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Venedig, Hallstatt: Pläne gegen Overtourism

07.02.2019

Venedig bittet Tagesgäste demnächst zur Kasse. Hallstatt will Busse reduzieren.

Hallstatt, wie man es aus dem Prospekt kennt.

Das Thema Overtourism beschäftigt weiter! Venedig plant offensichtlich mittels Eintritten dem Phänomen Herr zu werden. Ab Mai sollen Besucher, die in die Stadt kommen, zwischen drei und zehn Euro bezahlen. Italienische Medien berichten, dass die Stadtregierung einen Beschluss bereits in wenigen Wochen fassen will. Und auch in Österreich setzen Regionen Aktionen. 

Hallstatt will seinen Besucherstrom mithilfe eines Bus-Slots drosseln. Vergangenes Jahr brachten 19.344 Reisebusse einen Großteil der Millionen Gäste in das einst idyllische Dorf. Diese Zahl möchte Bürgermeister Alexander Scheutz (SPÖ) um rund ein Drittel reduzieren, sagte er gegenüber der APA. Laut Salzburger Nachrichten will man sich an der Stadt Salzburg orientieren, die die Zufahrt von Bussen bereits reguliert. 

Evaluierung

Zuerst müsse aber klar sein: „Wie viele Busse wollen wir?“ In einem ersten Schritt soll evaluiert werden, wie viele Gäste etwa in der Gastronomie, im Bergwerk, bei der Schifffahrt erwartet werden, um auf Basis dieser Zahlen einen Plan zu erstellen. Eine Reduktion um ein Drittel von über 19.000 auf 13.000 gilt als Richtwert. Eine Testphase soll im Spätherbst starten. 

Die Frage, wie viele Gäste verträglich sind, wird österreich- und weltweit immer breiter diskutiert. Qualität vor Quantität ist eine (leicht formulierte) Forderung, die oft gestellt wird – die ÖGZ befasst sich in einem Pro/Contra auf Seite 13 mit dem Thema. 

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