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Viel Bock auf Bier!

01.12.2004

Bockbier ist eine saisonale Spezialität, dem der seit Jahren sinkende Ausstoß nicht gerecht wird.

Alle Jahre wieder ist in der kirchlichen Fastenzeit – also zu Ostern und zu Weihnachten – beim Bier die Bockzeit angesagt.
Das Bockbier ist ein sehr lange gereiftes Starkbier mit einer Stammwürze von mindestens 16°. Es ist bernsteinfarben, ausgeprägt vollmundig, würzig und fein gehopft. Für Biere mit mehr als 18° Stammwürze ist auch die Bezeichnung „Doppelbock“ gebräuchlich, ebenso gibt es aber saisonale Bezeichnungen.
Zu verdanken habe wir diesen speziellen Biertypus den mittelalterlichen Klöstern. Hier war man vor allem während der Fastenzeit bestrebt, die stark eingeschränkte feste Nahrungsaufnahme durch entsprechendes „flüssiges Brot“ zu kompensieren, denn Flüssiges bricht ja bekanntlich das Fasten nicht.
Der Name „Bock“ hat übrigens mit dem gleichnamigen Tier nichts zu tun. Vielmehr stammt er von der norddeutschen Stadt Einbeck ab, die bereits im Frühmittelalter für ihre Starkbier-Braukunst – der ursprüngliche Sinn bestand in einer längeren Haltbarkeit des Bieres – bekannt war. Und so versuchte man sich auch andernorts bald in der Herstellung von Bier nach „Einbecker Art“. Aus diesem „Ainpöckisch Bier“ wurde das „Ainpöck“ und mit der Zeit schlicht das „Bockbier“.
In Österreich sinkt der Ausstoß von Bockbier seit vielen Jahren kontinuierlich. Haben die heimischen Brauereien 1995 noch 36.649 hl Bockbier produziert (0,4% des Gesamtbierausstoßes), so waren es 2000 nur noch 28.014 hl (0,34%) und im vergangenen Jahr gerade 25.276 hl (0,3%). Die Gründe dafür sind neben der deutlich höheren Biersteuer – 33,28 Euro/hl Bockbier zu 24,96/hl Normalbier (ab 2005 Absenkung auf 32 und 24 Euro) – nicht zuletzt in der 0,5-Promille-Regelung zu suchen, die den Genuss von alkoholreichen Getränken generell nicht gerade fördert. Und so geht auch der Trend – wie allgemein beim Bier und im Speziellen beim Bock – weg vom Krügel hin zu kleineren Einheiten.
In Österreich hält man jedenfalls zum Glück noch etwas auf Tradition und deshalb bieten sehr viele heimische Brauereien nach wie vor zur Fastenzeit ein eigenes Bockbier für den Genießer, auch wenn damit kaum Geld zu verdienen ist. So wird dieses Bier als Dienst am Kunden und am Gastronomen gesehen. Und nicht zuletzt als Pflege einer uralten Braukunst, die heute vor allem international zusehends in Vergessenheit gerät.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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