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Welche Entwicklung wird sich im ­Tourismus bis 2035 besonders positiv auswirken?

19.06.2019

Die ÖGZ hat wichtige Opinion Leader aus der Tourismusbranche gefragt, was ihre konkreten Erwartungen an das Jahr 2035 sind. 

Die Mischung macht’s

Die Basis unseres Erfolgs liegt in der perfekten Mischung aus Tradition und Bewährtem und in der Offenheit und Sensibilität für neue Trends. Wir müssen weiterhin auf Qualität, Landschaft, unser Service und unsere Tradition setzen. Gerade bei der kommenden Generation – auf Gastgeber- wie auch auf Gästeseite – gewinnen diese Aspekte sowie Brauchtum, Regionalität, frische Küche und die individuelle, persönliche Betreuung der Gäste an Bedeutung. Auch wenn die fortschreitende Digitalisierung uns selbstverständlich in Bereichen wie Wareneinkauf, Buchungsverkauf, Planungen etc. verändert und unterstützt und wir viele Entwicklungen in diesem Bereich noch nicht vorhersehen – die Persönlichkeit, Ideen und Visionen der österreichischen Betriebe und Gastgeber werden niemals ersetzt werden können und auch in naher und ferner Zukunft ausschlaggebend für den Erfolg sein!

Petra Nocker-Schwarzenbacher
Bundesspartenobfrau Tourismus und Freizeitwirtschaft in der WKÖ

Die Mischung macht’s, by d.nutz
Sehnsucht nach ­Begegnung

Der Tourismus wird bis 2035 völlig anders aussehen als heute: ein geändertes Mobilitätsverhalten, ein viel bewussterer Umgang mit Ressourcen und die Digitalisierung entlang der gesamten Customer-Journey werden sowohl bei Gastgebern als auch Gästen zu einem neuen und transformativen Verständnis des Reisens führen. Was bleibt, ist die Sehnsucht nach Begegnung. 

Petra Stolba Geschäftsführerin 
Österreich Werbung 

Sehnsucht nach ­Begegnung, by d.nutz
Prima vernetzt, dank der Digitalisierung

Neue Technologien werden positive Auswirkungen auf unterschiedlichen Ebenen mit sich bringen. Einzelne Tourismus­angebote (Kulinarik, Kultur, Wellness) können sehr leicht digital miteinander verbunden werden und werden so dem Konsumenten, der immer stärker kombinierte Tourismuserlebnisse sucht, einfach zugänglich gemacht. Neue technologiegestützte Erlebnisse wie z. B. Verbindung mit Virtual Reality können kreiert werden und bieten Möglichkeiten, das Reiseerlebnis noch einzigartiger zu gestalten. Allzeit und überall verfügbare Informationen (z. B. mobile Technologien) erleichtern Planungsprozesse und erlauben die Steuerung des touristischen Konsums.

Dagmar Lund-Durlacher, Leiterin des Departments Tourismus und Service Management an 
der Modul Universität Wien

Prima vernetzt, dank der Digitalisierung, by d.nutz
Digitalisierung und Mitarbeitermangel

Das klingt im ersten Moment etwas eigenartig, ist aber erklärbar: Beides wird zu einem Paradigmenwechsel in der Gastronomie führen, die Branche wird sich grundlegend ändern müssen. Es tut bereits weh, und wenn es zu „existenziellen“ Schwierigkeiten kommt, beschleunigt das den Prozess. Es gilt, heilige Kühe zur Schlachtbank zu bringen, um die Branche in eine positive Richtung grundsätzlich und kerntief zu verändern. Wir müssen sie dahingehend umbauen, damit es nie wieder so weit kommt. Auch im Sinne der öffentlichen Meinung , die in Österreich vergessen hat: Wir sind ein Tourismusland, und die Gastronomie ist eine wichtige Branche für das ganze Land – und damit für uns alle.

Mike Pansi, Präsident Österreichischer Kochverband

 

Digitalisierung und Mitarbeitermangel, by d.nutz
Individualisierung in der Ernährung

Individualisierung ist gerade im Hinblick auf die enorm steigende Anzahl an Unverträglichkeiten und darüber hinaus in Bezug auf die Anhänger verschiedener Ernährungsstile (Paleo, Low Carb, ketogene Ernährung, vegan ...) ein immer größeres Thema bzw. ein Megatrend. 
Das Ernährungsbewusstsein und die Auswirkungen einer ausgewogenen und gleichzeitig individuellen Ernährung sind mittlerweile Mainstream geworden. Gleichzeitig ist das Thema unkompliziert und schnell ein immer wichtigerer Entscheidungsgrund für die Verpflegung untertags. Darüber hinaus haben wir es mit immer besser informierten Gästen zu tun, die die Qualität sehr wohl zu schätzen und einzuschätzen wissen.

Hannes Raschhofer, GF Soulkitchen, Indigo u. a.

Individualisierung in der Ernährung, by d.nutz
Analog wird das neue Bio

Technologie wird alle formellen Prozesse komplett erledigen – unaufdringlich und vor allem im Hintergrund. Damit entwickelt sich persönliche humane Interaktion bzw. Dienstleistung im Sinne der Gastfreundschaft zum absoluten Premiumprodukt und damit einhergehend die Möglichkeit zur Nischenpositionierung und qualitativen Differenzierung. Bereits jetzt viel diskutiert, hat „Analog wird das neue Bio“ dann absolute Gültigkeit.

Phillip Patzel, Direktor Hotel Altstadt Vienna

Analog wird das neue Bio, by d.nutz
Virtual Reality

Wer eine Reise buchen möchte, kann nie genau wissen, was sie oder ihn erwartet. Virtual Reality wird deshalb eine wesentliche Entwicklung bis 2035 darstellen. Sie wird dabei helfen, durch dreidimensionale und interaktive Darstellung den Urlaubsort vor der Anreise wahrnehmbar zu machen. Gerade im Tourismus leben die Gäste und die Anbieter von visuellen Erfahrungen, von erlebten Emotionen, und der Gast kann zum Beispiel durch VR-Brillen oder 360-Grad-Rundgänge seinen Aufenthalt in einem Hotel oder einer Destination virtuell selbst erleben. Dazu werden in den kommenden Jahren auch die Hardware wie VR-Brillen hochwertiger und finanzierbarer werden müssen.

Carolin Steinhauser, Professorin für Internationales Hotelmanagement an der SRH Hochschule Berlin, wissenschaftliche Leitung Campus Dresden

Virtual Reality, by d.nutz
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