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Weinbergschnecken zum Fasten

10.02.2010

Eine Gruppe ambitionierter junger Spitzenköche unter der Federführung von Siegfried Dörre, Verband der Köche Österreichs (VKÖ), möchte die Wiener Weinbergschnecke wieder zu einem fixen Bestandteil der heimischen Speisekarten machen. Nach der Auftaktveranstaltung im November letzten Jahres fällt am Aschermittwoch der Startschuss für die "Ersten Wiener Schneckenwochen".

Die Weinbergschnecke geriet im Laufe der Geschichte in Vergessenheit. Jetzt erlebt sie eine Renaissance.

Kaum einer scheut sich heutzutage vor dem Genuss von Kalamari. Für fast jeden aber, der Weinbergschnecken noch nicht probiert hat, stellt das erste Kosten eine gewisse „Überwindung“ dar. Kein Wunder, hat man doch vorrangig die sich durch unsere Küchengärten fressende Nacktschnecke im Kopf. Doch wer es probiert hat, ist zumeist begeistert und erstaunt über den unerwarteten Geschmack. Obwohl Schnecken bei uns eine lange Tradition aufweisen, sind sie heutzutage fast in Vergessenheit geraten.

Vom Arme-Leute-Essen zur Haute Cuisine

Historisch gesehen habe die Schnecke vom Arme-Leute-Essen zur Fastenspeise für Nonnen und Mönche, vom Allerweltsessen bis hin zur Haute Cuisine eine lange Tradition, erklärte VKÖ Obmann Siegfried Dörre. Bis in die 70er Jahre sei sie auch in Österreich als klassisches Gericht, gratiniert mit Knoblauchbutter, gerne gegessen worden. Danach geriet sie in Vergessenheit. "Jetzt schön langsam kommt der Trend wieder", so Dörre. Das Projekt Wiener Schnecke zeigt besonders schön, wie mit einem
regionalen Slow Food Produkt die Vielfalt und Identität unserer heimischen Küche belebt werden kann. Auch KR Prof. Franz Zodl (Direktor i.R. Gastgewerbefachschule) glaubt an eine hoffnungsvolle Zukunft der Schnecke in der Gastronomie. "Wir werden noch eine Zeit der Gewöhnung brauchen", meinte er.

Dreimal so viel Protein wie ein Steak

Schnecken erinnern im Geschmack an Kalb mit einer leicht erdig-nussigen Note, sind gesünder als Fisch und in jedem Fall leichter zu fangen. "Weinbergschnecken haben einen großen Anteil an Omega-3 Fettsäuren, betonte etwa Schneckenzüchter Andreas Gugumuck. "Theoretisch reicht der Verzehr von drei Schnecken aus, um den Tagesbedarf zu decken. Außerdem enthält das Fleisch dreimal so viel Protein wie ein Steak und belastet unsere Cholesterinwerte nicht“. Kenner schätzen allerdings nicht nur die gesundheitlichen, sondern vor allem die kulinarischen Eigenschaften der vielseitig kombinierbaren Schnecke.

Die Lieblingsrezepte der Spitzenköche Oliver Böhm, Roman Keller, Sandro Bollogh, Bernie Rieder und Alois Gasser finden Sie am Ende der Restaurantliste als Download.

Folgende Restaurants werden ab Aschermittwoch ein Fastengericht mit Wiener Weinbergschnecken auf der Karte haben:

Artner Franziskanerplatz
Aubergine
Bistrot Coburg
Böhle
Ein Wiener Salon
Eisvogel
Hanner
Harry Time
Hollmann
Kulinarium7
Marx Restauration
Novelli
Orlando di castello
Pan e Wien
Porzellan
RieGi
Ringsmuth
Schon schön
Schwarzes Kameel
Steierereck
Vestibül
Vickerl´s Lokal
Vinecent
Zum Andreas Hofer

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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