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web 2.0 – ein Muss für Hotels?

28.01.2010

Facebook, Youtube, Twitter & Co. öffnen neue Wege der Kommunikation – aber sie ersetzen nicht das klassische Marketing, meint Tourismusberater Manfred Kohl

Dr. Manfred Kohl

Der Begriff web 2.0 ist mittlerweile überall zu hören, stetig präsent und viel diskutiert. Doch nicht jeder weiß etwas mit diesem Begriff anzufangen.
Früher waren die Botschaften an unsere Gäste lenkbar: Die Homepage war gespickt mit schlagkräftigen Buchungsargumenten und emotionalen Bildern. Professionelle Texte rückten jedes Haus ins beste Licht. Der monatliche E-Newsletter versprach dem Kunden einzigartige Angebote mit Bestpreisgarantie. Also ein Sender und viele Empfänger – so kann web 1.0 erklärt werden.
Aktuell wird die Lage unüberschaubarer: viele Sender – viele Empfänger, das Hotel mittendrin und eine neue Herausforderung für den Unternehmer – so lässt sich web 2.0 einfach erklären.

web 2.0 – ein Muss für den Hotelier?
Diese Frage beantworten wir mit einem klaren JA! Wir müssen lernen, mit diesem neuen Instrument umzugehen, und einen fixen Platz in unserer Marketingplanung dafür vorsehen. web 2.0 ist eine kostengünstige Variante des Marketing, die jedoch nicht unerheblich viel Zeit in Anspruch nimmt. Denn nur Kontinuität führt letztendlich zu
• gezielt informierten Gästen
• mehr Onlinebuchungen
• besserer Auffindbarkeit im www
• einer Unterscheidungsmöglichkeit gegenüber den Mitbewerbern
• begeisterten Kunden.
Der Erfolg beginnt beim eigenen Internetauftritt. Der erste Eindruck hat keine zweite Chance!

5 Instrumente für den Start in die Welt von web 2.0
1. Bewertungsplattformen: Bevor Ihr Hotel gebucht wird, informiert sich der potenzielle künftige Gast auf Bewertungsplattformen. Nützen Sie Bewertungsplattformen wie holidaycheck oder tripadvisor. Melden Sie sich als Unternehmer an, so werden Sie umgehend über neue Bewertungen informiert. Reagieren Sie professionell auf negative, aber auch auf positive Kommentare. Das macht Sie glaubwürdig. Fordern Sie Ihre Gäste aktiv auf, Ihre Urlaubseindrücke online zu kommunizieren und belohnen Sie sie dafür.
2. Buchungsplattformen: Die letzten 12 Monate zeigen einen überproportionalen Anstieg von Buchungen, die zur Gänze online abgewickelt wurden. Jeder Eintrag auf einer Buchungsplattform oder einem Anfrageportal erhöht Ihre virtuelle Präsenz und ist eine zusätzliche Möglichkeit, neue Kunden zu gewinnen. Auch hier punkten Sie mit Aktualität: Denken Sie daran, die Sommerbilder rechtzeitig durch Winterbilder zu ersetzen, zeigen Sie sich flexibel und verzichten Sie kurzfristig auf Buchungsrestriktionen, erkundigen Sie sich laufend über spezielle Promotionen. Und ganz wichtig: Lesen Sie regelmäßig Ihre Auswertungen – welche Plattform liefert Ihnen wie viele Buchungen bzw. Anfragen. Trennen Sie sich von toten Pferden und widmen Sie diese Zeit einer neuen Plattform.
3. Social Networks: Machen Sie Ihre Gäste zu Fans! Laden Sie regelmäßig Verbündete und Gleichgesinnte ein, Ihrer Hotelgruppe beizutreten. Der tägliche Umgang mit Twitter, Facebook & Co öffnet der Tourismusbranche neue Wege der Kommunikation. Neue Kunden ansprechen, mit den „alten“ in Kontakt bleiben und so eine Dynamik rund um ein Produkt aufbauen. Die Twitter-Nutzer verdoppeln sich monatlich, die Facebook Community wäre in unserer reellen Welt der viertgrößte Staat der Erde. Wenn das kein Grund ist, sofort ein Profil anzulegen?
4. Foto- und Videoplattformen: Interaktives Sightseeing ermöglichen Sie Ihren Kunden mit Einträgen auf Foto- und Videoplattformen wie etwa Panoramio oder Youtube. Panoramio ermöglicht es, via Google Earth oder Maps Ihr Hotel mit Hilfe eines Fotos zu markieren. Youtube erreicht Ihre Gäste über kurze Videofilme, welche Sie auch auf Ihrer Website oder Ihren Blog einbinden können.
5. Blogs: Ein Blog ist eine aktive Aufforderung zum Dialog und ermöglicht die Einbindung aller genannten web-2.0-Aktivitäten. Ihre Blogger halten sich über einen RSS Feed auf dem Laufenden. Bevor Sie mit Ihrem eigenen Blog starten, hören Sie erst einmal den Meinungsführern Ihrer Branche zu oder nehmen Sie an Gesprächen anderer teil. Wenn Sie sich dann für einen eigenen Blog entschließen, gibt es eine Reihe von Punkten zu beachten: Erarbeiten Sie einen Blogplan, sonst verschießen Sie Ihr ganzes Pulver gleich zu Beginn; verwenden Sie die Keywords Ihrer Homepage, nur so hilft Ihnen Ihr Blog im Suchmaschinenranking; ernennen Sie einen Chefredakteur und freuen Sie sich über Gastkommentare; vernetzen Sie auf Social Networks – so bekommt Ihr Blog ein Gesicht.

Ersetzt web 2.0 das klassische Marketing?
Diese Frage beantworten wir mit einem klaren NEIN! Wir empfehlen einen gesunden Mix aus:
• emotional und professionell gestalteten Werbemitteln (Budgetanteil: 30 – 35 %)
• Beziehungsmarketing (10 – 15 %)
• Öffentlichkeitsarbeit (5 %) und
• E-Marketing (30 – 35 %).
Und vor allem – planen Sie Ihre Marketingausgaben und Marketingaktivitäten.
Kohl & Partner bietet Unterstützung in allen Marketingfragen. Bisherige Aktivitäten werden evaluiert, Verbesserungspotenziale aufgespürt und weitere Maßnahmen aufgezeigt.
Kohl & Partner Tourismusberatung GmbH, Bahnhofstr. 8, 9500 Villach,
Tel.: 0 42 42/211 23,
www.kohl.at

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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