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Welche Alternativen gibt es zu mjam und Co?

28.01.2021

Spätestens seit der ­Corona-Pandemie ist klar: Food-Delivery ist ein Thema, mit dem sich Gastronomen beschäftigen müssen. Lieferando und mjam bieten zweifelsfrei reibungsloses Service, sind aber teuer. Ein heimisches Unternehmen bietet eine Alternative an

Erst waren es Bequemlichkeit, Zeitersparnis und Abwechslung beim Essen, die Kunden lockte. Dann kam die Pandemie. Schnell war klar: Das Geschäft mit der Essenszustellung geht steil bergauf. In Zeiten von Lockdowns, Social Distancing und geschlossener Gastronomie ist Food-Delivery der Gewinner schlechthin.

Wie viel Umsatz mit Essenszustellungen?

Die Zahlen sprechen für sich: Eine Analyse von Statista ergab, dass im Jahr 2019 weltweit 107 Mrd. US-Dollar mit Essenszustellungen umgesetzt wurden. Bis zum Jahr 2024 soll der globale Umsatz auf 184 Mrd. US-Dollar ansteigen. Dazu kommt: Ließ sich bisher vorwiegend die jüngere Zielgruppe Essen liefern, sind es heute nahezu alle Altersgruppen. Durch die Coronavirus-Pandemie wurde die Kundengruppe breiter und größer. 

 

Neben Lieferando zählt mjam zu den führenden Anbietern in Österreich, das wiederum zum Berliner Unternehmen Delivery Hero gehört und einer der weltweit führenden Anbieter von Online-Essensbestelldiensten ist. Auf Internetplattformen wählen Kunden Lieferdienste aus der Region und geben ihre Bestellungen über die Website oder per Smartphone-App auf. „Gastronomen profitieren von einer Vielzahl von Vorteilen durch eine Zusammenarbeit mit mjam“, erklärt Artur Schreiber, Geschäftsführer von Delivery Hero Austria, „zum einen können sie auf unsere Expertise in den Bereichen Marketing und Logistik sowie unsere Infrastruktur zurückgreifen. Wir stellen unsere Lieferflotte für jene Restaurants zur Verfügung, die kein eigenes Personal dafür einstellen können oder möchten.“ Restaurants steigern so ihre Sichtbarkeit, ohne selbst Marketing zu betreiben, bauen ihren Kundenstamm aus, machen Kunden auf sich aufmerksam und maximieren ihre Verkäufe. „Besonders in Zeiten von Covid-Lockdowns und Schließung der Gastronomie hat sich das Lieferkonzept als wichtiger Kanal für die Generierung von Einkünften erwiesen.“ 

Vorteile von Zustelldiensten

Das Café Drechsler in Wien entschied sich vor einem Dreivierteljahr, den Service von mjam zu nutzen. „Wir sind ständig dabei, uns zu optimieren, und überlegten, ob es sich lohnen würde, selbst auszuliefern. Das muss allerdings sorgfältig durchdacht werden. Bisher haben wir uns gut auf mjam verlassen können. Wir bereiten die Speise zu, den Rest erledigt der Zustellpartner“, erzählt Julia Bergen. „Der aktuellen Situation geschuldet ist dies im Moment eine der wenigen Optionen, die wir haben. Da man nicht weiß, wie lange sich die Einschränkungen hinziehen werden, können wir mjam jedem Gastronomen ans Herz legen!“ 

So weit, so gut. Der große Wermutstropfen dabei sind die Provisionen. Und diese werden von mjam auch nicht offen kommuniziert. Inoffiziell hört man, dass 15 Prozent des Umsatzes anfallen, wenn nur der Marktplatz zur Bestellung verwendet wird und das Lokal selbst ausliefert. Wenn dann auch die Zustellung von mjam übernommen wird, fielen demnach nochmals 15 Prozent an. Das macht dann stolze 30 Prozent vom Bruttobestellwert. Zudem werden auch noch gegebenenfalls Liefergebühren verrechnet. Je nach Volumen überweist man dann schnell einen vierstelligen Eurobetrag pro Monat an die Zusteller, weshalb sich viele Gastronomen trotz des zweifelsfrei guten und reibungslosen Angebots gegen eine Kooperation mit mjam und Co entscheiden.     

Alternative für Gastronomen: Digitaler Bestellservice

Da bleibt als Alternative nur: die ganze Abwicklung in die eigenen Hände zu nehmen. Sprich einen Webshop auf der eigenen Website einzurichten. Hier bietet beispielsweise das österreichische Unternehmen Digiserve eine Lösung an. Die Softwareschmiede bietet Restaurants und Hotels einen digitalen Bestellservice an – und das sowohl bei Abholung und Lieferung als auch am Tisch und im Hotelzimmer. Der Unterschied zu mjam liegt in den Provisionen: Die gibt es nicht. „Wir verrechnen keine Umsatzprovisionen, sondern Fixpreise je Monat, nämlich bei Abholung und Lieferung € 69 pro Monat“, erklärt Thomas Pum, Geschäftsführer von Digiserve: „Ein eigenes, unabhängiges Bestellsystem wie DigiServe schafft neue Einkommensquellen und sorgt für mehr Umsatz, spart Zeit und sorgt für Kundenbindung bei minimalen Kosten. Raus aus der finanziellen Abhängigkeit der Lieferservicedienste.“  

Einer, der komplett auf Digiserve schwört, ist Müslüm Sümbül von der „Pizzeria David“ im steirischen Gleisdorf. Seit knapp zwei Jahren setzt er auf den Service des österreichischen Unternehmens. „Ich kann die beste Pizza machen, aber nicht das beste Programm für die Zustellung“, sagt er. Nach Testläufen mit einem eigenen Webshop und Zustellung ist die Zusammenarbeit mit Digiserve für ihn die einzige Lösung, mjam oder Lieferando kamen nie infrage. „Bei anderen Portalen sind die Fixkosten zu hoch, das rentiert sich nicht.“ Der maßgebliche Unterschied für ihn liegt im Wegfall der hohen Provisionen: „Digiserve verrechnet einen fairen monatlichen Fixpreis.“ Sein Plan für 2021: eine Art digitaler Kiosk im Lokal für Abhol-Kunden, an dem Essen kontaktlos mitgenommen werden kann, denn: „Als Gastronom brauchst du immer neue Ideen und Luft nach oben.“

Autor/in:
Jasmin Kreulitsch
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