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Die ÖGZ-Jury verkostete in der Wiener Sky-Bar.

Wein als „i-Tipferl“ zu Gansl und Wild

12.10.2021

Wildbret und Martinigansl verlangen nach einer Getränkebegleitung, die trockenes Fleisch und Safterl gleichermaßen zu „nehmen“ verstehen: Ein Klassiker unter den ÖGZ-Verkostungen!

Haarwild, Damwild, Federwild: Wer den Jagdschein besitzt, weiß um die Feinheiten der Waldbewohner Bescheid. In Sachen Zubereitung wird es weniger kompliziert. 

Das Eigenaroma steht im Mittelpunkt, egal ob es um eine Wildschwein-Keule, Hirschschinken oder Schnepfendreck geht. Das verbindet das weitgehend fettlose Wildbret auch mit dem zweiten kulinarischen Herbstregenten, dem weitaus opu­lenter „unterspickten“ Gänsefleisch. 

Der Staubige zum Gansl

Denn auch hier soll der Wein mehr Struktur als ein ausgeprägtes Aroma liefern. Wer sich immer schon wunderte, warum der Staubige zum Martini-Gansl aufgetischt wird, aber ein reifer Rotwein nicht minder gut passt, findet hier die Lösung. Es geht darum, unterstützend mit Säure, aber auch mit mürben Tanninen – im Falle reifer Roter – die Eigenaromen zu unterstützen. Klassischerweise kann ein Burgunder hier die Antwort sein, wenn es glasweise zu beidem passen soll, dem Wild und dem Gänsebraten. Die leichten Beerentöne und die Würze eines St. Laurents oder Pinot Noirs haben zusammen mit der sanfteren Art dieser Rebsorten-Familie einen Startvorteil.

Dass Zwetschken ebenso wie Preiselbeere zu gebratenem (Wild-)Geflügel passen, gibt einen Hinweis auf eine andere Traube, die sich anbietet. Zweigelt kann in der Jugend ebenso wie mit seiner ruhigeren Reife locker die Rolle einer Sauce Cumberland, nur eben im Glas, geben. Es hat Tradition, dass sich das Kost-Quartett der ÖGZ den Weinen zu herbstlichen Klassikern widmet.

ÖGZ-Sieger 2021 der Kategorie "Wild- & Gansl-Weine"

Keringer: Großes Zweigelt-Kino mit „Goldener“

„Wir haben einen Weltrekord geschafft“, sagt Robert Keringer und hat damit eine seiner vielen Visionen umgesetzt unddie größte Weinflasche aus Glas mit seinem 100 Days Zweigelt 2015 befüllt. Mit der Rekordmenge von 1.590 Liter Weines schafft er den Eintrag in das Guiness Buch der Rekorde. 

Rotbeerig vom Beginn an: Johannisbeere, etwas Dörrzwetschke, dazu Johannisbrot-Kerne und Amarenakirsche. Saftig und mit leichtem Druck, bringt er wieder roten Frucht-Mix wie Erdbeere und etwas Heidelbeere mit. „Nachdrücklicher Typ“, top zu geräucherter Gänsebrust!

Weingut Keringer // 100 Days Zweigelt Neusiedlersee DAC Reserve 2018 / 14,5 % / NK / € 16,– www.keringer.at 

Keringer: Großes Zweigelt-Kino mit „Goldener“
Lenz Moser: „ÖGZ-Gold“ für idealen Begleiter

Die Traube für „Noah“ stammen aus den Weingärten des Malteser Ritterodens in Mailberg. Die Cuvée aus Blauer Zweigelt, Cabernet Sauvignon und Merlot lagert 18 Monate im 1.000-Eimer-Fass. Das Fass befindet sich im Gutskeller von Lenz Moser und fasst unglaubliche 56.589 Liter.

Extreme Präsenz in der Nase: Weichsel, Marzipan und Schwarzbeernocken vereinen sich. Am Gaumen mit dezentem Gerbstoff, der die rote Frucht ideal abstützt. Etwas Tee-Bitterl, Hibiskus und eine insgesamt elegante Machart. Fazit der ÖGZ: „Zur Wildschweinkeule ist er perfekt!“

Weingut Lenz Moser // Lenz Moser „Noah“ 2017 / 14 % NK / € 18,– lenzmoser.at  Vertrieb: www.ghg.at

Lenz Moser: „ÖGZ-Gold“ für idealen Begleiter
Migsich: Mit Finesse à la Pinot Noir zu Gold

Höchste Qualität ist die Pflicht, nicht die Kür. Herkunft und Sortentypizität haben ganz klar Priorität. Für Weine ohne Wenn und Aber, die die Region Rosalia schmeckbar machen. Klar und reduziert ist auch das Migsich-Sortiment mit drei kleinen feinen Linien.

Feine Paprika-Noten, etwas Wildrose und insgesamt recht floral im Duft-Charakter. Überaus trinkanimierend ist er dann am Gaumen, der wieder feine rotfruchtige Aromen, einen Tee-feinen Gerbstoff und Granatapfel zeigt. „Fast schon Pinot Noir-artig mit dieser Eleganz“, lobte die ÖGZ-Runde.

Weingut Migsich // Blaufränkisch Grande Reserve 2017 / 14,5 % / NK € 18,– / www.migsich.at 
Migsich: Mit Finesse à la Pinot Noir zu Gold

 

 

 

 

Autor/in:
Roland Graf
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