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Wein & Co klagt über starke Umsatzeinbrüche

20.07.2010

Wien. Der frühere Befürworter Heinz Kammerer ist jetzt zum vehementen Gegner des neuen Rauchergesetzes geworden. Grund dafür sind die Umsatzrückgänge bei Wein & Co.

Wein & Co-Geschäftsführer Heinz Kammerer

Das neue Rauchergesetz macht der Handels- und Gastrokette Wein & Co zu schaffen. Laut Chef Heinz Kammerer verzeichnet das Unternehmen Umsatzeinbußen von 30 bis 40 Prozent. "Und in den kleinen Lokalen wird munter weiter gepafft. Die müssen ja nicht umbauen", klagte er in "Österreich" (Montagausgabe). Die fünf Lokalbetriebe von Wein & Co seien rauchfrei. Die ursprünglich geplanten Umbauten seien teils aus bautechnischen, teils aus "atmosphärischen" Gründen nicht möglich gewesen: "Ich kann ja meine Gäste nicht in Raucherkammern wie am Flughafen stecken."


Nichtraucherlokal wider Willen
Die seit 1. Juli gültigen Nichtraucherbestimmungen findet der Wein-&-Co-Boss "menschenunwürdig", "wettbewerbsverzerrend und schlicht dämlich". In der eigenen Pressemeldung wird der neue Nichtraucherschutz als Gastronomievernichtungsgesetz bezeichnet. Dabei hatte Kammerer Anfang 2008 den blauen Dunst in seinen Lokalen freiwillig untersagt - wer gute Manieren hat, raucht beim Essen nicht, so die Begründung damals. Nach drei Monaten meldete Wein & Co dann sogar ein leichtes Umsatzplus. Auf Betreiben der Mitarbeiter wurde das Rauchverbot allerdings Ende September 2008 wieder aufgehoben. Das Trinkgeld sei weniger geworden, der Umsatz im Gastrobereich um etwa zwanzig Prozent zurückgegangen. Das ab 1. Juli geltende Tabakgesetz, das Unternehmen mit einer Fläche von über 50 Quadratmetern einen Extraraum für rauchende Gäste vorschreibt, hat die fünf Wein & Co-Barbetriebe aber unfreiwillig wieder zu Nichtraucherlokalen gemacht – sehr zum Leidwesen des Firmengründers. (apa/ar)

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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