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Wachstum in Vier-Sterne - Segment

24.03.2011

Christie + Co veröffentlicht neue Hotelmarktanalyse und sieht den Salzburger Hotelmarkt in Bewegung - starke Angebotszuwächse im Vier-Sterne-Segment

Lukas Hochedlinger, Manager Business Development Austria & CEE bei Christie + Co

Im Auftrag der Österreichischen Hoteliervereinigung führte Christie + Co kürzlich eine Analyse des Salzburger Hotelmarktes durch. Vor dem Hintergrund neuer Hotelprojekte stand eine Prognose der zu erwartenden Zimmerauslastung und erzielbaren Nettozimmerpreise im Vordergrund. Laut Lukas Hochedlinger, Manager Business Development Austria & CEE bei Christie + Co, zeigt der Salzburger Hotelmarkt aktuell in Bezug auf neue Projekte als auch Transaktionen viel Bewegung. Jedoch wird sich nicht jedes Segment in den nächsten Jahren positiv entwickeln.

 

Weniger Hotels, aber mehr Zimmer

Während die Anzahl der Hotelbetriebe in Salzburg laut der Studie von Christie + Co von 2001 bis 2010 kontinuierlich schrumpfte, stieg das Angebot im Jahr 2010 von rund 5.100 auf zirca 5.500 Zimmer. Dabei war mehr als die Hälfte des gesamten Zimmerangebotes in Salzburg im Vier-Sterne-Bereich angesiedelt. „Diese Kategorie verzeichnete in den letzten zehn Jahren als einzige ein Angebotswachstum und führte so zu einer Steigerung des Gesamtangebotes“, weiß Hochedlinger. Um durchschnittlich 4,6 Porozent sei das Angebot hier von 2001 bis 2010 pro Jahr gestiegen. Alle anderen Segmente verzeichneten im selben Zeitraum in Bezug auf das Angebot jedoch einen Negativtrend, am signifikantesten der Economy-Sektor.

Federn lassen mussten die Fünf-Sterne-Hotels: Sie registrierten eine stark negative Nachfrageentwicklung. „Diese Entwicklung ist nach unseren Recherchen unter anderem darauf zurückzuführen, dass in der offiziellen Statistik Fünf-Sterne-Häuser in eine niedrigere Kategorie gestuft wurden — was wiederum rein statistisch die Nachfragesteigerung im Vier-Sterne-Segment begünstigte“, erläutert Hochedlinger. Die Zimmerauslastung aller Hotels und Pensionen in Salzburg lag 2010 bei rund 67 Prozent, was im Vergleich zu 2001 eine Steigerung von 13,5 Prozent bedeutet. Nach einer stark rückläufigen Entwicklung der Zimmerauslastung nach dem Mozartjahr 2006 gepaart mit den Folgen der Finanzkrise, konnten die Salzburger Hotelbetriebe 2010 wieder eine eher positive Tendenz aufweisen.

 

Zimmerpreise auf niedrigem Niveau

Der durchschnittliche Nettozimmerpreis der Salzburger Hotels konnte von 2001 bis 2008 um mehr als 27 % gesteigert werden, sackte 2009 als Folge der internationalen Finanzkrise jedoch massiv ab. Erst 2010 konnte wieder eine marginale Steigerung registriert werden, allerdings nicht auf dem Niveau von vor 2006. „Betrachtet man die Entwicklung des inflationsbereinigten durchschnittlichen Nettozimmerpreises wird ersichtlich, dass die Werte von 2010 sogar niedriger sind als im Jahr 2001“, erläutert Hochedlinger. Ein Anheben der Zimmerpreise wird nach seiner Auffassung vermutlich noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Laut Studie können alle neuen Hotelprojekte, die derzeit im Bau oder in Planung sind, der Drei-Sterne-Kategorie zugerechnet werden. Manche dieser Hotels werden sich nach Einschätzung Hochedlingers jedoch im Graubereich zur nächst höheren oder niedrigeren Kategorie positionieren. Um einem möglichen Preisdruck entgegenzuwirken, rät er Hoteliers, ihre Betriebe durch gezielte Investitionsmaßnahmen und Produktverbesserungen wettbewerbsfähiger zu machen. Doch auch die Nachfrage wird laut der Prognose von Christie + Co steigen, nicht zuletzt durch die Zugkraft neuer Brands wie etwa Motel One oder Meininger.

 

Transaktionsmarkt zeigt Bewegung

Innerhalb der letzten Monate fanden in der Mozartstadt zwei bedeutende Deals statt: Noch Ende letzten Jahres wurde das Vier-Sterne-Haus Amedia Hotel Salzburg mit 101 Zimmern an einen Investor aus Aserbaidschan verkauft. Das 140-Zimmer-Hotel NH Salzburg City wurde erst in den letzten Wochen von dem internationalen Investor Invesco Real Estate als Teil eines Portfolios erworben. Das Hotel ist langfristig an NH Hoteles vemietet.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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