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Robert Brandhofer und Markus Gould, Heunisch & Erben, Wien: "Nicht verarschen lassen".

Was wir aus der Krise gelernt haben

10.12.2020

In der ÖGZ-Umfrage der Woche wollten wir wissen, welche Lehren Gastronomen aus dem Krisenjahr gezogen haben. Was würden sie heute anders machen? Das sind die Antworten.

Während dieser Tage im österreichischen Handel wahre Öffnungsorgien gefeiert werden, bleiben gastronomische Betriebe und Hotels weiter geschlossen. Und selbst wenn im Jänner Restaurants, Bars und Hotels wieder öffnen werden: Über Umsätze wie vor der Krise werden wohl die wenigsten wieder kommen. Denn was trotz Öffnung bleiben wird sind erschwerende Umstände, wie etwa Hygieneregeln.

Die finanzielle Lage fast aller Betriebe ist desaströs. In unserer Umfrage machen sich einige Unternehmer Luft und erzählen uns davon, welche Lehren sie aus dem zu Ende gehenden Jahr gezogen haben.

 

Robert Brandhofer und Markus Gould, Heunisch & Erben, Wien

Was wir anders machen würden: Nicht auf Facebook-Postings mancher Partei und deren mediale Verarbeitung hören, sondern die Verordnungen selbst durchlesen – damit hätten wir uns (z. B. Thema „Sperrstunde“) nicht verarschen lassen. Es geht nur mit Planbarkeit und Rechtssicherheit. Was wir wieder so machen würden: Nicht in der Angst leben! Intern ausreichend kommunizieren, sobald es geht: Aufsperren, motiviert sein, weiterhin Spaß an der Arbeit und Dankbarkeit für die vielen Stammgäste haben. Fokussieren auf die Kompetenzen – die Großwetterlage kann man nicht verändern.

 

Robert Brandhofer und Markus Gould, Heunisch & Erben, Wien
Alexander Stauder, Zum weißen Rauchfangkehrer, Wien

Ich hätte vieles anders gemacht, vor allem hätte ich gar nicht aufgesperrt. Mein Lokal ist im ersten Bezirk, und wir haben einen sehr hohen Anteil von Geschäftsleuten an Kunden, die wegfielen. Das Auf- und Wiederzusperren ist eine irre Belastung. Ohne staatliche Unterstützung wäre das schlecht ausgegangen. Auch so war die Zeit von 15. Mai bis September entbehrlich. Viele Dinge wurden von der Regierung auch falsch kommuniziert. Die Kurzarbeit hat uns mehr gekostet als die angekündigten zehn Prozent. Positiv war, dass wir den Take-away kennenlernten und die sozialen Medien nun intensiver nutzen. 

Alexander Stauder, Zum weißen Rauchfangkehrer, Wien
Franz Schwarzwallner, Landgasthaus Schwarzwallner, Michelbach

Ich gehe mit Ende 2021 in Pension und bereite mich bereits seit vier Jahren auf den Verkauf vor. Mein Sohn hat in eine andere Branche gewechselt. Neben dem Gasthaus hatte ich aber immer auch eine Land- und Forstwirtschaft als zweites Standbein. Im vergangenen Jahr haben wir uns darauf konzentriert. Während der Lockdowns hatten wir auch nicht geöffnet und auch keinen Lieferservice oder dergleichen angeboten. Interessant war, dass wir während der paar Monate, die offen waren, sogar zehn Prozent mehr Umsatz gemacht haben. So gesehen wurden wir von der Coronakrise verschont. 

 

Franz Schwarzwallner, Landgasthaus Schwarzwallner, Michelbach
Thomas Hasenauer, Landhotel Römerhof, Dorfgastein
Das Jahr begann mit einem sehr guten Winter, der abrupt Mitte März gestoppt wurde. Was dann kam, war alles neu mit nicht absehbaren Konsequenzen. Überaschenderweise haben wir dann doch noch einen sehr guten Sommer gehabt mit vielen Stammgästen, die uns die Treue gehalten haben und unserem tollen Team, das uns gut über den Sommer brachte. Dann wieder der Stopp Ende Oktober, und nun plagt uns die Planungsunsicherheit. Wir warten nun gespannt auf weitere Entscheidungen betreffend Öffnung des Winterbetriebs und würden alles wieder so machen.
Thomas Hasenauer, Landhotel Römerhof, Dorfgastein

 

Autor/in:
ute.fuith
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