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Hat es sich bald ausgedampft in den 500 Shisha-Lokalen Österreichs?

Was passiert mit Shisha-Lokalen?

07.12.2017

Das Rauchverbot könnte zum Aus dieser Lokale führen. Denn ein gastronomisches Angebot für Freunde der Wasserpfeife, in dem nicht geraucht werden darf, ist wie ein Kaffeehaus ohne Kaffee.

Deshalb fordern in seltener Einmütigkeit Kammer und Gewerkschaft eine Ausnahmeregelung für Shisha-Lokale. Davon gibt es österreichweit immerhin 500. meist von jungen Leuten betrieben. „Uns ist es immer zuallererst um die Gesundheit der rund 200.000 Beschäftigten und 10.000 Lehrlinge im Hotel- und Gastgewerbe gegangen“, betont Berend Tusch, Vorsitzender des Fachbereichs Tourismus in der Gewerkschaft vida. „Allerdings wurde vergessen, auf jene Betriebe Rücksicht zu nehmen, deren Geschäftszweck das Anbieten von Rauchkonsumation in Form von Shishas ist. Hier braucht es Sonderregelungen, damit diese Lokale ihren Betrieb nicht einstellen müssen und wertvolle Arbeitsplätze nicht verloren gehen!“, so Tusch im Rahmen einer Pressekonferenz. 

Keine Gleichbehandlung

„Arbeitnehmer- und Arbeitnehmerinnenschutz und Rauchgelegenheiten müssen kein Widerspruch sein. Als Fachbereich Tourismus geht es uns nicht nur um die Ausnahmeregelung für Shisha-Lokale, sondern auch darum, für alle die gleichen Rechte zu installieren“, so Tusch. „Derzeit gibt es in diesem Bereich eine ungleiche Behandlung. Raucherlounges in Hotels, in den derzeit nicht serviert, aber geraucht werden darf, werden hier bevorzugt. Hier ist Handlungsbedarf gegeben. Gastrobetriebe dürfen nicht schlechter gestellt werden als die Hotellerie.“

Ausnahme für Shisha-Lokale

„Wir fordern eine Ausnahme der Shisha-Lokale aus dem generellen Rauchverbot, so wie es in nahezu allen EU-Staaten geregelt ist“, erklärt der Verbands-Vorsitzende der Shisha-Lokale Jakob Baran.  „Schließlich kommt zu uns kein Kunde, der nicht Shisha-Dampfen will. Wir kontrollieren auch sehr streng, ob unsere Kunden über 18 Jahre alt sind. Minderjährige kommen bei uns nicht herein.“ Gerade junge Menschen haben sich im Bereich der Shisha-Lokale selbstständig gemacht und Kredite aufgenommen, um sich ihre Träume zu verwirklichen. Hier gelte es, Barrieren voller bürokratischer Vorschriften dort abzubauen, wo sie nicht gerechtfertigt sind. 

Man habe sich in den letzten Monaten an alle Parlamentsparteien und auch an die Sozialpartner gewandt und auch mit allen Gesprächen geführt. „Wir freuen uns sehr, dass sowohl die Gewerkschaft als auch die Wirtschaftskammer unser Problem verstanden haben. Werden Shisha-Lokale nicht ausgenommen, bedeutet es das Ende unserer Branche. Tausende verlieren ihren Arbeitsplatz und Österreich verliert Betriebe, die Millionen an Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen abliefern“, erklärt Baran.

Unterstützung von Fachgruppe Gastronomie

Unterstützung für eine Ausnahmeregelung kommt auch von der Interessenvertretung der Gastronomie in der Wirtschaftskammer. „Wir setzen uns klar für die Beibehaltung der Trennung von Raucher- und Nichtraucherbereichen in Gastronomiebetrieben, so wie sie derzeit noch gültig ist, ein. Sollte das generelle Rauchverbot dennoch ab Mai 2018 in Kraft treten, sind Shisha-Lokale jedenfalls davon auszunehmen. Wir als Interessenvertreter dürfen es nicht zulassen, dass die Existenz von 500 Betrieben, deren Geschäftsmodell eben das Rauchen von Wasserpfeifen ist, ausgelöscht wird“, betont Peter Dobcak, Obmann der Fachgruppe Gastronomie in der Wirtschaftskammer Wien.

 

Vida/WKO/RED

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