Direkt zum Inhalt

Weiterbildung als Sprungbrett

06.11.2006

Dieser Teil der exklusiv in der ÖGZ präsentierten Studie zur touristischen Ausbildung in Österreich befasst sich mit der Bedeutung der Weiterbildung. Durchgeführt haben die Studie Gastro­ Jobs gemeinsam mit der Internetplattform tourismusausbildung.at im Rahmen einer Ausbildungskooperation. Teilgenommen haben mehr als 200 TourismusexpertInnen.

Weiterbildung liegt im Trend
Weiterbildung im Tourismus gewinnt stark an Bedeutung. Besonders die Sozialkompetenzen sollen nach Meinung der TourismusexpertInnen dabei hauptsächlich im Rahmen von betriebsinternen Programmen geschult werden.
Die befragten ExpertInnen stellten der heimischen Weiterbildung durchwegs ein positives Zeugnis aus. Besonders erfreulich ist dabei die Tatsache, dass schon die Hälfte aller Weiterbildungen der MitarbeiterInnen im Tourismus zu 100 Prozent von den Unternehmen selbst bezahlt werden. Bleibt noch die Frage offen, welche Art von Weiterbildung akzeptiert und wie diese in Anspruch genommen wird. 68,7 Prozent der befragten ExpertInnen schicken ihre MitarbeiterInnen noch hauptsächlich in WIFI-Kurse, für erstaunliche 46,3 Prozent gilt das Lesen von Fachliteratur bereits als Weiterbildungsmaßnahme.
Die Befragung zeigt aber auch die wachsende Bedeutung innerbetrieblicher Seminare und Coachingmaßnahmen auf. Immer mehr Unternehmen benötigen auf den Mitarbeiter und die Betriebssituation angepasste individuelle Qualifizierungsmaßnahmen statt standardisierter externer Schulungen bei Großanbietern. Detail am Rande: Bei der Besetzung offener Stellen und der Informationssuche über Weiterbildungsangebote liegen Internetportale (z. B. gastrojobs.com, tourismusausbildung.at) bereits vor Inseraten in Printmedien.
Soziale Kompetenzen stärken
Bei der Beurteilung von wichtigen Qualifikationen, die durch solche betriebliche bzw. schulische Aus-/Weiterbildung erworben werden sollen, hat sich deutlich gezeigt, dass sogenannte „Soft Skills“ vor inhaltlichen Quali­fikationen als besonders wichtig bewertet wurden. Nur 4 % der ExpertInnen bewerteten ein gutes Zeugnis als „sehr wichtig“, immerhin 28 % meinten, dass eine Auslandserfahrung „weniger wichtig“ ist. Stattdessen werden Zuverlässigkeit, standortbezogene Teamfähigkeit und Flexibilität eingefordert.
Auch gute Umgangsformen und persönliches Auftreten werden besonders geschätzt und trainiert. Auch die Weiterbildungspraxis für TourismuslehrerInnen muss thematisiert werden. Diese Weiterbildung findet jetzt an Pädagogischen Instituten hauptsächlich nach dem Prinzip „Lehrer bilden Lehrer fort“ statt. Hier gibt es notwendigerweise neue Qualifizierungsideen: in sog. Bildungsclustern könnten die touristischen Fachhochschulen, Universitäten und Universitätslehrgänge mit ihren externen LektorInnen in den vorlesungsfreien Sommermonaten die Qualität der LehrerInnenweiterbildung deutlich erhöhen.
Externe Managementberatung
Und auch die Ernennung von DirektorInnen an Tourismusschulen muss neu überdacht werden. In Zukunft könnte eine Doppelspitze eingesetzt werden: Ein externer Touristiker (kein Lehrer) kümmert sich um klassische Managementaufgaben und die bereits bestehenden SchuladministratorInnen würden zu pädagogischen LeiterInnen aufgewertet. Dieses Modell könnte, wenn es die neue Regierung wirklich ernst meint mit tief greifenden Strukturreformen im Bildungsbereich, bei der neuen Tourismusschule am Standort Wien 22 schon sehr bald zum Einsatz kommen.
Hinweis: Ob Tourismusschulen mit Matura und andere Ausbildungen überhaupt noch notwendig sind, lesen Sie im siebenten und letzten Teil der Serie über die neue Ausbildungslandschaft im heimischen Tourismus.

Die Studie entstand im Zuge einer Kooperation bei einer Maturaarbeit in der Höheren Bundeslehranstalt für Tourismus Wassermanngasse.
Das Material war so umfangreich, dass es von Dr. Harald Richar (tourismusausbildung.at) und Marcus Kleemann (GF Gastro Jobs) in Zusammenarbeit mit der ÖGZ ausgearbeitet wurde.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
Werbung

Weiterführende Themen

Wein
18.11.2020

Sogar der Gesetzgeber verleiht einer heimischen Paradedisziplin Auftrieb: Es „muss“ längst nicht mehr Süßes sein, zu dem man Auslesen, Trockenbeerenauslesen oder Eiswein reicht.

Wein
18.11.2020

Kalk oder Schiefer? Die beiden Gesteine prägen die Weingärten rund um den Leithaberg. Doch man muss kein Geologe sein, um die Mineralität der Weißweine von hier zu schätzen.

Wein
18.11.2020

94 Prozent aller Blaufränkisch-Reben stehen im Burgenland. Vom „Einheitsstil“ ist man aber weit entfernt. Im Gegenteil: Für Sommeliers sind die herausgekitzelten Nuancen der unterschiedlichen ...

Gastronomie
18.11.2020

Das Portal restaurant.info hat es sich zum Ziel gesetzt, ein möglichst umfangreiches Verzeichnis von Gastronomiebetrieben aus ganz Österreich anzubieten, die ihre Speisen auch zum Abholen oder ...

Wein
18.11.2020

Lasst die Korken knallen: Im letzten Quartal wird mehr Schaumwein getrunken als in den neun Monaten davor. Es liegt an der Gastronomie, dem Gast das Beste anzubieten – Durst auf Prickelndes hat er ...

Werbung