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Vom Kaffeeanbau bis zum Kaffeesudlesen

16.11.2004

Gemeinsam lockten Kaffeesieder und Kaffeeröster aus ganz Österreich am 1. Oktober 2004, dem 3. Tag des Kaffees, ihre Gäste mit zuweilen nicht alltäglichen Attraktionen und Aktivitäten in die österreichischen Kaffeehäuser.

Schon am Vortag zum Tag des Kaffees, am 30. September 2004, präsentierte das Erste Österreichische Institut für Kaffee-Experten-Ausbildung in Kooperation mit 4 Tourismusfachschulen Wiener Kaffeekultur am Stephansplatz. Ab 11.00 Uhr fanden sich 8 Kaffee-Sommelierwagen, 15 ausgebildete Kaffeeexperten und Kaffeesommeliers und rund 20 Tourismusfachschüler am Stephansplatz ein und bereiteten 8 österreichische Kaffeerezepte zu. Kaffee-Experte Prof. Leopold Edelbauer, freute sich über den regen Zustrom interessierter Kaffeeliebhaber. Auf Grund des strömenden Regens wurde die Aktion schon am frühen Nachmittag beendet – trotzdem wurden innerhalb kürzester Zeit Einnahmen von € 741,-- erzielt. Diese kommen der Aktion „Rettet den Stephansdom“ zu Gute.

Wildkaffee
In den Cafés Hofburg und Landtmann wurde am 1. Oktober ausschließlich Wildkaffee aus den Regenwäldern Äthiopiens ausgeschenkt. Eine gewisse Skepsis war den Gästen nicht abzusprechen, doch die Reaktionen auf den Geschmack des Wildkaffees waren mehrheitlich positiv. Mit dem Ausschank des Wildkaffees unterstützt die Familie Querfeld Maßnahmen zur Erhaltung der vielfältigen Kaffeekulturen in Äthiopien.

Türkischer Kaffee
Im Café Schwarzenberg stand der Tag des Kaffees im Zeichen einer ganz besonderen, wenn auch nicht Österreichischen, Kaffeespezialität: Geschäftsführer Alfred Altenburger und seine Mitarbeiter kredenzten Türkischen Kaffee, der „live“, vor den staunenden Gästen, zubereitet wurde. Geschätzte 100 Portionen Türkischen Kaffees wurden so von den Gästen des Café Schwarzenberg verkostet.

Kaffee verkehrt
Der „Kaffee Verkehrt“ stand im Café Dommayer im Mittelpunkt des Geschehens am 1. Oktober. Großen Anklang fand die Verkostung dieser Wiener Kaffeespezialität, die mit Traubenzucker gesüßt wird und als der Energiespender unter den Kaffees schlechthin gilt: 170 Portionen des anregenden Kaffeegetränks brachten Komm.Rat Gerd Gerersdorfer und sein Team am 3. Tag des Kaffees unter ihre Gäste.

Kulturcafé
Im Café Prückel lud Cafetier Friedrich Sedlar, gemeinsam mit dem Kaffee-Experten Prof. Leopold Edelbauer zu einem Vortrag über die Bekömmlichkeit des Kaffees. Die begeisterten Zuhörer konnten im Anschluß ihr neuerworbenes Wissen sogleich bei einer Verkostung am Kaffeesommelierwagen testen und eifrigst fachsimpeln. Für den Ausklang des Tag des Kaffees im Café Prückel sorgte Christian Qualtinger mit seinem Programm „Wien und seine Söhne“: Alt Wiener Lieder sowie mannigfache Eigenkompositionen erheiterten das Publikum und erleuchteten so manchen im Bezug auf den Umgang mit der manchmal etwas komplizierten „Wiener Seele“.
„Kaffeehaus ist überall“ lautete der Titel der Lesung von Josefstadtschauspieler Toni Slama zu der ins Café Sperl geladen wurde. Cafetier Manfred Staub, der am Abend zuvor den Ehrenpreis für die Bewahrung und Erhaltung der österreichischen Kaffeehauskultur von Jacobs und Gault Millau erhalten hat, wurde freute sich über ein volles Haus. „Die Luft ist wie Champagner“ von Arthur Schnitzler, gelesen von Irene Colin und Klaus Haberl, hieß es hingegen im Café Weimar. Fachgruppenobmann Maximilian Platzer ließ es sich nicht nehmen, an etwas skurrilere Dinge rund um das Thema Kaffee anzuknüpfen, und so konnte man sich am Abend des 1. Oktobers im Café Weimar aus dem Kaffeesud lesen lassen.

