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Von Bier-Tulpen und Märzen-Bechern...

17.02.2006

Österreich ist und bleibt ein "Bierland" - das zeigt die erfreuliche Jahresbilanz 2005, die der Verband der Brauereien Österreichs im Rahmen der Jahres-Pressekonferenz präsentierte: Im Vorjahr wurden in Österreich pro Kopf rund 109 Liter Bier konsumiert. "Damit liegen wir um 0,4 Liter - also um mehr als ein Seiterl pro Österreicher - über dem Ergebnis 2004.", freut sich Dipl.-Ing. Dr. Markus Liebl, Obmann des Verbandes der Brauereien Österreichs.

Insgesamt konnte der Bierausstoß der heimischen Brauereien (inkl.
alkoholfreies Bier und Export) im Jahr 2005 von rund 8,9 Mio. hl um
0,9 % auf knapp 9 Mio. hl gesteigert werden. Dabei machte der Absatz
im Inland mit rund 95 % den Löwenanteil aus. Der Zuwachs in
Österreich betrug insgesamt 0,6 % (2004: 8,42 Mio. hl, 2005: 8,48
Mio. hl).

Der Export von österreichischem Bier stieg um 6,1 % von knapp
460.000 hl auf rund 490.000 hl, wobei Deutschland, Ungarn und Italien
die wichtigsten Exportmärkte sind.

Bei den Biersorten blieb das helle, mild-hopfenbittere
Lager-/Märzenbier auch 2005 der unangefochtene Favorit: Es konnte
seinen Anteil am Inlandsmarkt sogar um 1,9 % auf 59,7 % noch weiter
ausbauen. Insgesamt wurden 2005 über 5 Mio. hl von diesem Bier
gebraut - um 4 % mehr als im Vergleichszeitraum. Am zweiten Platz
fand sich, trotz eines mengenmäßigen Rückganges um 7 %, das Vollbier
mit einem Inlandsmarktanteil von rund 19 %. Schankbier hielt 2005 mit
einem Mengenzuwachs von 3,1 % bei einem Inlandsmarktanteil von rund 6
%. Der Absatz von alkoholfreien Bieren konnte im Vergleichszeitraum
um 3 % gesteigert werden (Inlandsmarktanteil: 1,5 %).

2005 hält Bier aus Glasflaschen gemessen am Inlandsmarkt einen
Anteil von 51 %. Mit einem Wachstum von beachtlichen 20 % machte
sich in diesem Segment im Vorjahr allerdings ein Trend zur "kleinen,
aber feinen" 0,33-Liter-Flasche bemerkbar.
Bier vom Fass behauptete sich 2005 mit einem Marktanteil von rund 29
% als fixer Bestandteil österreichischer Bierkultur in der
Gastronomie.
Insgesamt ist der Einweganteil leicht gestiegen; trotzdem ist Bier in
Österreich nach wie vor die Getränkekategorie mit dem höchsten
Mehrweganteil: im Jahr 2005 exakt 78 %. Und auch im internationalen
Vergleich liegen die österreichischen Brauer beim Mehrweganteil im
Spitzenfeld.

147 Braustätten in Österreich garantieren vielfältigen Biergenuss

Die Konsumenten schätzen an den ca. 600 österreichischen Bieren
vor allem die Qualität und Vielfalt. "Für die variantenreiche Auswahl
zeichnen 63 heimische gewerbliche Braustätten und 84
Gasthausbrauereien verantwortlich." betont Dipl. Ing. Dr. Markus
Liebl.

Modernes Berufsbild "Brau- und Getränketechnik"

Auf gemeinsame Initiative der Braubranche, der alkoholfreien
Erfrischungsgetränkeindustrie und der Fruchtsaftindustrie wird seit
1.1.2006 die traditionsreiche Berufsbezeichnung "Brauer und Mälzer"
vom neuen Berufsbild "Brau- und Getränketechnik" abgelöst. Damit
trägt man den technologischen Innovationen in der Brauwirtschaft und
Getränkeindustrie Rechnung. Ein großer Vorteil ist, dass Lehrlinge,
die nach diesem neuen Berufsbild ausgebildet werden, sowohl in
Brauereien als auch bei industriellen und gewerblichen Limonaden- und
Fruchtsaftherstellern gefragt sind.
Für jene Betriebe, die nicht das gesamte Berufsbild ausbilden können,
ist ein Ausbildungsverbund von jeweils vier Wochen im zweiten und
dritten Lehrjahr mit einem Betrieb der jeweils anderen Branche
vorgesehen.

Fassbier

Um den Kreislauf von Bierfässern künftig zu optimieren und vor
allem auch um die missbräuchliche Verwendung zu vermeiden, hebt die
österreichische Brauwirtschaft ab Mai 2006 ein Pfand in der Höhe von
30 Euro pro Fass ein. Bisher wurden in Österreich Bierfässer den
Kunden zum Zweck des Transports und der Getränkelagerung als einzige
Mehrweggebinde unbepfandet zur Verfügung gestellt, während in fast
allen anderen europäischen Ländern auch auf Fässer ein Pfand
eingehoben wird. In den letzten Jahren sehen sich die Brauereien
verstärkt mit dem Schwund ihrer wertvollen Stahl-Fässer konfrontiert.
Die Pfandeinhebung soll gezielt der missbräuchlichen Verwendung
entgegenwirken und einen effizienteren und schnelleren Rücklauf der
Gebinde gewährleisten.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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