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Soll es eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung für Produkte tierischer Herkunft in der Gastronomie geben? Die WKO sagt "nein".

Verpflichtende Kennzeichnung laut WK nicht möglich

23.08.2019

Die aktuelle Kampagne für eine verpflichtende Transparenz der Lebensmittelherkunft sei rechtlich schwierig und würde wenig über die Qualität aussagen, so die Wirtschaftskammer.

Der Wunsch nach einer Herkunftskennzeichnung für Produkte tierischer Herkunft in der Gastronomie ist nicht neu. Seit geraumer Zeit fordert dies schon die Landwirtschaftskammer. Die aktuelle Kampagne „Wissen, was wir essen“ - die ÖGZ berichtete - will dieser Forderung nun erneut Leben einhauchen und sie noch vor der Wahl Ende September ins Gespräch bringen.Für die Wirtschaftskammer ist die Forderung nach einer verpflichtenden Kennzeichnung allerdings nicht umsetzbar, wie die Presse in ihrer Onlineausgabe berichtet: "Importe sind ein Faktum", sagte Mario Pulker, Obmann des Fachverbandes Gastronomie in der WKÖ.

So sprechen laut Pulker neben den wirtschaftlichen auch rechtliche Bedenken gegen die Umsetzung: "Eine umfassende verpflichtende Herkunftskennzeichnung wäre in der Europäischen Union einzigartig und könnte als diskriminierende Maßnahme im geltenden europäischen Recht ausgelegt werden." Die Einführung "wäre die bis dato größte bürokratische Auflage für die Branche und würde tausende Betriebe vor den Kopf stoßen. Das wird die Branche sicher nicht hinnehmen".

So sei etwa in der Gemeinschaftsverpflegung "eine tagesaktuelle Auszeichnung der Herkunftsangabe de facto nicht möglich". Man könne lediglich mit retrospektiven Quoten arbeiten, "die den Gästen aber auch keine verlässliche Information liefern würden". Zudem sage die Herkunft nicht genügend über die Qualität aus.

Tierschützer: Inhaltlich falsch

Die WKO-Kritik an der Kampagne „Wissen, was wir essen“ sei "inhaltlich falsch", wie der Tierschutzvolksbegehren-Initiator Sebastian Bohrn Mena in einer Aussendung festhält: „Es ist inakzeptabel, dass die WKO ein System des Betrugs schützt, in dem Konsumenten getäuscht und Gastronomen benachteiligt werden. Sie blockiert Fortschritt mit falschen Einwänden. EU-Rechtlich ist die Kennzeichnung nach Herkunft & Tierwohl machbar und etliche öffentliche Küchen praktizieren es. Wo ein Wille, da ein Weg.“ 

Bohrn Mena zufolge sei die Kennzeichnung für hunderte Gastronomen, Hotels & Gemeinschaftsverpfleger bereits realität. Sie seien die Dummen im gegenwärtigen, intransparenten System.

Mehr zum Thema: 

Lebensmittelherkunft: Druck auf Gastronomie steigt (Artikel vom 22. August 2019)

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
Original erschienen am 23.08.2019: Gast.
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