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Weinbau in Wien – positiv in die Zukunft

04.10.2004

In den vergangenen Tagen wurde in einigen Medien vom Sterben der Weingärten in Grinzing und von Wein-Absatzproblemen der Wiener Winzer berichtet. Schenkt man diesen Darstellungen in den Medien Glauben, müsste man meinen, dass es schlecht steht um die Wiener Winzer. Dass dem nicht so ist, zeigen die vielen Erfolge im Bereich des Wiener Weinbaus, die in den vergangenen Jahren zu verzeichnen sind.

Die seit 1999 mit tatkräftiger Unterstützung der Stadt Wien initiierten Maßnahmen der Wiener Landwirtschaftskammer rund um die Qualitätsoptimierung der Wiener Weine und der Heurigenkultur der Weinregion Wien tragen bereits Früchte und geben Anlass, positiv in die Zukunft zu blicken.

„Die Wiener Landwirtschaftskammer kann bestätigen, dass sämtliche Aktionen und Initiativen rund um die Qualitätssteigerung in den Bereichen Wiener Wein und Wiener Heurigenkultur sehr positiv angenommen wurden und sich äußert erfolgreich im Sinne des Erhalts der Wiener Weinbautradition weiter entwickelt haben“, so Ing. Robert Fitzthum, Direktor der Wiener Landwirtschaftskammer. „Nur wer einen qualitativ hochwertigen und ausgezeichneten Wein macht, wer engagiert und innovativ seinen Betrieb führt, hat im großen Konzert der nationalen und internationalen Weinwelt eine Chance. Dessen sind sich viele Wiener Winzer bewusst und der Erfolg gibt ihnen Recht. Wer nichts für sein Unternehmen tut, wird irgendwann einmal stehen bleiben und keine Möglichkeit mehr haben, sich dem Wettbewerb zu stellen“, so DI Herbert Schilling, Sprecher des Präsidiums der Wiener Landwirtschaftskammer, selbst Winzer und Heurigenbetreiber und Obmann des Vereins „Der Wiener Heurige“. Schilling betont, dass es allen Wiener Winzern bewusst sein muss, dass letztlich jeder für seinen eigenen Betrieb und Betriebserfolg verantwortlich ist.

In Wien gibt es rund 125 Wiener Heurigenbetriebe, die ihren selbsterzeugten Wiener Wein in ihren Lokalen ausschenken und somit ausschließlich durch ihre Bewirtschaftung zur Erhaltung der Weinkulturlandschaft beitragen.

„Das Aufgeben von Winzern bzw. die fehlenden Betriebsnachfolger einiger Winzerbetriebe kommt nicht von irgendwoher. Seit Jahren kämpfen manche Wiener Winzer mit dem fehlenden Absatz ihrer Weine. Viele Wiener Gastronomiebetriebe achten zudem beim Weineinkauf nicht immer darauf, woher ihr Wein kommt. Was sonst überall auf der Welt eine Selbstverständlichkeit ist, nämlich typische Weine aus der Region den Gästen zu bieten, ist in Wien teilweise anders“, meint Fitzthum.

„Das grundlegende Problem des Weinbaus in Grinzing sind nicht die fehlenden Weinbaubetriebe per se, sondern in erster Linie der fehlende Absatz des Weins in dieser Region. Würde ein Großteil der ortsansässigen Gastronomiebetriebe Wein aus Grinzing – also Wiener Wein – ausschenken, so hätten die Grinzinger Winzer kein Absatzproblem“, ist DI Herbert Schilling überzeugt. Aber die Realität sieht mitunter so aus, dass viele Gastronomiebetriebe Wein aus diversen Weinanbaugebieten Österreichs oder auch ausländische Weine auf ihre Getränkekarte setzen. Daher ist es nur zu verständlich, wenn ein Grinzinger Winzer irgendwann einmal beschließt, seinen Betrieb einzustellen, denn wenn er seinen Wein nicht verkauft, ist er gezwungen, die Produktion und somit die Bewirtschaftung der Weingärten einzustellen.

Mit Engagement zu Qualitätsprodukten
Die Wiener Landwirtschaftskammer bietet allen interessierten Mitgliedern ein umfangreiches Beratungs- und Weiterbildungsprogramm an und unterstützt die Betriebsführer in der Weiterentwicklung ihrer Betriebe. Wiener Wein hat mittlerweile ein sehr hohes Qualitätsniveau erreicht. Absatzfördernde Aktionen für den Wiener Wein – wie beispielsweise der „Junge Wiener“ oder die Wiener Landesweinbewertung – sind von Erfolg gekrönt und eine gute Basis für eine Aufwärtsbewegung im Wiener Weinbau.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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