehotel Faktorei dominieren warme Farben und Naturmaterialien. Auf TV wird verzichtet. Stattdessen gibt es Lautsprecher zum Musikhören.
Hotellerie
11.09.2018

„Es war das hässlichste Haus in der ganzen Straße“, sagt Anja Janus. Die Quereinsteigerin hat daraus in der Innsbrucker „Mahü“ ein elegantes Boutiquehotel gemacht.

 

Xun Ou Wu mit seiner Frau Ai Mei Zhang. Der Name Mei bedeutet im Chinesischen „Schönheit“.  Danach ist das neue Vier-Sterne- Hotel MEI in Mutters benannt.
Hotellerie
11.09.2018

Die ÖGZ war vor Ort im Muttererhof und hat mit Eigentümer Xun Ou Wu gesprochen. Eine gastronomische Erfolgsgeschichte mit Migrationshintergrund
 

Keine Spur von Öko-Chic: Das Le Pavillon in Paris.
Hotellerie
05.09.2018

Eine kleine Pariser Hotelgruppe hebt nachhaltigen Tourismus auf die nächste Stufe: Die vier Stadthotels der „Green Spirit Hotels“ machen ihren Gästen ungewöhnliche Angebote in bester Lage. ...

Hotellerie
05.09.2018

Beginn unserer Serie zu Rechtsfragen in der Hotellerie: Wie viel kann der Hotelier für No-Shows verlangen?

 

Spezialisten aus Indien legen Hand an!
Hotellerie
29.08.2018

Das Hotel Paierl in Bad Waltersdorf entwickelte sich in den vergangenen 30 Jahren vom kleinen Wellnesshotel mit Heilthermalwasser zu einem der größten authentischen Ayurveda-Resorts Österreichs. ...

Werbung