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Vor Ort: Der grünste Kaffee der Stadt

14.12.2017

Zu Gast im Concept Store "Luna" in Wien-Neubau.

Brrraaamm!, macht die Müllabfuhr, die sich frühmorgens den Weg durch die Wiener Burggasse bahnt. Dahinter hupen die wartenden Autos. Ich gönne mir eine kleine Pause zur Stressbewältigung, bevor es zur Arbeit geht. Ein schneller Kaffee. Also hinein in den kleinen Laden, an dessen Schwelle der Schriftzug „Luna“ zu lesen ist. Hinter der Theke stehen Alexandra Braschel und Stephanie Meisl. Sie haben sich der Third Wave of Coffee verschrieben. Zu kaufen gibt es Kaffeespezialitäten aus aller Welt, etwa Kaffee mit Tonic oder diverse fair gehandelte Sorten.

Ich trinke einen Filterkaffee mit „Oatly“ und oute mich gleich als Outsider. „Oatly“ – die neue Hafermilch aus den Niederlanden und angeblich der letzte Schrei bei New Yorks Baristas. Geht jedenfalls runter wie Öl und lässt einen als Nebeneffekt gleich ein Stück hipper fühlen. Und das Luna hat noch mehr zu bieten: Etwa ausgefallene Tees aus Berlin und skandinavische Getränkespezialitäten oder Grünpflanzen. Überall stehen Pflanzen und Gärtnerei-Utensilien herum: von Kakteen bis Design-Gießkannen. Die Betreiberinnen haben sich neben  Kaffee dem Trendthema Indoor Gardening verschrieben. „Wir sind ein Concept Store, in dem man alles, das rumsteht, kaufen kann“, sagt Stephanie Meisl. Angeboten werden etwa Boxen, in denen man in den eigenen vier Wänden Zimmerpflanzen großziehen kann.

Mit den Themen Gardening und Third-Wave-Coffee erreicht man jedenfalls eine Bohème-Zielgruppe, die in Wien-Neubau massig vorhanden ist (um den Laden zu schmeißen, reicht die Berechtigung für Handel und kleine Gastronomie). Für Braschel und Meisl ist das Luna übrigens ein Nebenprojekt zur Filmproduktionsfirma, die sie im selben Haus betreiben. Ihr Antrieb: Leute mit den gleichen Interessen zusammenzubringen. Dazu veranstalten sie auch Workshops, die meist im Lokal stattfinden. Die Idee, Handel mit dem kommunikativen Ort eines Cafés zu verbinden, ist nicht neu. Bekannt sind u. a. Cafés mit Radwerkstätten, Designermöbelverkauf oder Buchhandlungen. Das Luna ist aber ein Ort, wo die Symbiose besonders gut gelingt.   

 

Autor/in:
Daniel Nutz
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