Kaffeebilder
Dass Kaffee nicht nur ein für den Körper belebendes Genussmittel seinkann, sondern sogar noch der zurückbleibende Kaffeesud zu einem den Geist und die Imagination stimulierenden und herausfordernden Material werden kann, beweisen die in den letzten zwei Jahren entstandenen Werke von Monika Morrison. Im Kaffeemuseum in Wien zeigte die gebürtige Steirerin ihre interessanten Bilder aus Kaffeesud auf einer Sandgrundierung. Unterschiedliche Kaffeesorten – am besten ist der Türkische!“ – in verschiedenen Lösungsverhältnissen mit Wasser und Leim gemischt, erzeugen sie immer neue Strukturen“, erklärt die Künstlerin.

Aus den Bundesländern
Die Fachgruppe Gastronomie Tirol bot auf der eigenen Homepage ein Kaffee – Quiz an, zu gewinnen gab es Gutscheine im Wert von jeweils € 20,00. Ebensolche Gutscheine wurden auch im Rahmen einer Kooperation mit dem ORF und der Kronen Zeitung verlost. Jeder Kaffeehausgast, der am 1. Oktober bis 11.00 Uhr mit einer Kronen Zeitung in einen der 80 teilnehmenden Betriebe gekommen ist, wurde auf einen Kaffee seiner Wahl eingeladen.

In der Wallfahrtskirche Maria Schutz fand, zugunsten der Aktion „Darfur – Nachbar in Not“, am 1. Oktober eine Gospelmesse mit Jenny Bell aus Uganda und der Gruppe „Saloncombo“ statt. Angie Zhanial, Tänzerin und Fotomodel aus Simbabwe, präsentierte Bilder mit Motiven aus Afrika.
Mit Unterstützung des Veranstalterverbandes Österreich, des Jungen Gastgewerbes Niederösterreich, der Fachgruppe Gastronomie Niederösterreich und durch die Lehrer der Landesberufsschule Waldegg wurde diese Benefiz-Veranstaltung zum Erfolg. „Es konnten immerhin € 1880.-- an Spendengelder aufgebracht werden. Wenn man bedenkt dass mit nur € 10.-- einer Familie in Darfur für ein Monat lang geholfen werden kann, dann macht es Freude, diese Summe überweisen zu dürfen.“, kommentiert Komm.Rat Rudolf Rumpler, Obmann der Fachgruppe Gastronomie Niederösterreich, die Aktion in Maria Schutz. In ganz Österreich rundeten zahlreiche Sonderaktionen rund um Kaffee, Apfelstrudel & Co das umfangreiche Programm zum 3. Tag des Kaffees 2004 ab.

Erfolg
„Der Tag des Kaffees war ein voller Erfolg und begeisterte speziell die Gäste, denen die Österreichische Kaffeehauskultur auf diese Weise näher gebracht werden kann“, faßt Komm. Rat Maximilian Platzer den abwechslungsreichen 1. Oktober 2004 zusammen.
Der auf Initiative des Österreichischen Kaffee- und Teeverbandes ins Leben gerufene „Tag des Kaffees“ wird auch 2005 wieder Rahmen für umfangreiche Aktivitäten der Wiener Kaffeehäuser und der Österreichischen Gastronomiebetriebe sein.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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