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Distanz halten ist in der Vorarlberger Gastronomie angesagt.

Vorarlberger Gastronomie: Erste Erkenntnisse der Öffnung

18.03.2021

Nur ein Drittel der Gaststätten haben seit 15. März in Vorarlberg geöffnet. Grund sind die schwierigen Rahmenbedingungen. Ist die Öffnung darum eine schlechte Idee? Nein, auch nicht!

Es ist vollbracht! Seit Montag, 15. März, können – erst einmal nur die Vorarlbergerinnen und Vorarlberger – wieder Käsespätzle oder Schupfnudla auswärts essen. Die Vorfreude war so groß, dass sich manche gar den Tag freinahmen, um ins Restaurant oder zur Wirtin des Vertrauens zu gehen.

Was sind die Probleme bei der Gastro-Öffnung?

Unter den ersten Gästen war auch Mike Pansi, seines Zeichens Spitzenkoch (Kochmeisterei Hohenems), VKÖ-Präsident und auch noch Gastro-Spartenobmann im Ländle. Wobei es dem Topkoch nach Wiener Schnitzel gusterte, wie er uns erzählte.  

Mike Pansis Fine Dining-Lokal in Hohenems blieb aber geschlossen – wie rund Zweidrittel aller Gastronomiebetriebe im Ländle. „Zu mir kommen die Gäste ab 18:30 und gehen normalerweise nach Mitternacht“, erzählt Pensi, die 20 Uhr-Sperrstunde für ihn die Frage des Öffnens schnell negativ beantwortete.

Wie Pansi geht es auch vielen anderen. Geschätzt 6 von 10 der 1.811 Vorarlberger Gastro-Betriebe leben vom Abendgeschäft, so der der Fachgruppenobmann. Rund Zweidrittel blieben trotz der Öffnungsmöglichkeit ab 15. März geschlossen.

Frühe Sperrstunde ist ein Problem

Die Gründe sind naheliegend: Unter den sehr strengen Regeln ist für viele Betriebe ein Aufsperren eben ökonomisch kaum sinnvoll. Die Gastronomie hatte bis zuletzt für eine Sperrstunde erst um 23 Uhr gekämpft – angesichts der Pendemie-Lage hatte die Gesundheitsexperten des Gesundheitsministeriums aber nur die 20 Uhr gebilligt. Auch die Abstandsregelung (Mindestabstand von zwei Metern zwischen Tischen) erschweren vielen Gastronomen die betriebswirtschaftlich nötigen Kapazitäten für die Gäste zu schaffen. Hinzu kommt die Testpflicht, die manche Gäste wohl abschreckt.

Einige wollen noch öffnen

Ist das Gastro-Versuchslabor Vorarlberg deshalb schon jetzt ein Rohrkrepierer? Nein, keinesfalls! Letztlich geht es darum, zu zeigen, dass die Öffnung der Gastronomie keine gravierenden Auswirkungen auf das Infektionsgeschehen haben muss. Denn eines ist klar: Kommt es zu keinem signifikanten Anstieg der Inzidenz, dann auch der Weg für Öffnungen ist Restösterreich geebnet werden.

Dass unter solchen Rahmenbedingungen Hilfen wie die Ausfallsentschädigung weiterhin gewährt werden müssen, versteht sich von selbst.

Immerhin, die ersten Tage kann man positiv resümieren. Laut einer Umfrage der Landesregierung wollen noch weitere Betriebe öffnen. Rund die Hälfte der Vorarlberger Gaststätten soll demnach nächste Woche geöffnet haben.

 

Autor/in:
Daniel Nutz
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