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Verregneter Sommer 2004 brachte den Thermen Gästeplus

07.04.2005

Mit mehr als 6,8 Mio. Gästen und einem Umsatz von € 132 Mio. war 2004 für die heimischen Thermen ein Rekordjahr. Trotzdem bleibt die Zukunft einiger Thermen ungewiss, analysiert KREUTZER FISCHER & PARTNER, Wien im aktuellen BRANCHENRADAR.

Nach einem Rückgang der Gästeanzahl im Jahr 2003 erholten sich 2004 wieder deutlich mehr Menschen in den heimischen Thermen. Mit mehr als 6,84 Mio. Besuchern wurde gegenüber 2003 ein Zuwachs von 4,6% erzielt. Die erst im Herbst neu eröffneten Thermen in Köflach und Längenfeld haben daran nur einen geringen Anteil. Vielmehr hat der im Vergleich zu 2003 verregnete Sommer Touristen und Einheimische vom kühlen Badesee ins warme Thermalbecken getrieben.
Mit einem Umsatz von rd. € 132 Mio. ist man auch mit den Erlösen zufrieden. Aufgrund gestiegener Eintrittspreise wuchs der Umsatz gegenüber 2003 sogar um 7,4%. Im Durchschnitt kostet der Eintritt für einen Erwachsenen nun schon fast € 17,- (+4% geg. 2003). Im Vergleich zu einer Skilift-Tageskarte ist dies sogar noch günstig. Ein Tag „Skispaß“ kostet zwischen € 30,- und € 40,-.
Weniger zufrieden stellend war - wie bereits 2003 - die Buchungssituation in den Thermenhotels. Die Übernachtungen sanken abermals um rd. 2%.

Thermen im Burgenland und in der Südsteiermark stehen unter Druck. Bei mehrtägigen Aufenthalten ist die Konkurrenz in Ungarn und Slowenien stärker spürbar. Das für manche Gäste dort deutlich bessere Preis-/Leistungsverhältnis führt zu einer spürbaren Abwanderung von Gästen. Kein Wunder, „relaxed“ man doch in den Thermen-Hochburgen jenseits der Grenze um gut 40% günstiger als in Österreich. Alleine in Ungarn stehen sieben Thermen - nicht weiter als 150 km von der österreichischen Grenze - zur Verfügung. In den letzten Jahren wurden etwa € 370 Mio. in Bäderprojekte investiert. In Slowenien sind 10 Thermen für Österreicher leicht erreichbar. Die neue Konkurrenz spüren insbesondere die Thermen im Burgenland und in der Südsteiermark. Wenngleich sich der Leidensdruck in Folge eines temporär wachsenden Marktes in Grenzen hält. Dazu Andreas Kreutzer, Geschäftsführer von KREUTZER FISCHER & PARTNER: „Das Wachstum in der Region ist nicht nachhaltig. Wir erwarten in den nächsten Jahren eine deutliche Verlagerung der Gästeströme nach Ungarn und Slowenien. Die daraus resultierenden Überkapazitäten werden den Verdrängungswettbewerb beschleunigen.“ Und weiter „Leider fehlen noch weitgehend die Konzepte, wie man auf die Konkurrenz jenseits der Grenzen reagieren möchte.“

Für 2005 erwartet KREUTZER FISCHER & PARTNER ein Gästeplus von 280.000 gegenüber 2004. Bedenkt man jedoch, dass alleine die beiden neuen Thermen Aqua Dome und Köflach ein Potential von rd. 600.000 Gästen besitzen, müssen die etablierten Thermen mit einem Gästerückgang von 320.000 Gästen rechnen.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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