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Wegfall der Trinkgeldbesteuerung macht Dienstleistungen attraktiver

03.02.2005

"Finanzminister Karl-Heinz Grasser entlastet mit seiner Abkehr von der Trinkgeldsteuer die Dienstleistungen und trägt damit ein gutes Stück zur Attraktivierung des Wirtschafts- und Tourismusstandortes Österreich bei", fasst der Obmann der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Österreich, Komm.Rat Johann Schenner, die Ergebnisse des im Finanzministerium abgehaltenen "Trinkgeldgipfels" mit den Sozialpartnern zusammen.

Dabei wurden die Eckpunkte der künftigen Regelung festgelegt. Die WKÖ war bei der in freundschaftlicher Atmosphäre verlaufenen Sitzung durch Spartenobmann Schenner und den Obmann des Fachverbandes Gastronomie, Komm.Rat Helmut Hinterleitner, vertreten.

Zu den wichtigsten Ergebnissen der gestrigen Aussprache zählt,
dass die unsachliche Differenzierung zwischen
Kreditkarten-Trinkgeldern und in bar überreichten Trinkgeldern
fallengelassen wird. Es werden künftig vielmehr alle Trinkgelder
gesetzlich (Normierung in § 3 Einkommenssteuergesetz) von der Lohn-
bzw. Einkommenssteuer befreit. Diese Steuerbefreiung soll rückwirkend
bis zum Jahr 1999 festgeschrieben werden. "Damit sind auch alle
bereits anhängigen Fälle erfasst", hebt Fachverbandsobmann
Hinterleitner in diesem Zusammenhang hervor.

Die Befreiung wirke sich, so Obmann Schenner, auch auf den
Deckelungsbeitrag zum Familienlastenausgleichsfonds, auf den Zuschlag
zum Dienstgeberbeitrag sowie auf die Kommunalsteuer aus. "Es gibt in
diesem Bereich keinerlei Unternehmensbesteuerung mehr!"

Im Vollzug wird auch festgehalten werden, dass keine
Umsatzsteuerpflicht für Trinkgelder besteht. Die anhängigen Fälle
werden umsatzsteuermäßig mit einem "Null-Ergebnis" abgeblasen werden.

Schenner und Hinterleitner heben anerkennend hervor, dass es in
der gesamten Trinkgeld-Diskussion einen Schulterschluss mit der
Gewerkschaft gegeben hat: "Das gemeinsame Vorgehen in dieser Sache
war wirklich erfolgreich!". Der Finanzminister habe, wie er bei dem
Gespräch offen zugab, nicht mit einem derartigen "Gegenwind" der
Sozialpartner, speziell auch der Wirtschaftskammer, gerechnet.

Schenner unterstrich, dass sich die besseren Argumente
durchgesetzt hätten, und dankte dem Minister, dass er eine Lösung im
Sinne der Tourismuswirtschaft und ihrer Mitarbeiter und
Mitarbeiterinnen gefunden habe. Schenner beharrte im Gespräch mit dem
Minister gleichzeitig darauf, dass das Ministerium schon in den
nächsten Tagen eine Klarstellung aussenden soll. "Denn wenn das
Gesetz erst in einigen Monaten beschlossen wird, ist das z.B. für die
laufende Lohnverrechnung oder die bereits anhängigen Prüffälle zu
spät", drängte der Sprecher der heimischen Tourismuswirtschaft auf
Eile. Der Finanzminister gab Schenner die Zusicherung, dass bereits
in den nächsten Tagen diesbezügliche Klarstellungen kommen werden, um
schwierige Rückabrechnungen zu vermeiden.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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