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Xun Ou Wu mit seiner Frau Ai Mei Zhang. Der Name Mei bedeutet im Chinesischen „Schönheit“.  Danach ist das neue Vier-Sterne- Hotel MEI in Mutters benannt.

Vom Chinarestaurant zum Hotel

11.09.2018

Die ÖGZ war vor Ort im Muttererhof und hat mit Eigentümer Xun Ou Wu gesprochen. Eine gastronomische Erfolgsgeschichte mit Migrationshintergrund
 

Das MEI verfügt im Endausbau über rund 140 Betten.  Angesprochen werden Ferien-  genauso wie Businessgäste.
Das Business- und Urlaubshotel im Innsbrucker Feriendorf Mutters bietet eine Rundum-Aussicht.

Wir sind beim Planen in das Hotelfach hineingewachsen“, sagt Xun Ou Wu mit chinesischem Akzent. Der Austro-Chinese wurde vom Gastronomen zum Hotelier. 
Einfach war diese Transformation nicht. Er habe lange und viel geplant, noch mehr umgeplant, und dementsprechend hat das auch die Kosten in die Höhe getrieben. Seine Familie musste einige Rückschläge verdauen. Selbst die 18- und 19-jährigen Söhne des Hotelierpaares Ai Mei Zhang und Xun Ou Wu schütteln lachend den Kopf, wenn sie an 2013 zurückdenken, als ihnen ihre Eltern eröffneten, dass man in das Hotelfach einsteigen wolle.

In dritter Generation

Die Familie Wu ist bereits in der dritten Generation in Österreich. Ende der Achtzigerjahre wanderte die Familie mit ihrem damals 17-jährigen Sohn Xun Ou Wu von Shanghai nach Tirol aus. Die Familie übernahm das ehemalige Traditionsgasthaus Grüner Baum in Schwaz und betrieb dort seit Anfang der 1990er-Jahre das Chinarestaurant „Mandarin“. So wurde Xun Ou Wu unternehmerisch sozialisiert.
Warum er von der Gastronomie ins Hotelgewerbe gegangen ist? Er wolle seiner Frau und seinen beiden Söhnen eine gute Zukunft bieten, antwortet Xun Ou Wu.

2013 kaufte Xun Ou Wu den Muttererhof nahe Innsbruck. Er war einer der wenigen, der hier Potenzial sah. Denn das Gasthaus mit einigen wenigen Zimmern stand zu diesem Zeitpunkt schon zehn Jahre leer. Doch Wu ist bis heute vom Panorama begeistert, der Ausblick war letztlich sogar ausschlaggebend für den Kauf. 

Erklärtes Ziel war es, aus dem Muttererhof einen kleinen Beherbergungsbetrieb zu machen. Weder Frau noch Kinder noch der neue Inhaber selbst wussten damals, dass dieser Plan fünf Jahre dauern würde, zehn Millionen Euro (Kauf und Renovierung) kosten und aus der Pension ein modernes 140-Betten-Vier-Sterne-Hotel entstehen würde. Von 2013 bis 2016 wurde umgebaut, modernisiert und erweitert. Es folgte eine Pre-Opening-Phase. Ende Mai dieses Jahres wurde „dasMEI“ – benannt nach seiner Gattin Ai Mei – dann offiziell eröffnet. 

Die lange Pre-Opening-Phase erklärt Xun Ou Wu mit dem Hang der Familie zur Perfektion. „Alles muss passen. Wir wollten erst dann offiziell eröffnen, wenn wir uns ganz sicher sein konnten, dass die Abläufe perfekt sind.“ Damit das Hotelcredo „East meets West“ in der gewünschten Perfektion zum Tragen kommt, hat Xun Ou Wu mit Hansjörg Peer einen einheimischen Berater an der Seite. Peer hat als langjähriger Direktor des Fünf-Sterne-Hotels Europa in Innsbruck Erfahrung in der Stadthotellerie und ist nebenbei noch langjähriger Mutterer Bürgermeister. Gemeinsam hat das Duo aus Shanghai und Tirol bereits einiges bewirkt. 

Westösterreich meets Fernost

Das MEI gibt sich durchwegs tirolerisch: Der Tiroler Adler und Steinböcke spielen im Haus eine wichtige Rolle und tauchen als Stilelement an Wänden oder auf Bildern auf. Der asia-tische Einfluss ist in der Küche klar erkennbar. Mit Guiseppe Capriotti und Feng Wang gibt es zwei Küchenchefs. Geboten wird eine Mischung aus asia-tischer, Tiroler und mediterraner Küche. Seine asiatischen Wurzeln nicht verleugnen kann auch der Hotelgarten. Alles ist akkurat nach Feng Shui bepflanzt und bekiest. Derzeit verfügt man über 48 neue sowie 18 traditionelle Pensionszimmer. Im Endausbau könnte das Hotel ca. 70 Zimmer, sprich 140 Betten, vorweisen. 

„Wir sind beim Planen in das Hotelfach hineingewachsen.“

Potenzielle Gäste will man mit einer Positionierung als Ferien- und Businesshotel ansprechen. „Wir versuchen einen Bauchladen mit uns herumzutragen, der alle Gästeschichten anspricht. Individuelle und Ferien-Gäste, Familien und Geschäftsreisende“, betont Hansjörg Peer. Die Herausforderung für die Positionierung war, herauszufinden, auf welches Pferd man setzen soll. Man habe als Businesshotel mit ersten Kongressen und Seminaren bisher gute Erfahrungen gemacht. 

Hotel und Restaurant können so zudem 365 Tage im Jahr geöffnet bleiben. Der Bar- und Restaurantbereich mit Panorama- Hotelgarten eignet sich für Hochzeiten und Events. Die eigentliche Nichtpositionierung scheint aufzugehen. „Die Pre-Opening-Phase ist gut gelaufen. Wir sind mit der Auslastung zufrieden und auf einem guten Weg. Luft nach oben gibt es natürlich immer“, so Xun Ou Wu. Ob man gezielt für chinesische Gäste werbe, verneint der Wahltiroler. „Bei uns sind alle Gäste willkommen.“

Autor/in:
Barbara Egger
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