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Weiterhin sinkender Umsatz

19.08.2010

Wien. Den Jubelmeldungen über steigende Nächtigungen müssen die Umsätze gegenübergestellt werden, so ÖHV-Landesvorsitzende Michaela Reitterer. Der Halbjahresumsatz der Wiener Hotellerie liegt um 20 Prozent unter dem Vergleichswert des Jahres 2008.

Wiens ÖHV-Landesvorsitzende Michaela Reitterer

Wien liegt voll im Trend. Das erkennt man nicht nur an der Warteschlange vor dem Sissi-Museum bis zum Josefsplatz, das macht sich auch in den Bilanzen bemerkbar. „Sicher bezieht sich das Plus in der Nächtigungsbilanz auf ein Krisenjahr, aber +15,6 Prozent muss uns erst einmal jemand nachmachen“, erklären Michaela Reitterer, Landesvorsitzende der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV), und ÖHV-Präsident Peter Peer.

 

Mehr Arbeit für weniger Geld

Auf eine so massive Diskrepanz zwischen Nächtigungs- und Umsatzerfolgen wie im ersten Halbjahr müsse hingewiesen werden: Die Nächtigungen im ersten Halbjahr sind von 2008 bis 2010 von 4,6 auf 4,8 Millionen gestiegen. Die Zahl der Betten ist von 49.000 auf 52.000 gestiegen. Der Umsatz ist im selben Zeitraum von 235 Mio. Euro auf 201,5 Mio. Euro gesunken: „Wir hatten also mehr Arbeit und weniger Einnahmen, trotz zwischenzeitlich erfolgter Investitionen“, so Reitterers Botschaft an Hotelentwickler und Investoren. Mittlerweile erzielen 5-Sterne-Hotels den Preis von 4-Sterne-Hotels und diese bieten sich zu 3-Sterne-Preisen an. Das Mehr an Investitionskosten für ein 4 Sterne-Produkt rechnet sich damit nicht mehr.

 
Umsätze unter dem 2007-Niveau

Vorsicht mahnt Reitterer bei der Kommunikation ein: „Über die Rekorde wird jeder berichten. Darüber, wie sie zustande kommen, keiner“, warnt Reitterer. Die hohe Auslastung wurde teuer erkauft: „Der Umsatz pro Nächtigung liegt unter dem Niveau von 2007“, so Peer. Damit die Wiener Hotellerie die Umsätze von 2008 erreicht, wäre eine Steigerung um 25 % nötig. Kostensteigerungen etwa bei den Mitarbeitern sind da noch nicht berücksichtigt. Die Zahl der Betten soll bis 2015 noch auf über 60.000 steigen. Wie diese gefüllt werden sollen, darüber müssen sich nicht nur die Investoren, sondern auch die Betreiber gründlich Gedanken machen.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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