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Viel mehr als „nur“ ein Internet-Portal

16.09.2005

Für Tiscover-Vorstand Konrad Plankensteiner ist das Internet gerade erst in der „Bronzezeit“. Bald wird es auch mobil.

Tiscover bietet seit mehr als einem Jahrzehnt Lösungen für touristische Vermarktung im Internet an und hat damit – nicht nur was Österreich betrifft sondern auch weltweit betrachtet – Pionierarbeit geleistet. Auch wenn das Internet heute „erwachsen“ ist, sieht sich Tiscover-Vorstand Konrad Plankensteiner sein Unternehmen noch lange nicht am Ende einer spektakulären Entwicklung, sondern bestenfalls mittendrin.

ÖGZ: Tiscover hat seinen Sitz in Innsbruck, doch Ihr Geschäft wird immer internationaler. Neben Engagements in einigen Nachbarländern, England und Südafrika haben Sie vor kurzem die Ausschreibung für das Gesamtitalienische Tourismusportal „www.italia.it“ gewonnen. Wie wichtig ist für Sie der österreichische Markt eigentlich noch?
Konrad Plankensteiner: „Der Erfolg am deutschsprachigen Markt ist die Basis für unsere Expansionserfolge. So war unsere Erfahrung und die Tatsache, dass wir seit Jahren erfolgreich und zuverlässig ein Tourismusportal für Österreich betreiben, sicher mitverantwortlich dafür, dass wir die Ausschreibung für Italien gewinnen konnten. Es gab in der Vergangenheit immer wieder attraktive Verlockungen, rasch in andere Bereiche zu expandieren und so zumindest kurzfristig ein wesentlich rasanteres Wachstum zu erzielen, Viele Online-Unternehmen, die so eine Strategie gewählt haben, gibt es heute nicht mehr. Deshalb wird Österreich und Tirol für uns immer ein ganz zentraler Markt bleiben.“

ÖGZ: Wie hat sich die Nutzung von Tourismusplattformen im Internet in den letzten Jahren entwickelt? Dient das Internet immer noch primär als Informationsmedium, nicht aber als Buchungsinstrument?
Plankensteiner: „Das so genannte Look-Book-Verhältnis hat sich in den letzten Jahren aus vielerlei Gründen stark verbessert. Neben psychologischen Gründen – die Kunden haben einfach immer mehr Erfahrung mit dem Internet – haben wir auch kontinuierlich an der Vereinfachung der Buchungsvorgänge gearbeitet. Gerade bei den regionalen Tourismusorganisationen bleibt aber noch einiges zu tun. Wir wissen aus eigener Beobachtung, dass sich tagsüber sehr viele Leute – zumeist wohl im Büro – über Angebote informieren, und am Abend – nach Rücksprache mit dem Partner – buchen wollen. Nur da erreicht man bei den meisten Tourismusbüros niemand mehr. Egal ob online oder offline, wer langfristig erfolgreich sein will, muss die Bedürfnisse seiner Kunden zufrieden stellen.“

ÖGZ: Sind da Tourismusbüros und Hoteliers nicht überfordert? Sie sollen rund um die Uhr erreichbar sein, laufend attraktive und aktuelle Informationen online bereit stellen und sich noch nebenher um Datensicherheit und Virenschutz kümmern?
Plankensteiner: „Genau das sind Bereiche, bei denen wir von Tiscover partnerschaftliche Lösungen bereit stellen können und das funktioniert wie etwa in Reutte (www.ferienregion-reutte.at) ja auch sehr gut. So können sich die Touristiker auf ihre tatsächlichen Kernaufgaben konzentrieren, nämliche attraktive Inhalte über die jeweilige Region zu generieren, zu informieren und telefonische Buchungsanfragen abwickeln.“

ÖGZ: Aus dem Pionier Tiscover ist ein etabliertes Unternehmen geworden. Sind die Tage der technologischen Revolutionen vorbei? Ist künftiges Wachstum nur noch über die Eroberung neuer Märkte möglich?
Plankensteiner: „Wir stehen immer noch am Anfang. Vor zehn Jahren war das Internet in der Steinzeit, heute befinden wir uns vielleicht in der Bronzezeit. So können wir viele der eben angesprochenen Leistungen für Tourismusbüros erst jetzt anbieten, wo es leistungsstarke Datenleitungen gibt. Dramatische Änderungen wird aber das mobile Internet über Handys bringen.“

ÖGZ: Die Netzbetreiber haben sich von der Einführung von mobilen Diensten vor ein paar Jahren viel erwartet. Geschehen ist bisher aber eher wenig?
Plankensteiner: Neue Technologien funktionieren erst dann, wenn sie einen tatsächlichen Nutzen stiften und vor allem benutzerfreundlich sind. Das war bislang nicht der Fall. Unter anderem deswegen, weil die Handys dazu technisch nicht wirklich in der Lage waren. Der große Vorteil von mobilen Internetangeboten ist, dass ich sie mit lokalen Inhalten füllen kann. Wenn „location-based-services“ zu Verfügung stehen. ich also über das Handy problemlos das nächstgelegene Hotel finde, einen mobilen Stadtplan zu Verfügung habe, einen aktuellen Wetterbericht und Straßenverkehrsinfos bekomme, dann werde ich das auch nutzen wollen.“

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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