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Vor Ort: Transsibirische Entdeckungen

03.09.2018

Einmal mit der Transsibirischen Eisenbahn von Wladiwostok nach Moskau zu fahren, war ein Traum, den ich mir diesen Sommer endlich erfüllte. 9288 Kilometer im Zug, mit ein paar Zwischenstopps. 

Einmal mit der Transsibirischen Eisenbahn von Wladiwostok nach Moskau zu fahren, war ein Traum, den ich mir diesen Sommer endlich erfüllte. 9288 Kilometer im Zug, mit ein paar Zwischenstopps. Vor allem im asiatischen Teil geht es oft hunderte Kilometer durch unberührte Wälder. Im Gegensatz zur populäreren Strecke Moskau-Peking ist diese Fahrt auch ziemlich untouristisch. Im Zug versucht man ein paar Brocken Russisch hervorzuholen und mit den Leuten in Kontakt zu kommen. Was auffällt: Es gibt diese große Sowjet-Nostalgie, die Erzählungen von damals, als man eine Weltmacht war. Diese wird dann auch touristisch inszeniert. Etwa in den SSSR-Museen, die es in vielen Orten wie Khabarovsk, Nowosibirsk oder Kasan gibt. Man findet sich dort meist in einem Sammelsurium von Alltagsgegenständen – wie sowjetischen Schreibmaschinen, Möbeln oder Fernsehgeräten – wieder. Das Ganze ist ein etwas skurriler Zeitvertreib. 
Aber ins Museum muss man gar nicht, um den Sowjetschick zu erleben. Dazu reicht meist ein Spaziergang zu den im Stadtzentrum stehenden Lenin-Statuen. Je weiter man gegen Westen fährt, desto dezenter wird aber auch der Einfluss von Hammer und ­Sichel im Stadtbild.    
Was sonst noch in Erinnerung bleibt, ist die gastronomische Entdeckung der Reise: Stolowajas! Das sind kleine Kantinen, in denen man sich das Essen selbst holt. Es gibt simple Hausmannskost (etwa Eintöpfe oder Borscht). Das Geniale: Es schmeckt in etwa so wie aus Großmutters Küche. Und Stolowajas gibt es an jeder zweiten Ecke. Und auch wenn die Damen (es arbeiten offensichtlich fast nur Frauen dort) manchmal einen grimmigen Blick haben, schmeckt man, dass in ihrem Essen viel Liebe steckt.  Fazit: Die Lenin-Statuen und Sowjetsterne gehen mir seit meiner Rückkehr mäßig ab – die Stolowajas aber umso mehr.   

Autor/in:
Daniel Nutz
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