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VwGH-Entscheid über das Absetzen von Bewirtungskosten

22.05.2006

Bewirtungen sind dann absetzbar, wenn ein Steuerpflichtiger anlässlich der Bewirtung eine auf seine berufliche Tätigkeit bezogene Leistungsinformation bietet.

In einem langjährigen Rechtsstreit über die Absetzbar-
keit von Bewirtungskosten hat der Verwaltungsgerichtshof (VwGH) als letzte Instanz nun ein Urteil gefällt, das dem auf Abfall- und Abwasserwirtschaft spezialisierten Rechtsanwalt und Buchautor Wolfgang List Recht gibt. „Es ist ausreichend, wenn der Steuerpflichtige dartut, dass er anlässlich der Bewirtungen jeweils eine auf seine berufliche Tätigkeit bezogene Leistungsinformation geboten hat“, meint der VwGH im entsprechenden Erkenntnis vom 22. März 2006. Bei der Bewirtung müsse es demnach um Werbung gehen, damit sie steuerlich absetzbar sei, die bewirteten Personen müssten aber nicht länger ausschließlich potenzielle Kunden sein, hieß es.
Der Anlassfall: Wolfgang List, Autor von Fachbüchern und Fachvortragender auf dem Gebiet von Abfallrecht und Umweltrecht, wurde seit 1998 die Absetzbarkeit sämtlicher Bewirtungskosten verwehrt. Als Begründung dafür sei vorgebracht worden, dass im Zuge der Bewirtungen „kein Werbeobjekt in Form einer Werbebotschaft an eine Zielperson herangetragen wurde“ und daher der vom Einkommensteuergesetz als Voraussetzung für die Absetzbarkeit verlangte Werbezweck nicht nachgewiesen wurde, obwohl List dem Finanzamt umfangreiche Zusatzaufzeichnungen zur Verfügung gestellt habe, aus denen der Anlass der Bewirtung sowie die Namen der bewirteten Journalisten, Verleger, Subautoren und Seminarveranstalter hervorgingen, hieß es.
Von jetzt an werden die Finanzämter noch genauer auf die Dokumentation der Bewirtungskosten achten, meint die Steuerberaterin Karin Reisinger dazu. Unkommentierte Wirtshauszettel würden nach wie vor nicht anerkannt. Werde durch Zusatzaufzeichnungen – allenfalls auf der Rückseite der Bewirtungsrechnungen – der Zweck der Besprechung sowie die Namen der Eingeladenen lückenlos festgehalten, dann stehe der steuerlichen Absetzbarkeit nichts mehr im Wege, so Reisinger.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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