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Hochlandrinder im Almenland.

Warum das Almenland erfolgreich ist

28.11.2018

Eine kleine Tourismusregion in der Steiermark zeigt vor, wie man mit gutem Programm und viel Zusammenhalt auf eine gezielte Erfolgsspur kommen kann. Die ÖGZ hat sich im Almland umgesehen.  

Vogelbeeren aus dem Obstgarten im oststeirischen Almenland,

Abwanderung, Nächtigungsrückgang und eine ganz allgemeine Jammerstimmung kannte man im heutigen steirischen „Almenland“ nur zu gut. Das war vor dem EU-Beitritt Österreichs, als die Region – die sich im Süden bis zum Grazer Berg- und Hügelland, im Westen bis Mixnitz mit der bekannten Bärenschützklamm, im Norden bis zum Hochlantsch und im Osten bis zur Apfelstraße bei Weiz und dem Joglland  erstreckt – dahindarbte. Das damals beginnende Regionalentwicklungsprogramm der EU namens „LEADER“ leitete die Trendumkehr ein. Der Name „Almenland“ wurde dabei ins Leben gerufen. Und die wichtigen Player der Region aus Tourismus, Landwirtschaft und den Kommunen schlossen sich zusammen und schworen sich auf ein Leitbild ein. 

Die namensgebenden Almen waren von Anfang an vorhanden – 125 einzelne Almen ergeben das größte Almgebiet Europas –, aber bis zur Vorzeigeregion war es dennoch ein weiter Weg. Die Region gibt es seit 1995, danach entstanden Schritt für Schritt das Almenland-Marketing, das Entwicklungsprojekt und das Tourismusbüro. Heute ist das Herzstück der Mutterverein „Naturpark Almenland“, wobei mit Naturpark die gesamte Region gemeint ist. Natürlich gab es auch Widerstände. Viel Aufklärungs- und Überzeugungsarbeit sowie die Gründung vieler Produzentengemeinschaften waren erforderlich, bis die übergreifende Zusammenarbeit in der Almenland-DNA gespeichert wurde. Neben dem großen Zusammenhalt in der Region ist auch der Umstand, dass die Regionalentwicklung in einer Hand liegt, ein entscheidender Erfolgsfaktor. 
3.000 „Almpfleger“ 
Der Verein Naturpark Almenland wird von sechs Gemeinden getragen, elf Vereine teilen sich die wichtigsten Aufgaben der Region und liefern mehr als 700 Produkte: Das „Almo“-Almochsenfleisch als Leitprojekt mit über 400 Betrieben und mehr als 3.000 Stück Rindern auf der Alm steht außen vor, aber auch die Projekte Wald & Holz, Fisch, Kräuter und Spezialitäten prägen maßgeblich die Region. Insgesamt sind es mehr als 12.500 Einwohner, von denen die Hälfte zumindest bei einem Verein Mitglied ist, die von der gelebten Identifikation der Bevölkerung zeigen. 

Stadtraum trifft Almfrische 

Der Tourismus in der Region hat mit der Zimmervermietung an „Städter“ begonnen, alles auf sehr einfachem Niveau und hauptsächlich auf Bauernhöfen. Einem ersten Tourismusboom in den 1970er-Jahren folgte ein Einbruch in den 1980er-Jahren. Mittlerweile läuft die Entwicklung der Gästezahlen wieder prächtig, acht Orte und 100 Betriebe ziehen am gleichen Strang. Die Umstrukturierung und deutliche Qualitätsverbesserung bei den Betrieben führen seit den 1990er-Jahren zum Erfolg. Heuer hält die Region bei ca. 220.000 Nächtigungen, zum Vergleich waren es 2009 noch ca. 160.000. Die stärkere Saisonhälfte ist noch immer der Sommer, mit dem August als stärksten Monat und mit fast 100 Prozent Auslastung. Das Angebot reicht vom Wandern bis zum Sport, besonders Reiten, Radfahren und Golf.
Durch die attraktiven Wellness-Betriebe punktet man auch in der wetterunsicheren Zeit. Doch auch die Rundherum-Attraktionen können sich sehen lassen: mit Natur- und Ausflugszielen, Erlebnisführungen, Events und kulinarischen Destinationen. Ganz besonders ist auch das Einkaufserlebnis im Almenland mit mehr als 30 verschiedenen Greißlereien, Hofläden und Direktvermarktern – Genuss hautnah! Geboten werden Natur-Ausflugsziele wie zahlreiche Höhlen- und Klammenwelten, Erlebnisführungen wie durch die Stollenkäserei im Silberbergwerk Arzberg, Erlebnisparks (wie der Kletter- oder Almerlebnispark) sowie die kulinarischen Ausflugsziele (mit 15 Almo-Wirten oder dem Schokoladehimmel von der fernsehbekannten Konditorweltmeisterin Eveline Wild).

Sport, Wandern & Ruhe

Die Gäste von heute sind naturaffine Erholungssuchende, die zusätzlich zum klassischen Wellnessprogramm im Hotel auch noch das Naturerlebnis (Wandern, Sport) und eine regionale Kulinarik auf hohem Niveau suchen. Die Gäste kommen vorwiegend aus Österreich (ca. 75 %), besonders aus Wien, Niederösterreich und der Steiermark, aber auch aus Deutschland, Ungarn oder Tschechien. Nach oben hin ist noch viel Platz, Gästeschichten aus Oberösterreich, den Niederlanden oder der Schweiz sollen verstärkt angesprochen werden. Und so bastelt man am Leitbild „Almenland 2025“, wobei das Vorantreiben der umfassenden Regio-nalentwicklung im Fokus steht, wie 
z. B. die „Klima- und Energiemodellregion“, welche beispielsweise E-Tankstellen einführt und das E-Auto regional salonfähig machen soll.

Während man im Naturpark Almenland an der regionalen Weiterentwicklung arbeitet, setzen auch die privaten Unternehmen auf Investitionen, wie z.B. das Naturparkhotel Bauernhofer oder der touristische Leitbetrieb der Region, das Vier-Sterne-Superior-Almwellness-Hotel Pierer auf der Teichalm. Ein gutes Zeichen, denn die vielen geplanten Millionen Euro fließen letztendlich auch in die Zukunft des Almenlandes.

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