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Vor Ort: Frühstück mal anders

09.05.2018

English Breakfast, vegan? Der erste Gedanke: Nein, das tu ich mir nicht an. Aber wenn man schon mal im „Yamm!“ am Wiener Schottenring vis-à-vis der Universität sitzt, probiert man es doch. 

Hat doch Eigentümer Markus Teufel mit seinem 2011 gegründeten Lokalkonzept massive Pionierarbeit für die mittlerweile breitgeschätzte vegetarische Küche (ein paar Steinwürfe entfernt zeigt etwa Paul Ivic, dass man fleischlos auch auf Sterneniveau kochen kann) geleistet. 

Das Konzept fürs Yamm! hat sich Teufel übrigens mehr oder weniger vom Zürcher Hiltl (vegetarisch seit 1898) abgeschaut. Das gibt er offen zu. Von den Besten abkupfern geht auch in Ordnung. Ein Merkmal: Man zahlt sein Essen nach Gewicht. Das ist super nachhaltig, weil man eher nicht in Versuchung gerät, viel zu viel aufzuladen und somit weniger im Müll landet. Seit Neuestem bietet das Yamm aber auch Menüs (offensichtlich will nicht jeder an die Buffetinsel) und Frühstück (auch in Portionen) an. 

Inszenierung und Storytelling

Und die Inszenierung des vegetarischen Frühstücks kann für Gastronomen durchaus zur Nachahmung empfohlen werden. Das Storytelling über Servicepersonal und die Speisekarte funktioniert prächtig. Eine Tasse frischgebrühte Melange der Wiener Rösterei Bieder & Maier, dazu Kipferln und Semmeln von Felzl, ein Bio-Ei und Marmelade bilden das eher biedere Wiener Frühstück. Progressiver kommt der „Vegan Morning“ mit Quinoa-Hummus-Burrito und Avocado oder einer Smoothie-Bowl (Beeren, Sojamilch und Kokosflocken) daher. Die Botschaft, alles ist fleischlos und vor allem gesund, wird dem Gast vermittelt. Und ja, das English Breakfast mit Beans und vegetarischer Wurst schmeckt auch. 
 

Autor/in:
Daniel Nutz
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